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FAQs

Häufig gestellte Fragen


 

Was ist die Sonntagsfrage?

Bei der Messung der politischen Stimmung vor oder zwischen Wahlen steht die "Sonntagsfrage" im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Der Fragentext lautet: "Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl* wäre?"

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt damit gleichsam einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Nicht nur legen sich immer mehr Wählerinnen und Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, auch hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen. Im Ergebnis kann sich die allgemeine Stimmung noch in den letzten Tagen entscheidend verändern.

*Bei Sonntagsfragen für einzelne Bundesländer wird hier die Art der Wahl, z.B. Landtagswahl oder Wahl zum Abgeordnetenhaus, genannt.

 


Mehr Informationen zur Sonntagsfrage finden Sie hier


 

Warum soll ich überhaupt mitmachen?

Repräsentativ ist eine Umfrage dann, wenn die Auswahl der Befragten möglichst in allen Kriterien die zu erforschende Personengruppe in verkleinertem Maßstab abbildet.  Dies ist am besten mit einer Zufallsstichprobe zu erreichen, bei der jeder Wahlberechtigte die gleiche Chance besitzt, befragt zu werden.
Sollten Sie von uns zufällig ausgewählt worden sein, ist es wichtig, dass Sie teilnehmen, auch wenn Sie sich vielleicht nicht für politische Themen interessieren. Denn die Meinung aller Wahlberechtigen soll wiedergegeben werden und nicht nur derjenigen, die Politik aufmerksam verfolgen oder bereits wissen, was sie wählen werden.

Sollten Sie gerade keine Zeit für die Durchführung des Interviews haben, wird Sie der Interviewer fragen, ob er Sie zu einer anderen Zeit nochmals anrufen darf. Wir würden uns freuen, wenn Sie auf dieses Angebot eingehen könnten.


 

Wie kommen Sie an meine Telefonnummer?

Die Telefonnummern, die wir verwenden, werden vom Computer per Zufall ermittelt. So erreichen wir auch Personen, die ihre Nummer nicht im Telefonbuch eintragen lassen.


 

Was passiert mit meinen Daten?

Ihre Antworten auf unsere Fragen werden vom Interviewer direkt elektronisch erfasst und mit den Antworten anderer Befragter zusammen ausgewertet.
Ihre Antworten werden von der Telefonnummer getrennt, so ist eine Rückverfolgung der Daten einzelner Personen nicht möglich. Ihre Angaben werden ausschließlich in anonymisierter Form verwendet.


 

Ich habe mitgemacht, jetzt möchte ich die Ergebnisse einsehen?

Wenn Sie von uns befragt wurden, bekommen Sie bereits vor Beginn der Befragung einen Hinweis, wann und wo die Umfragen veröffentlicht werden. Beispielsweise werden die Ergebnisse des ARD-DeutschlandTRENDs in der Regel donnerstags abends in den Tagesthemen im Ersten veröffentlicht. Sie finden die Ergebnisse zugleich immer auch auf unserer Webseite: www.infratest-dimap.de.


 

Ich möchte gerne befragt werden, geht das?

Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Arbeit und darüber, dass Sie aktiv Ihre Meinung einbringen wollen.
Entscheidend für eine repräsentative Untersuchung ist jedoch, dass Personen unabhängig davon, wie stark  sie an Umfragen und dem konkreten Thema interessiert sind, an unseren Erhebungen teilnehmen.
Aus diesen Gründen ist eine Selbstrekrutierung ausgeschlossen.


 

Wie kommen repräsentative Stichproben zustande?

Aus finanziellen und organisatorischen Gründen ist es nicht möglich, Millionen oder Hunderttausende Wahlberechtigte zu befragen. Die Wahlforschung arbeitet daher generell mit "Stichproben". Befragt wird lediglich eine kleine Auswahl von Personen, zum Beispiel 1000, die für viele Millionen wahlberechtigte Bundesbürger stehen. Repräsentativ ist eine Umfrage dann, wenn die Auswahl der Befragten möglichst alle Merkmale der zu erforschenden Personengruppe in verkleinertem Maßstab abbildet. Das Ziel, ein kleines Abbild des Ganzen zu bekommen, ist am besten mit einer Zufallsstichprobe zu erreichen. Sie stellt einerseits sicher, dass jeder einzelne Wahlberechtigte oder jeder einzelne Wähler prinzipiell die gleiche Chance besitzt, befragt zu werden, andererseits garantiert sie, dass Interviewer keinen subjektiven Einfluss auf die Auswahl der Befragten haben.


 

Wie viele Personen muss eine Stichprobe umfassen, um brauchbare Ergebnisse zu erzielen?

Bei einer Zufallsstichprobe hängt die Genauigkeit einer Befragung  von der Anzahl der befragten Personen ab. Faustregel: Eine Vervierfachung der Befragten halbiert die zufällige Abweichung.
Exit Polls – also Erhebungen unter Wählern unmittelbar nach Verlassen der Wahlräume -  sind in Bezug auf das Wahlverhalten genauer als Erhebungen in der Zwischen- und Vorwahlzeit, die aktuelle Stimmungsbilder aber keine tatsächliche Wahlentscheidung liefern.
Bei Vorwahlerhebungen befragt infratest dimap in der Regel 1.000 Wahlberechtigte, am Wahlsonntag bei Landtags-, Bundestags- und Europawahlen nehmen an der Exit Poll zwischen 15.000 und 100.000  Wähler teil.


