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ARD-DeutschlandTREND

Januar 2011

Dioxin, Qualität von Lebensmitteln, Essgewohnheiten, FDP, Westerwelle, Parteivorsitz, Steuersenkungs-Versprechen, Ehrlichkeit der Parteien, Glaubwürdigkeit, Wichtige Aufgaben der Politik in 2011: Bildung, Verbesserung der Pflege älterer Menschen, Gesundheitsversorgung, Schuldenabbau, Steuersenkungen, Hartz-IV-Leistungen, Stabilität des EURO, Tarifforderungen der Gewerkschaften, Regierungszufriedenheit, Politikerzufriedenheit, positive Einschätzung der Wirtschaftslage in Deutschland, gegenwärtige wirtschaftliche Lage, zukünftige wirtschaftliche Lage, politische Stimmung, Sonntagsfrage mehr »

Dioxin-Skandal: Nur 18 Prozent wollen Essgewohnheiten ändern

Die Berichte über Dioxin in Eiern und Fleisch haben kaum Einfluss auf das Ess- und Kaufverhalten der Deutschen. Im aktuellen ARD-DeutschlandTREND gaben nur 18 Prozent an, nun weniger (14 Prozent) oder gar keine (4 Prozent) Eier mehr essen zu wollen. 13 Prozent haben sich vorgenommen, nun woanders einkaufen. Zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) sagen, dass der aktuelle Dioxin-Lebensmittelskandal keinen Einfluss auf ihre Ess- und Kaufgewohnheiten hat. Die Qualität der Lebensmitteln wird von vier Fünftel der Deutschen als „sehr gut“ (15 Prozent) bzw. "gut" (65 Prozent) eingeschätzt. Nur 14 Prozent beurteilen die Lebensmittelqualität als „weniger gut“, lediglich 5 Prozent als „schlecht“.

 

Eine große Mehrheit der Bevölkerung (86 Prozent) erwartet für die FDP ein schwieriges Jahr, in dem sie bei den Wahlen die Quittung für ihre bisherige Arbeit bekommt. Die Kritik an Parteichef Westerwelle halten lediglich 42 Prozent für zu hart und ungerecht. Nur 31 Prozent sehen – im Vergleich mit anderen FDP-Spitzen – mit Westerwelle den Parteivorsitz am besten besetzt. In der Konsequenz erwartet nur ein Drittel (34 Prozent), dass er seine Partei auch noch im nächsten Jahr führen wird. Dass Überraschungserfolge bei den anstehenden Wahlen Westerwelle helfen werden, sich im Amt zu halten, glaubt nur jeder Fünfte (21 Prozent). Die Gründe für die aktuelle Krise der FDP sehen die Bürger vor allem in dem nicht eingelösten Steuersenkungs-Versprechen (74 Prozent) sowie in der selektiv auf die Interessen einzelner Wählergruppen abzielenden Politik (72 Prozent). Darüber hinaus wird aber auch die politische Arbeit des Parteivorsitzenden (67 Prozent) bzw. der FDP-Ministerriege (62 Prozent) für die schlechte Lage der Partei verantwortlich gemacht.

Das Vertrauen der Bevölkerung in die Ehrlichkeit der Parteien hat seit der Bundestagswahl 2009 deutlich abgenommen. Darunter leidet besonders die FDP, deren Glaubwürdigkeitszuschreibung von 38 auf 14 Prozent absackte. Aber auch die Grünen standen mit 48 Prozent weit besser da als heute mit 32 Prozent.

Für die FDP kommt erschwerend hinzu, dass ihr zentrales Wahlkampfthema 2009 aus Sicht der Bevölkerung eher zu den nachgeordneten Aufgaben für 2011 zählt: Steuersenkungen schätzen lediglich 26 Prozent als sehr wichtig ein. Nur die Verbesserung der Hartz-IV-Leistungen sehen noch weniger Bürger als dringlich an (16 Prozent). Als wichtigste Aufgaben werden hingegen die bessere Ausstattung des Bildungssektors, die Verbesserung der Pflege alter Menschen (jeweils 64 Prozent) und der Gesundheitsversorgung sowie der Schuldenabbau (jeweils 59 Prozent) erachtet.

Die Bundesregierung vermochte die Zufriedenheit mit ihrer Arbeit auf 26 Prozent (+2 im Vergleich zum Vormonat) leicht zu steigern. Gleichwohl  sind drei Viertel (73 Prozent) weiterhin unzufrieden mit Schwarz-Gelb. Regierungschefin Merkel (53 Prozent) und Finanzminister Schäuble (50 Prozent) konnten den höchsten Ansehensgewinn erzielen (jeweils +9). Die Spitzenposition hält jedoch weiter mit großem Abstand Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der von 76 Prozent (+1) der Bundesbürger für seine Arbeit gelobt wird und damit erneut einen Rekordwert erreicht. Auf dem zweiten Platz liegt Innenminister Thomas de Maizière, mit dessen Arbeit 54 Prozent (+1) zufrieden sind – seine bisher beste Bewertung.

Die guten Wirtschaftsdaten der letzten Monate sorgen für eine positive Einschätzung der Wirtschaftslage in Deutschland: 61 Prozent bewerten sie als sehr gut oder gut. Im Zuge dessen findet eine Mehrheit ein Einkommensplus von 6 Prozent, wie es die Gewerkschaften fordern,  angemessen (50 Prozent) oder sogar zu niedrig (7 Prozent).

In der politischen Stimmung kann allein die Union zulegen, die derzeit 36 Prozent der Stimmen auf sich vereint (+4 im Vergleich zum Vormonat). Die FDP hingegen verliert weiter an Rückhalt und fällt auf 4 Prozent (-1). Zuletzt lag die FDP im ARD-DeutschlandTREND vom Oktober 1999 unter der 5-Prozentmarke. SPD (26 Prozent, -1), Linke (9 Prozent, -1) und Grüne (19 Prozent, -2) haben ebenfalls Verluste zu verzeichnen. Damit liegt die Öko-Partei zum ersten Mal seit Anfang Oktober wieder unter der 20-Prozentmarke.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.005 Befragte
Sonntagsfrage: 1.505 Befragte
Fragen zu Lebensmitteln: 727 Befragte

Erhebungszeitraum:
03. bis 04. Januar 2011
Sonntagsfrage: 03. bis 05. Januar 2011
Fragen zu Lebensmitteln: 5. Januar 2011
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Fragen zu Lebensmitteln:
1,6* bis 3,7** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5% ** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap