Menu

LänderTREND

Niedersachsen November 2018 im Auftrag des NDR

Sonntagsfrage: SPD und CDU mit Tiefständen, Grüne mit Rekordwert

Sonntagsfrage: SPD und CDU mit Tiefständen, Grüne mit Rekordwert

Positive Grundstimmung in Niedersachsen

Positive Grundstimmung in Niedersachsen

Rot-Schwarz: Deutliche Mehrheit zufrieden

Rot-Schwarz: Deutliche Mehrheit zufrieden

Rot-Schwarz: Zuspruch in der Haushaltspolitik und inneren Sicherheit, Schul- und Bildungspolitik bleibt Sorgenkind

Rot-Schwarz: Zuspruch in der Haushaltspolitik und inneren Sicherheit, Schul- und Bildungspolitik bleibt Sorgenkind

Koalitionsparteien: SPD schlechter als 2017 bewertet

Koalitionsparteien: SPD schlechter als 2017 bewertet

Weil populärster Landespolitiker, Oppositionspolitiker mit Bekanntheitsdefiziten

Weil populärster Landespolitiker, Oppositionspolitiker mit Bekanntheitsdefiziten

Politikerzufriedenheit

Politikerzufriedenheit

Kompetenzen: SPD unter Druck, CDU profitiert vom Wirtschaftsressort, Grüne legen deutlich zu

Kompetenzen: SPD unter Druck, CDU profitiert vom Wirtschaftsressort, Grüne legen deutlich zu

Parteikompetenzen Fortsetzung

Parteikompetenzen Fortsetzung

Sonntagsfrage: SPD und CDU mit Tiefständen, Grüne mit Rekordwert

Sonntagsfrage: SPD und CDU mit Tiefständen, Grüne mit Rekordwert

Positive Grundstimmung in Niedersachsen

Positive Grundstimmung in Niedersachsen

Rot-Schwarz: Deutliche Mehrheit zufrieden

Rot-Schwarz: Deutliche Mehrheit zufrieden

Rot-Schwarz: Zuspruch in der Haushaltspolitik und inneren Sicherheit, Schul- und Bildungspolitik bleibt Sorgenkind

Rot-Schwarz: Zuspruch in der Haushaltspolitik und inneren Sicherheit, Schul- und Bildungspolitik bleibt Sorgenkind

Koalitionsparteien: SPD schlechter als 2017 bewertet

Koalitionsparteien: SPD schlechter als 2017 bewertet

Weil populärster Landespolitiker, Oppositionspolitiker mit Bekanntheitsdefiziten

Weil populärster Landespolitiker, Oppositionspolitiker mit Bekanntheitsdefiziten

Politikerzufriedenheit

Politikerzufriedenheit

Kompetenzen: SPD unter Druck, CDU profitiert vom Wirtschaftsressort, Grüne legen deutlich zu

Kompetenzen: SPD unter Druck, CDU profitiert vom Wirtschaftsressort, Grüne legen deutlich zu

Parteikompetenzen Fortsetzung

Parteikompetenzen Fortsetzung

Positive Grundstimmung in Niedersachsen

Gut ein Jahr nach der letzten Landtagswahl überwiegt in Niedersachsen eine positive Grundstimmung. Ähnlich wie im Herbst 2017 blickt eine Mehrheit von 62 Prozent (+5) zuversichtlich auf die Verhältnisse im eigenen Bundesland. 30 Prozent sehen dagegen Anlass zur Sorge (-3). Ein optimistisches Bild besteht bei den Anhängern aller Landtagsparteien mit Ausnahme der AfD. Deren Anhänger sind auch in Niedersachsen weiterhin mehrheitlich beunruhigt.

 

Rot-Schwarz: Deutliche Mehrheit zufrieden

Seit November 2017 regiert in Hannover eine Koalition aus SPD und CDU. Mit den Leistungen des schwarz-roten Kabinetts sind nach einem Jahr Regierungsarbeit knapp zwei Drittel der Niedersachsen (64 Prozent) sehr zufrieden bzw. zufrieden. Ein Drittel (34 Prozent) übt Kritik. Damit wird Rot-Schwarz ähnlich positiv bewertet wie die rot-grüne Vorgängerregierung unmittelbar vor der Landtagswahl vor einem Jahr (63 Prozent). Zugleich gehört das Kabinett in Hannover im bundesweiten Vergleich zu den gegenwärtig populärsten deutschen Landesregierungen. Wie zuletzt die Regierungen in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland genießt ebenso das niedersächsische Kabinett weit über die eigenen Reihen hinaus hohes Ansehen. Ein positives Regierungsurteil überwiegt bei den Anhängern der Grünen deutlich (65:34 Prozent). In den FDP-Reihen findet die Landesregierung immerhin bei jedem Zweiten Anklang (52:48 Prozent). Allein die niedersächsischen AfD-Anhänger stehen der Landesregierung (18:80 Prozent) deutlich kritisch gegenüber.

 

Rot-Schwarz: Zuspruch in der Haushaltspolitik und inneren Sicherheit, Schul- und Bildungspolitik bleibt Sorgenkind

Hinter der positiven Gesamtbewertung der schwarz-roten Regierungsarbeit verbergen sich unterschiedliche Urteile auf einzelnen Regierungsfeldern. Wie das rot-grüne Vorgängerbündnis punktet auch die aktuelle Koalition in der Haushalts- und Finanzpolitik (51 Prozent; -5), wenn auch nicht ganz so stark wie im Landtagswahljahr 2017. In der Kriminalitäts- und Verbrechensbekämpfung (50 Prozent; +8) schneidet die Landesregierung im Bürgerurteil ebenfalls gut ab und überzeugt mehr Wahlberechtigte als zuletzt Rot-Grün.

Im Vergleich hierzu tut sich die Landesregierung in der Verkehrs-, Infrastruktur- und Digitalpolitik dagegen schwer (31 Prozent). Dies gilt ebenso für Landwirtschafts- und Verbraucherschutzfragen (35 Prozent; -9), wo mit dem Regierungswechsel in Hannover die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger abgenommen hat. Das Sorgenkind der Niedersachsen bleibt aber auch unter der neuen Landesregierung die Schul- und Bildungspolitik, mit der ähnlich wie 2017 nur etwa jeder vierte Wahlberechtigte (26 Prozent; +2) zufrieden ist, während zwei Drittel (67 Prozent) Kritik üben. 

Koalitionsparteien: SPD schlechter als 2017 bewertet

Die positive Gesamtbewertung der rot-schwarzen Landesregierung wird etwas stärker von der SPD als von der CDU getragen. 48 Prozent der Wahlberechtigten stellen den niedersächsischen Sozialdemokraten ein positives Zeugnis für ihre Regierungsarbeit aus, während die Leistungen der CDU nach einem Jahr Koalitionszugehörigkeit bei 42 Prozent der Niedersachsen Anklang finden. Allerdings bleibt die aktuelle Zufriedenheit mit der SPD-Regierungsarbeit merklich hinter der vom vergangenen Jahr zurück. Unmittelbar vor der Landtagswahl überzeugte die SPD mehr als die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger (55 Prozent).

 

 Weil populärster Landespolitiker, Oppositionspolitiker mit Bekanntheitsdefiziten

Das vergleichsweise bessere Abschneiden der SPD im Koalitionsurteil der Niedersachsen geht nicht zuletzt zurück auf die unverändert hohe Popularität des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten im Bundesland: Mit der Arbeit von Stephan Weil sind ähnlich wie vor einem Jahr knapp zwei Drittel der Niedersachsen (64 Prozent, +1) zufrieden. Bernd Althusmann hat im Amt des Wirtschaftsministers an Popularität hinzugewonnen. Der CDU-Politiker überzeugt aktuell die Hälfte der Wahlberechtigten (50 Prozent, +8), hätte aber bei einer Direktwahl zum Ministerpräsidenten gegenüber dem Amtsinhaber weiterhin das Nachsehen: 53 Prozent präferieren den SPD-Politiker im Amt des Ministerpräsidenten, 26 Prozent den CDU-Politiker. Vor der Landtagswahl 2017 hatten sich 50 Prozent für Stephan Weil und 35 Prozent für Bernd Althusmann ausgesprochen.

Anders als der SPD-Ministerpräsident und sein CDU-Stellvertreter im Kabinett kämpfen die Spitzen der Landtagsopposition mit erkennbaren Bekanntheitsproblemen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Anja Piel und der FDP-Fraktionsvorsitzende Stefan Birkner sind jeweils sechs von zehn Niedersachsen kein Begriff. Noch größere Bekanntheitsdefizite betreffen die AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag Dana Guth, mit deren Namen gegenwärtig drei von vier Wahlberechtigten nichts anfangen können. Anja Piel von den Grünen überzeugt letztlich 22 Prozent (+3 gegenüber Oktober 2017) der Wahlberechtigten, Stefan Birkner von der FDP 18 Prozent

(-2). Dana Guth von der AfD wird von 7 Prozent der Niedersachsen positiv bewertet.

Kompetenzen: SPD unter Druck, CDU profitiert vom Wirtschaftsressort, Grüne legen deutlich zu

Während der SPD-Ministerpräsident in Niedersachsen ein ähnlich großes Vertrauen genießt wie zur Landtagswahl, sind die SPD-Kompetenzwerte gegenüber Herbst 2017 rückläufig. Dies gilt insbesondere für die Wirtschaftspolitik, die Landwirtschafts- und Verbraucherschutzpolitik sowie für die Flüchtlings- und Ausländerpolitik, betrifft aber auch andere Themenfelder. Das weiterhin größte Sachvertrauen genießt die SPD in Niedersachsen beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit (39 Prozent, -5) sowie in der Arbeitsmarktpolitik (37 Prozent, -1). Weniger groß ist der SPD-Kompetenzvorsprung in der Schul- und Bildungspolitik (29 Prozent, -5) sowie in der Flüchtlings- und Ausländerpolitik (26 Prozent, -6). In der Wirtschaftspolitik (26 Prozent, -10) und bei der inneren Sicherheit (25 Prozent, -4) liegt die SPD im Kompetenzurteil der Niedersachen wie zur Landtagswahl deutlich hinter der CDU. In der Energie- und Umweltpolitik (16 Prozent) bliebt sie hinter den Grünen, in der Landwirtschafts- und Verbraucherschutzpolitik (13 Prozent, -7) rangiert sie wie gehabt hinter Grünen und CDU auf Platz Drei.

Auch der Koalitionspartner CDU sieht sich gegenüber 2017 mit Kompetenzeinbußen konfrontiert. Allerdings hat die CDU die Übernahme des Wirtschaftsressorts zur Profilierung nutzen können. In Wirtschaftsfragen (46 Prozent, +5) legt die CDU gegen den Landestrend zu. Außerhalb der Wirtschaftspolitik punktet sie wie gehabt in der inneren Sicherheit (40 Prozent, -4). Auf allen anderen Politikfeldern sind die Christdemokraten dagegen nicht die erste Wahl der Bürgerinnen und Bürger. Bei der Lösung der wichtigsten Aufgaben in Niedersachsen bleibt die CDU im Bevölkerungsurteil knapp hinter der SPD zurück (29:31 Prozent).  

Die niedersächsischen Grünen haben ihre Kompetenzschwerpunkte nach wie vor in der Energie- und Umweltpolitik (51 Prozent) bzw. in der Landwirtschafts- und Verbraucherschutzpolitik (44 Prozent, +3), wo jeweils etwa jeder zweite Niedersachse auf die Öko-Partei setzt. Die Grünen gewinnen gegenüber 2017 aber insbesondere außerhalb ihrer klassischen Themenfelder Sachvertrauen hinzu. Hierzu gehören der Einsatz für soziale Gerechtigkeit (16 Prozent, +11) sowie die Schul- und Bildungspolitik (14 Prozent, +8), aber auch die Flüchtlings- und Ausländerpolitik (14 Prozent, +5). Im Ergebnis ist auch das Gesamtvertrauen in die Grünen, die wichtigsten Aufgaben im Bundesland lösen zu können, erkennbar gestiegen (12 Prozent, +8). 

Während die Grünen deutlich an Sachvertrauen zulegen, büßen die Liberalen gegenüber 2017 Kompetenzen ein. Lediglich in der Wirtschaftspolitik bindet die niedersächsische FDP derzeit sichtbares Vertrauen (6 Prozent, -5). Die AfD liegt im Kompetenzurteil der Niedersachsen unverändert. Ihr werden weiterhin vor allem in der Flüchtlings- und Ausländerpolitik sowie bei der inneren Sicherheit (jeweils 6 Prozent, jeweils +/-0) Kompetenzen zugewiesen.  

Sonntagsfrage: SPD und CDU mit Tiefständen, Grüne mit Rekordwert

Ungeachtet der Popularität des Ministerpräsidenten tut sich die SPD aktuell schwer, an ihr Landtagswahlergebnis vom vergangenen Herbst (36,9 Prozent) anzuschließen. Bei einer Wahl zum jetzigen Zeitpunkt hätten die niedersächsischen Sozialdemokraten 26 Prozent in Aussicht und würden hinter die CDU zurückfallen. Auch die Christdemokraten könnten ihr Landtagswahlergebnis vom vergangenen Herbst (33,6 Prozent) nicht halten, wären mit 28 Prozent aber momentan stärkste landespolitische Kraft. Von der Schwäche der beiden Volksparteien profitieren insbesondere die Grünen. Sie würden ihr Landtagswahlergebnis vom Oktober 2017 (8,7 Prozent) fast verdreifachen und kämen derzeit auf 24 Prozent. Die AfD läge aktuell ebenfalls besser als zur Landtagswahl (6,2 Prozent) und hätte 9 Prozent in Aussicht, während die FDP Wählerrückhalt einbüßt und auf 6 Prozent käme. Alle anderen Parteien würden an der Sperrklausel scheitern, darunter auch die Linke mit 4 Prozent (2017: 4,6 Prozent). 

 

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristiger vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Niedersachsen

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:15.-20. November 2018

Erhebungszeitraum:1006 Befragte

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Uwe Meergans
Senior Projektleiter Meinungs- und Wahlforschung

uwe.meergans @infratest-dimap.de