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ARD-DeutschlandTREND

Juni 2011

Seit etwas mehr als einem Monat kommt es vor allem in Norddeutschland zu zahlreichen EHEC-Erkrankungen, die inzwischen auch einige Todesopfer gefordert haben. Obwohl die Quelle für den EHEC-Erreger bis heute nicht gefunden ist, reagieren die Bundesbürger überwiegend gelassen. Gut zwei Drittel machen sich wegen EHEC nur geringe bzw. keine Sorgen um ihre Gesundheit. Auch das Vertrauen in die Qualität der Lebensmittel ist trotz der EHEC-Krise ungebrochen. Ähnlich wie im Januar beurteilt eine große Mehrheit (76 Prozent, -4) die Qualität der Lebensmittel als sehr gut oder gut. Dennoch hat eine Mehrheit der Bundesbürger ihr Verhalten angesichts der zahlreichen EHEC-Infektionen umgestellt. Knapp zwei Drittel achten derzeit auf besondere Hygiene, etwa die Hälfte verzichtet auf rohe Tomaten, Gurken, Blattsalat und Sprossen. Das Krisenmanagement bei der EHEC-Epidemie findet eine überwiegend positive Resonanz, Positive und negative Bewertungen der Informationspolitik von Gesundheitsbehörden und Politik halten sich die Waage. mehr »

Seit etwas mehr als einem Monat kommt es vor allem in Norddeutschland zu zahlreichen EHEC-Erkrankungen, die inzwischen auch einige Todesopfer gefordert haben. Obwohl die Quelle für den EHEC-Erreger bis heute nicht gefunden ist, reagieren die Bundesbürger überwiegend gelassen. Gut zwei Drittel machen sich wegen EHEC nur geringe bzw. keine Sorgen um ihre Gesundheit. Auch das Vertrauen in die Qualität der Lebensmittel ist trotz der EHEC-Krise ungebrochen. Ähnlich wie im Januar beurteilt eine große Mehrheit (76 Prozent, -4) die Qualität der Lebensmittel als sehr gut oder gut. Dennoch hat eine Mehrheit der Bundesbürger ihr Verhalten angesichts der zahlreichen EHEC-Infektionen umgestellt. Knapp zwei Drittel achten derzeit auf besondere Hygiene, etwa die Hälfte verzichtet auf rohe Tomaten, Gurken, Blattsalat und Sprossen. Das Krisenmanagement bei der EHEC-Epidemie findet eine überwiegend positive Resonanz, Positive und negative Bewertungen der Informationspolitik von Gesundheitsbehörden und Politik halten sich die Waage.

 

Die Bundesregierung und die Länder haben in der letzten Woche entschieden, in den nächsten 10 Jahren alle Atomkraftwerke schrittweise abzuschalten. Diese schnelle Entscheidung wird von einer Mehrheit (54 Prozent) der Bevölkerung begrüßt. Das Jahr 2022 halten 44 Prozent der Deutschen für den richtigen Zeitpunkt, ein Drittel hätte sich einen früheren Ausstieg gewünscht. Ein Fünftel hält dies für zu früh. Die Kehrtwende von Union und FDP in der Energiepolitik ist nach Meinung von 57 Prozent der Bürger vor allem der Sorge vor möglichen Wahlniederlagen geschuldet. Lediglich ein Viertel (27 Prozent) glaubt, dass – wie von der Bundesregierung dargelegt - Zweifel an der Sicherheit der deutschen Kernkraftwerke Grund für den Ausstiegsbeschluss sind.

 

Knapp drei Viertel der Bürger (71 Prozent) sind nach eigener Aussage bereit, neue Hochspannungsleitungen und Windparks in ihrer Nachbarschaft in Kauf zu nehmen, wenn dadurch ein schneller Atomausstieg realisiert werden kann. Darüber hinaus sind zwei Drittel (65 Prozent) willens, für atomenergiefreien Strom höhere Preise zu bezahlen. Sehr ablehnend äußern sich die Deutschen allerdings zu einem atomaren Endlager (82 Prozent) in ihrer Region. In punkto Versorgungssicherheit macht sich die große Mehrheit der Deutschen (63 Prozent) keine Sorgen.

 

Das Ansehen der Regierung Merkel profitiert nicht vom positiven Wirtschaftsumfeld und den sinkenden Arbeitslosenzahlen. Sie wird weiterhin von einer deutlichen Mehrheit kritisch bewertet. In der aktuellen politischen Stimmung verliert die Union 2 Punkte im Vergleich zum Vormonat und käme aktuell auf 33 Prozent. Ihr Koalitionspartner FDP kann sich gegenüber Anfang Mai um 1 Punkt verbessern und läge bei 5 Prozent. De Grünen können einen Punkt zulegen und erreichen mit 24 Prozent einen neuen Rekordwert im DeutschlandTREND. Die Linke würde derzeit einen Stimmenanteil von 8 Prozent (+1) erzielen, während die SPD leicht verliert (25 Prozent, -1) und nur noch einen Punkt vor den Grünen liegt.

 

Die Beliebtheitsskala wird im Juni von einem Sozialdemokraten angeführt: Frank-Walter Steinmeier wird von 55 Prozent der Bevölkerung für seine politische Arbeit gelobt und bekleidet damit wieder wie im April Platz Eins. Nahezu gleichauf liegt Finanzminister Wolfgang Schäuble mit unverändert  54 Prozent Zustimmung, gefolgt von Verteidigungsminister Thomas de Maizière mit 53 Prozent und Peer Steinbrück mit 52 Prozent. Angela Merkel verliert im Vergleich zum Vormonat leicht: die Hälfte der Deutschen (50 Prozent, -2) äußert sich im Juni positiv zu ihrer politischen Arbeit.

Untersuchungsanlage
Grundgesamtheit:
Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren
Stichprobe:
Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe
Erhebungsverfahren:
Computergestützte Telefoninterviews (CATI)
Fallzahl:
1.007 Befragte
Sonntagsfrage: 1507 Befragte
Erhebungszeitraum:
6.6. - 7.6.2011
Sonntagsfrage: 6.6. - 8.6.2011
Fehlertoleranz:
1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%
Durchführendes Institut:
Infratest dimap