Baden-WürttembergTREND Oktober 2021

Repräsentative Studie im Auftrag des SWR und der Stuttgarter Zeitung

Sonntagsfrage: Grüne und CDU mit Verlusten, SPD nach Zugewinnen auf Platz 2

Rund fünf Monate nach der Landtagswahl sind die Grünen in der politischen Stimmung in Baden-Württemberg weiterhin stärkste Kraft, sie würden mit 27 Prozent aber ihr Rekordergebnis vom März (Landtagswahl: 32,6 Prozent) deutlich verfehlen. Gleiches gilt für die CDU, die bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt mit 17 Prozent deutlich unter ihrem bisherigen Rekordtief aus dem März (24,1 Prozent) bliebe und erstmals im Baden-WürttembergTREND unter 20 Prozent fällt. Für beide Regierungsparteien hat sich jedoch auch die bundespolitische Stimmung im Vergleich zu März verschlechtert.

Anders die SPD, die mit bundespolitischem Rückenwind deutlich besser als bei der Landtagswahl (11,0 Prozent) abschneiden würde und mit aktuell 20 Prozent vor der CDU auf Platz 2 läge. Auch die FDP würde mit 15 Prozent ihr Ergebnis aus dem März (Landtagswahl: 10,5 Prozent) übertreffen. Die AfD käme ähnlich wie im Frühjahr auf 9 Prozent (Landtagswahl: 9,7 Prozent). Die Linke (Landtagswahl: 3,6 Prozent) und die Freien Wähler (Landtagswahl: 3,0 Prozent) hätten ebenfalls ähnlich wie im März jeweils 3 Prozent in Aussicht. Die Sonstigen Parteien kämen zusammengenommen auf 6 Prozent.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen sein kann. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Mehrheit zufrieden mit grün-schwarzer Landesregierung

Aus der Landtagwahl am 14. März sind die Grünen mit 32,6 Prozent erneut als stärkste politische Kraft hervorgegangen. Neben der Fortsetzung des grün-schwarzen Regierungsbündnisses war auch eine Grünen-geführte Ampel-Koalition rechnerisch möglich. Nach ersten Sondierungsgesprächen traten die Grünen Anfang April in Koalitionsverhandlungen mit der CDU ein, am 12. Mai wurde die grün-schwarze Landesregierung vereidigt und Winfried Kretschmann erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Rund fünf Monate nach Amtsantritt zeigt sich eine Mehrheit der Baden-Württemberger zufrieden mit der bisherigen Leistung der Landesregierung. Ähnlich wie im Vorfeld der Landtagwahl äußern sich aktuell 58 Prozent (+1 im Vergleich zu März 2021) der Wahlberechtigten lobend über das Stuttgarter Kabinett, 38 Prozent (-2) sind hingegen weniger oder gar nicht zufrieden. Im Ländervergleich liegt die Landesregierung damit im Mittelfeld. Mehrheitlich wohlwollend urteilen sowohl die Anhänger der regierenden Grünen (88 Prozent) und CDU (74 Prozent) als auch die Anhänger der SPD (66 Prozent). Unter den FDP-Anhängern halten sich Lob und Kritik in etwa die Waage (46:51 Prozent), in den Reihen der AfD (14:86) überwiegt die Kritik hingegen deutlich.

Klima- und Umweltschutz: Mehrheit für klimafreundliche Mobilität, höhere Preise jedoch umstritten

Klima- und Umweltschutzaspekte sind aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger von hoher Relevanz, die Maßnahmen zu deren Erreichung allerdings umstritten. Auf vergleichsweise hohe Akzeptanz stoßen in Baden-Württemberg Maßnahmen zur Förderung klimafreundlicher Mobilität: Knapp drei Viertel der Wahlberechtigten in Baden-Württemberg (72 Prozent) erachten eine Preiserhöhung für Flugreisen als richtig. Auch ein Tempolimit auf Autobahnen findet mehrheitlich Akzeptanz (60:38 Prozent). Die aktuell diskutierte Anhebung des Benzinpreises findet allerdings nur bei jedem Vierten (26:71 Prozent) Unterstützung und auch der Umstieg vom Verbrenner auf Elektromobilität stößt bislang mehrheitlich auf Widerspruch (32:59 Prozent). Jeder Zweite unterstützt eine Verteuerung von Produkten, Gütern und Dienstleistungen entsprechend der mit ihrer Herstellung verbundenen CO2-Emissionen (52:39 Prozent). Eine Preissteigerung bei Alltagsprodukten wie tierischen Lebensmitteln ist allerdings umstritten (44:51 Prozent). Auf deutliche Ablehnung stößt die Erhöhung der Energiepreise (19:78 Prozent).

Außerdem im aktuellen Baden-WürttembergTREND:

  • Inflation: Mehrheit in Sorge angesichts steigender Preise
  • Ministerpräsident Kretschmann trotz Verlusten populärster Landespolitiker
  • Corona-Pandemie: Mehrheit hält Maßnahmen für angemessen

Bestellen können Sie die vollständige Publikation hier.

Kontakt
Anja Miriam Simon

Baden-Württemberg

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Baden-Württemberg

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.162 Befragte
(757 Telefoninterviews und 405 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

07. bis 12. Oktober 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10%
** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

Das könnte Sie auch interessieren
Tweets by @infratestdimap
26.11.2021, 08:20

Retweet@tagesschau: ARD-DeutschlandTrend: Änderungen am Infektionsschutzgesetz umstritten https://t.co/Plsx9BkRDz#DeutschlandTrend#Sonntagsfr