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ARD-DeutschlandTREND

Dezember 2011

Angesichts der Mordserie der rechtsextremen „Zwickauer Terrorzelle“ kritisiert eine deutliche Mehrheit (81 Prozent) der Deutschen, dass der Staat Neonazis und Rechtextremisten zu oft freie Bahn lässt. Etwa sechs von zehn Bürgern (61 Prozent) machen sich Sorgen, dass Rechtsextremisten unseren Staat verändern könnten oder sind der Ansicht (58 Prozent), dass Polizei und Verfassungsschutz „auf dem rechten Auge blind sind“. Daher halten es zwei Drittel (65 Prozent) der Bürger für wünschenswert, dass sich nicht mehr die Länder, sondern der Bund um den Verfassungsschutz kümmert. Weitere 83 Prozent ... mehr »

Angesichts der Mordserie der rechtsextremen „Zwickauer Terrorzelle“ kritisiert eine deutliche Mehrheit (81 Prozent) der Deutschen, dass der Staat Neonazis und Rechtextremisten zu oft freie Bahn lässt. Etwa sechs von zehn Bürgern (61 Prozent) machen sich Sorgen, dass Rechtsextremisten unseren Staat verändern könnten oder sind der Ansicht (58 Prozent), dass Polizei und Verfassungsschutz „auf dem rechten Auge blind sind“. Daher halten es zwei Drittel (65 Prozent) der Bürger für wünschenswert, dass sich nicht mehr die Länder, sondern der Bund um den Verfassungsschutz kümmert. Weitere 83 Prozent sprechen sich dafür aus, Personen, die im Verdacht stehen, rechtsextrem oder gewaltbereit zu sein, in einer bundesweiten Datei zu speichern.

Die Sorge vor Verschärfung der Euro- und Finanzkrise nimmt weiter zu. Derzeit glauben 84 Prozent, dass der schlimmste Teil der Krise noch bevorsteht – im Vergleich zum Vormonat ein Plus von 2 Punkten und neues Rekordhoch. Der Kurs der Bundesregierung wird zwiespältig bewertet. Auf der einen Seite glauben 58 Prozent, das schwarz-gelbe Kabinett habe angesichts des Ausmaßes der Probleme den Überblick verloren, andererseits trauen fast ebenso viele (54 Prozent) der Bundesregierung zu, mit der Krise fertig zu werden.

 

Der Vorschlag einer zentralen Haushaltskontrolle findet eine breite Unterstützung bei vier von fünf (80 Prozent) Bürgern. Während Frankreich (82 Prozent), die USA (65 Prozent) und auch Polen (51 Prozent) mehrheitlich als vertrauenswürdige Partner eingestuft werden, bringen die Deutschen Italien (36 Prozent) und Russland (32 Prozent) nur wenig Vertrauen entgegen.

 

Offenbar gelingt es der Union sich im Zuge der Euro-Krise stärker in der Außen- und Europapolitik zu profilieren. Aktuell sind 51 Prozent der Deutschen der Meinung, dass die Partei von Angela Merkel am ehesten in der Lage ist, die Interessen Deutschlands auf europäischer Ebene zu vertreten und die Union gilt auch am ehesten als Garant einer verlässlichen Außenpolitik und der Stabilität der europäischen Gemeinschaftswährung.

 

Wenn bereits am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU auf einen Wähleranteil von 35 Prozent (+1 gegenüber November). Der kleinere Regierungspartner FDP verliert nach einem leichten Plus im letzten Monat wieder in der Wählergunst und kommt aktuell nur noch auf 3 Prozent (-1). Auch die SPD (30 Prozent) und die Piraten (6 Prozent) verlieren jeweils einen Punkt, während sowohl die Grünen (16 Prozent) als auch die Linken (7 Prozent) einen Punkt hinzugewinnen.

Wegen der Abstimmung über das Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“ wurde in den letzten Wochen viel über Volksabstimmungen diskutiert. In diesem Zusammenhang plädieren drei Viertel (74 Prozent) der Deutschen generell für mehr Volksentscheide. Ein Grund für diese Forderung ist, dass gut die Hälfte (54 Prozent) glaubt, Volksabstimmungen würden zu klügeren und besseren Entscheidungen führen als die der Parlamente. Insbesondere Volksentscheide über große Bau- und Verkehrsprojekte – wie etwa Stuttgart 21 – finden hohe Akzeptanz (70 Prozent).

 

Das sind die wichtigsten Ergebnisse des ARD-DeutschlandTREND im Dezember, den Infratest dimap im Auftrag der ARD-Tagesthemen und von drei Tageszeitungen erstellt hat. Im Rahmen einer repräsentativen Erhebung wurden in der Zeit vom 28. bis 30. November 1.005, für die Sonntagsfrage 1.514 wahlberechtigte Personen telefonisch befragt. Die Anlage der Erhebung lässt verallgemeinerungsfähige Aussagen für alle Wahlberechtigten in Deutschland zu, bei einer Fehlertoleranz von plus/minus 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.005 Befragte
Fragen zu „Russland“/ „Putin“: 492 Befragte
Sonntagsfrage: 1.514 Befragte
Erhebungszeitraum:
28. bis 29. November 2011
Sonntagsfrage: 28. bis 30. November 2011


Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
Bei 500 Befragten: 1,9* bis 4,4** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5 Prozent
** bei einem Anteilswert von 50 Prozent
Durchführendes Institut:
Infratest dimap