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LänderTREND

Baden-Württemberg im Auftrag des SWR und der Stuttgarter Zeitung

Mehrheit hält bestehende Corona-Maßnahmen für ausreichend

Die aktuell steigenden Corona-Infektionszahlen befeuern die Diskussion um neue Alltagsauflagen. Gut jeder Vierte in Baden-Württemberg (27 Prozent) wünscht sich eine Verschärfung von Corona-Maßnahmen. 59 Prozent halten die geltenden Beeinträchtigungen trotz des Infektionsgeschehens für bislang ausreichend. Dass der aktuelle Stand an Corona-Vorgaben übertrieben wäre, glaubt nur jeder Achte (12 Prozent). Ihnen gehen die bestehenden Maßnahmen bereits zu weit. 

Vier von zehn in Sorge um weitere wirtschaftliche Entwicklung

Die Corona-Pandemie prägt die Konjunktureinschätzung der Baden-Württemberger. Die auf dem Höhepunkt der ersten Infektionswelle im Frühjahr sichtbare Besorgnis ist zwar wieder größerem Optimismus gewichen. Statt 56 Prozent wie im April blicken allerdings nach wie vor 42 Prozent mit Unbehagen auf die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Monate und machen sich entsprechend große bzw. sehr große Sorgen.  

Zufriedenheit mit Landesregierung bleibt hoch

Das Corona-Krisenmanagement der letzten Monate beeinflusst in Baden-Württemberg – wie in anderen Bundesländern und nicht zuletzt im Bund – die Wahrnehmung der Regierungsarbeit insgesamt. Die Stuttgarter Koalition aus Grünen und CDU überzeugte mit ihren Leistungen bereits seit Amtsantritt eine Mehrheit im Bundesland. Aktuell äußern sich 67 Prozent (+1 zu März) der Wahlberechtigten positiv zur Regierungsarbeit, der beste Wert für das Landeskabinett in der laufenden Legislaturperiode. Nach wie vor überzeugt die Landesregierung nicht nur in den Reihen von Grünen- (87 Prozent) und CDU-Anhängern (81 Prozent). Auch sieben von zehn SPD-Anhängern (71 Prozent) äußern sich wohlwollend. Mehrheitliche Kritik kommt allein aus den Reihen der AfD (22:74 Prozent).     

Kretschmann bleibt klarer Wunschkandidat im Ministerpräsidentenamt

Eine zentrale Säule des Regierungsvertrauens im Bundesland bildet der Grünen-Ministerpräsident. Ähnlich wie im Frühjahr stellen drei Viertel der Wahlberechtigten (77 Prozent; -1 zu April) Winfried Kretschmann ein positives Zeugnis aus. Seine CDU-Kontrahentin zur Landtagswahl 2021, Kultusministerin Susanne Eisenmann, überzeugt 24 Prozent (-5 zu April), allerdings können  vier von zehn zu Ihrer Person derzeit kein Urteil abgeben. Der Grünen-Politiker bleibt zugleich der klare Wunschkandidat für das Ministerpräsidentenamt: Kaum verändert zum Vorjahr favorisieren ihn 66 Prozent (-3) als Regierungschef, 13 Prozent (+/-0) ziehen die CDU-Politikerin vor.

Oppositionsspitzen mit Bekanntheitsproblemen

Die Spitzen der Landtagsopposition tun sich im Urteil der baden-württembergischen Wahlberechtigten weiterhin schwer, auch weil sie durchweg gegen Bekanntheitsprobleme kämpfen: Jeweils mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten kann zu den Oppositionsspitzen im Stuttgarter Landesparlament kein Urteil abgeben. Zum SPD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Stoch äußern sich momentan 17 Prozent (-3 zu März) zufrieden, zum FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke 15 Prozent (-1 zu März). AfD-Fraktionsvorsitzender Bernd Gögel überzeugt unverändert 8 Prozent. 

Sonntagsfrage: wenig Bewegung in der landespolitischen Stimmung

In der landespolitischen Stimmung ergeben sich zum Frühjahr nur wenig Bewegungen. Wie im April hätten die Grünen bei einer aktuellen Landtagswahl 34 Prozent in Aussicht. Die Christdemokraten geben im gleichen Zeitraum 1 Punkt ab und könnten mit 29 Prozent rechnen. Ebenfalls 1 Punkt büßt die AfD ein. Sie käme derzeit wie die SPD (+/-0) auf 11 Prozent. Die FDP liegt wie im April bei 6 Prozent. Alle anderen Parteien bliebe der Einzug in den Stuttgarter Landtag verwehrt, darunter die Linke, die derzeit 4 Prozent erzielen würde.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte in Baden-Württemberg

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1.001 Befragte

Erhebungszeitraum:08. bis 13. Oktober 2020

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Anja Miriam Simon

anja.simon @infratest-dimap.de