Baden-WürttembergTREND Februar 2021

Repräsentative Studie im Auftrag des SWR und der Stuttgarter Zeitung

Zufriedenheit mit Kretschmann rückläufig, bei Direktwahlfrage aber mit weitem Abstand vor Eisenmann

Eine zentrale Säule des Regierungsvertrauens im Bundesland bildet nach wie vor der Grünen-Ministerpräsident. Im Vergleich zu Oktober wird seine Arbeit schlechter bewertet (-8), nach wie vor stellt aber eine deutliche Mehrheit der Baden-Württemberger Winfried Kretschmann ein positives Zeugnis aus: 69 Prozent zeigen sich sehr zufrieden oder zufrieden. Kultusministerin und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann hat im Urteil der Baden-Württemberger einen deutlich schwereren Stand und überzeugt aktuell nur 23 Prozent (-1) mit ihrer Arbeit. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) ist zudem weniger oder gar nicht zufrieden mit der Arbeit der Kultusministerin. 

Der Grünen-Politiker bleibt auch der Wunschkandidat der meisten Baden-Württemberger für das Ministerpräsidentenamt: Kaum verändert zu Oktober favorisieren ihn aktuell zwei Drittel der Wahlberechtigten (65 Prozent, -1) als Regierungschef, nur 16 Prozent (+3) ziehen die CDU-Politikerin dem Amtsinhaber vor. Kretschmann kann damit wenige Wochen vor der Landtagswahl bei der Direktwahlfrage einen noch größeren Abstand zur Herausforderin verbuchen als im Februar 2016 gegenüber dem damaligen CDU-Spitzenkandidaten Guido Wolf (63:21 Prozent).

Die Spitzen der Landtagsopposition tun sich im Urteil der baden-württembergischen Wahlberechtigten weiter schwer, auch weil sie durchweg mit Bekanntheitsdefiziten zu kämpfen haben. Dennoch kann der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Stoch im Vergleich zu Oktober zulegen: Momentan äußern sich 23 Prozent (+6) zufrieden zu seiner Arbeit. Damit bewegt sich Stoch auf dem gleichen Niveau wie CDU-Spitzenkandidatin Eisenmann. Zum FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke äußern sich kaum verändert 16 Prozent (+1) positiv. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Bernd Gögel überzeugt kaum verändert 7 Prozent (-1).

Jeder Zweite spricht sich für Grünen-geführte Landesregierung aus

Im Gegensatz zum Amt des Ministerpräsidenten, bei dem eine klare Präferenz für den Amtsinhaber besteht, ist die Präferenz für eine Grünen-geführte Landesregierung deutlich schwächer ausgeprägt: nach Ansicht jedes zweiten Baden-Württembergers (50 Prozent) sollte die nächste Landesregierung wieder von den Grünen geführt werden. Jeder dritte Wahlberechtigte (34 Prozent) sähe nach der Landtagswahl lieber eine CDU-geführte Regierung.

Sonntagsfrage: Grüne weiter vorne, CDU mit Verlusten

Knapp sechs Wochen vor der Landtagswahl kommt Bewegung in die politische Stimmung. Wenn an diesem Sonntag in Baden-Württemberg Landtagswahl wäre, hätten die Grünen 34 Prozent in Aussicht (-1 zu Dezember 2020). Die Christdemokraten geben im gleichen Zeitraum 3 Punkte ab und könnten aktuell mit 27 Prozent rechnen. Die AfD büßt ebenfalls ein und läge mit 10 Prozent (-1) momentan auf dem vierten Platz. Einen Punkt zulegen kann die SPD und hätte derzeit 11 Prozent der Stimmen in Aussicht. Die FDP kann zwei Punkte zulegen und käme damit auf 9 Prozent. Alle anderen Parteien bliebe der Einzug in den Stuttgarter Landtag verwehrt, darunter die Linke, die unverändert zur letzten Erhebung 3 Prozent erzielen würde.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

Außerdem im aktuellen Baden-WürttembergTREND:

  • Wichtigste Probleme: Corona vorn, gefolgt von Bildung und Wirtschaft
  • Positive Grundstimmung überwiegt, Sorge um Wirtschaft nimmt deutlich zu
  • Zuspruch zu Corona-Maßnahmen überwiegt, zum Corona-Krisenmanagement rückläufig
  • Sechs von Zehn mit der Regierungsarbeit insgesamt zufrieden

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Kontakt
Anja Miriam Simon

Baden-Württemberg

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Baden-Württemberg

Stichprobe

Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren

Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl

1.000 Befragte

Erhebungszeitraum

29. Januar bis 02. Februar 2021

Schwankungsbreite

liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

© infratest dimap

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