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Globaler Drogenkampf: Mehrheit der Deutschen zieht kritische Bilanz

Deutscher Hanfverband

Auftraggeber: DHV

Globaler Drogenkampf: Mehrheit der Deutschen zieht kritische Bilanz

Die Bundesbürger ziehen mit Blick auf den weltweiten Kampf gegen Drogen eine kritische Bilanz: Nur knapp jeder Fünfte (19 Prozent) bezeichnet das harte Vorgehen der Staaten gegen illegale Drogen als sehr (2 Prozent) oder eher erfolgreich (17 Prozent). Acht von zehn (77 Prozent) bezeichnen die bisher gewählten Maßnahmen dagegen als weniger (61 Prozent) oder gar nicht erfolgreich (16 Prozent).

Dieses negative Urteil durchzieht alle Bevölkerungsgruppen. Es eint zudem die Anhänger der im Bundestag vertretenen Parteien.

 

Schädigungspotenzial: Zwei Drittel halten Cannabis für nicht gefährlicher als Alkohol

In Deutschland besteht ein ausgeprägtes Bewusstsein dafür, dass die staatliche Entscheidung über Legalität oder Illegalität von Rauschmitteln nicht automatisch eine Aussage über deren Schädigungs-potenzial zulässt. Aufgefordert, Cannabis hinsichtlich seiner Gefährlichkeit mit Alkohol als legal beziehbarem Rauschmittel zu vergleichen, unterstellen nur 20 Prozent Cannabis eine größere Gefährlichkeit.

Zwei Drittel der Deutschen (66 Prozent) betrachten demgegenüber Cannabis nicht als gefährlicher: 46 Prozent gehen dabei von einem dem Alkohol vergleichbaren Schädigungspotenzial aus. 20 Prozent stufen Cannabis sogar als weniger gefährlich ein, darunter überdurchschnittlich viele junge Deutsche (18-29 Jahre: 35 Prozent; 60 Jahre und älter: 11 Prozent).

 

Cannabis: Deutsche distanziert gegenüber Lockerungen beim Alltagskonsum

Ungeachtet der Zweifel an einem erhöhten Schädigungspotenzial stehen die Deutschen Ideen zur Cannabis-Legalisierung nach dem Vorbild anderer Länder eher distanziert gegenüber. Sowohl ein Verzicht auf die strafrechtliche Verfolgung des Besitzes als auch die Ermöglichung eines legalen und regulierten Erwerbs findet in Deutschland zumindest derzeit keine Mehrheit. Den Besitz von geringen Cannabis-Mengen für den Eigenverbrauch wollen aber immerhin vier von zehn (39 Prozent) künftig nicht strafrechtlich verfolgt sehen. Jeder Dritte (30 Prozent) würde zudem die Einrichtung von Fachgeschäften begrüßen, in denen Volljährige, Cannabis legal und reguliert erwerben können.

Eine entscheidende Rolle in der Haltung zur Cannabis-Legalisierung spielt die Bewertung des Schädi-gungspotenzials. So begrüßen die Deutschen, denen Cannabis im Vergleich zu Alkohol als weniger gefährliches Rauschmittel gilt, Legalisierungspläne jeweils mehrheitlich. Demgegenüber fällt die Ablehnung immer dann besonders groß aus, wenn Cannabis als vergleichsweise gefährlich eingestuft wird. 

Politische Mehrheiten für eine Legalisierung des Besitzes und für den legalen Erwerb von Cannabis durch Volljährige finden sich am ehesten bei den Anhängern der Grünen, während in den Reihen der Union und SPD die Ablehnung jeweils deutlich überwiegt.

 

Cannabis: Mehrheit für erleichterten Zugang im Krankheitsfall

Während sich weiterhin eine Mehrheit der Deutschen mit Lockerungen beim Alltagskonsum von Cannabis eher schwer tut, findet die Forderung nach einem erleichterten Zugang für Patienten mit 82 Prozent eine deutliche Unterstützung. Auch in den Reihen von Union (76 Prozent) und SPD (85 Prozent) unterstützen deutlich Mehrheiten Änderungen bestehender Regelungen im Fall von Erkrankungen. Selbst diejenigen, die Cannabis im Vergleich zum Alkohol als gefährlicher bewerten, zeigen sich mit 67 Prozent mehrheitlich offen für entsprechende Anpassungen gesetzlicher Vorgaben.


Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe

Erhebungsverfahren:Computergestützte Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1.012 Befragte

Erhebungszeitraum:27. bis 29. Oktober 2014

Fehlertoleranz:1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 5%
** bei einem Anteilswert von 50%

Durchführendes Institut:infratest dimap