 

Worin besteht der Unterschied zwischen einer Prognose und einer Hochrechnung am Wahltag?

Prognosen und Hochrechnung am Wahltag haben eines gemeinsam: Sie dienen dem Zweck, bereits vor der Bekanntgabe des amtlichen Endergebnisses möglichst genaue Aussagen über den Wahlausgang (Wahlsieger, Koalitionsmöglichkeiten) treffen zu können.
 Eine Prognose, die unmittelbar nach Schließung der Wahllokale im Fernsehen bekannt gegeben wird, basiert in der Regel auf einer Exit Poll  in einer repräsentativen Auswahl von Stimmbezirken. Dagegen fließen in die später veröffentlichten Hochrechnungen die von den amtlichen Wahlvorständen ausgezählten Ergebnisse ein. Sobald diese Stimmen in den ausgewählten Wahllokalen ausgezählt sind, werden sie von unseren "Korrespondenten" vor Ort an das Wahlstudio durchgegeben. Dort rechnen die Wahlforscher die übermittelten Teilergebnisse in ein wahrscheinliches Gesamtergebnis "hoch". Im Verlauf des Wahlabends ergänzen immer mehr Ergebnisse aus den Stimmbezirken und später aus den Wahlkreisen die Datenbasis und ermöglichen damit schrittweise immer genauere Hochrechnungen.


 

Was ist eine Wählerwanderung?

Die Wählerwanderungsbilanz bietet die Möglichkeit, über die Veränderungen des Wahlergebnisses hinaus, Wählerströme abzubilden. Von besonderem Interesse sind hierbei die Salden der Austauschbewegungen zwischen den Parteien (Saldo = Differenz aus Zugewinn und Verlust).
So kann bei Verlusten einer Partei gezeigt werden, zu welchen Parteien  ihre Wähler besonders stark abgewandert sind. Zur Berechnung der Wählerwanderungsbilanz werden anhand der Ergebnisse der Fragen nach aktueller und voriger Wahlentscheidung Wanderungsströme zwischen den Parteien bzw. "Haltequoten“ geschätzt.

In der Wanderungsbilanz von infratest dimap wird ferner berücksichtigt, dass sich die Wählerschaft zwischen zwei Wahlen verändert und zwar einerseits durch den Zuzug bzw. Wegzug von Wählern und andererseits durch neu hinzugekommene Wähler (Erstwähler) bzw. den Tod früherer Wähler. Weiterhin wird die Gruppe der Nichtwähler in die Bilanz einbezogen.
Die Annahmen über Größenordnung und Wahlverhalten dieser Gruppen beruhen auf amtliche Repräsentativstatistiken der letzten Wahlen, amtlichen Bevölkerungsstatistiken, repräsentativen Vorwahlerhebungen und der Exit Poll.


 

Worin besteht der Unterschied zwischen einer Vorwahlerhebung und einer Wahltagsbefragung?

Eine Vorwahlerhebung misst die politische Stimmung in den Jahren, Monaten und Wochen vor den Wahlen. Ermittelt werden die öffentliche Meinung zu politischen Themen, das Urteil zu Politikern und Parteien und die Parteineigung zum Zeitpunkt der Befragung - letztere Ergebnisse werden regelmäßig als so genannte "Sonntagsfrage" veröffentlicht.
Die Befragungen finden in der Regel als computergestützte Telefonerhebung (CATI) statt, da diese gegenüber anderen Erhebungsverfahren eine Reihe entscheidender Vorteile hat. Sie garantiert eine sehr hohe Datenqualität aufgrund

  • einer sehr guten regionalen Aussteuerung der Stichprobe,
  • der Möglichkeit zur gezielten Schulung und direkten Betreuung der Interviewer,
  • der kontinuierlichen Qualitätsprüfung im zentralen Telefonstudio,
  • der optimalen Abbildung auch hochmobiler Bevölkerungsschichten,
  • der automatischen Filterführungen und Datenprüfung,
  • und einer kurzen Erhebungsdauer, die eine zeitnahe Veröffentlichung zu aktuellen Fragestellungen ermöglicht.

Zu den wichtigsten Vorwahlerhebungen von infratest dimap gehören der DeutschlandTREND und die LänderTRENDs.

Eine Exit Poll misst hingegen die Wahlentscheidung unmittelbar nach Stimmabgabe am Wahltag. Sie ist die Basis für die 18 Uhr-Prognose sowie die Wählerwanderung und beantwortet darüber hinaus die Frage nach dem Wahlverhalten in Teilgruppen (Wahlverhalten nach Geschlecht, Alter und Region) und zum Teil nach Wahlmotiven.

Im Vorfeld wird eine repräsentative Auswahl von Stimmbezirken getroffen. Dort stehen unsere Wahlkorrespondenten von der Öffnung bis zur Schließung der Wahllokale. Über den gesamten Tag hinweg sprechen sie die Wählerinnen und Wähler nach Verlassen des Wahlraumes an und bitten diese einen kurzen Fragebogen selbst auszufüllen. Die Angaben zum Wahlverhalten sowie zu Alter, Geschlecht, Bildung und wenigen weiteren Fragen werden mehrmals am Tag übermittelt und  zentral ausgewertet. Die erfassten Merkmale ermöglichen keine Identifizierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, so dass die Anonymität gewährleistet ist.