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LänderTREND

Bayern September 2017 im Auftrag des Bayerischen Rundfunks

Unverändert gute Wirtschaftsstimmung

Unverändert gute Wirtschaftsstimmung

Vier von zehn bezweifeln gerechte Verhältnisse

Vier von zehn bezweifeln gerechte Verhältnisse

Wichtigste Probleme: Migration, Soziales und Renten, Bildung

Wichtigste Probleme: Migration, Soziales und Renten, Bildung

Gespaltene Haltung zu Flüchtlingen in Deutschland

Gespaltene Haltung zu Flüchtlingen in Deutschland

Verbreitetes Sicherheitsgefühl

Verbreitetes Sicherheitsgefühl

Verbraucherschutz: vier von zehn mit Zweifeln

Verbraucherschutz: vier von zehn mit Zweifeln

Fahrverbote für Verbrennungs-Fahrzeuge: Sechs von zehn dagegen

Fahrverbote für Verbrennungs-Fahrzeuge: Sechs von zehn dagegen

Schwache Wechselstimmung

Schwache Wechselstimmung

Wechselstimmung

Wechselstimmung

Nächste Koaltion?

Nächste Koaltion?

Koalitionsbewertung nach Parteianhängern

Koalitionsbewertung nach Parteianhängern

Direktwahl: Merkel bleibt Wunschkandidatin fürs Kanzleramt

Direktwahl: Merkel bleibt Wunschkandidatin fürs Kanzleramt

Sonntagsfrage Bundestagswahl

Sonntagsfrage Bundestagswahl

Unverändert gute Wirtschaftsstimmung

Unverändert gute Wirtschaftsstimmung

Vier von zehn bezweifeln gerechte Verhältnisse

Vier von zehn bezweifeln gerechte Verhältnisse

Wichtigste Probleme: Migration, Soziales und Renten, Bildung

Wichtigste Probleme: Migration, Soziales und Renten, Bildung

Gespaltene Haltung zu Flüchtlingen in Deutschland

Gespaltene Haltung zu Flüchtlingen in Deutschland

Verbreitetes Sicherheitsgefühl

Verbreitetes Sicherheitsgefühl

Verbraucherschutz: vier von zehn mit Zweifeln

Verbraucherschutz: vier von zehn mit Zweifeln

Fahrverbote für Verbrennungs-Fahrzeuge: Sechs von zehn dagegen

Fahrverbote für Verbrennungs-Fahrzeuge: Sechs von zehn dagegen

Schwache Wechselstimmung

Schwache Wechselstimmung

Wechselstimmung

Wechselstimmung

Nächste Koaltion?

Nächste Koaltion?

Koalitionsbewertung nach Parteianhängern

Koalitionsbewertung nach Parteianhängern

Direktwahl: Merkel bleibt Wunschkandidatin fürs Kanzleramt

Direktwahl: Merkel bleibt Wunschkandidatin fürs Kanzleramt

Sonntagsfrage Bundestagswahl

Sonntagsfrage Bundestagswahl

Unverändert gute Wirtschaftsstimmung

Die wirtschaftliche Stimmung fällt weiterhin deutlich positiv aus. In Bayern überwiegt mit 83 Prozent ähnlich wie im Mai (85 Prozent) ein positives Urteil, wobei 21 Prozent die wirtschaftliche Situation in Deutschland als sehr gut, weitere 62 Prozent als gut bezeichnen. Nur 15 Prozent der bayerischen Wahlberechtigten teilen einen kritischen Blick. Eine insgesamt wohlwollende Wahrnehmung der aktuellen wirtschaftlichen Situation überwiegt in den Reihen aller Parteien.

 

Vier von zehn bezweifeln gerechte Verhältnisse

Das unverändert positive Wirtschaftsurteil ist jedoch nicht verbunden mit einer euphorischen Sicht auf die sozialen Verhältnisse in Deutschland: Gut die Hälfte der Bayern (55 Prozent) gibt zwar an, es gehe in der Bundesrepublik alles in allem eher gerecht zu. Immerhin vier von zehn (40 Prozent) aber konstatieren eher ungerechte Verhältnisse.

Das Bild insgesamt gerechter Verhältnisse ist insbesondere unter den Anhängern der CSU (73 Prozent) verbreitet, bestimmt insgesamt aber auch die Sicht in den Reihen von SPD (55 Prozent), Grünen (54 Prozent) und FDP (52 Prozent). Unter den AfD-Anhängern überwiegt dagegen der Eindruck ungerechter sozialer Verhältnisse deutlich (13:68 Prozent), ebenso bei den Anhängern der Linken (30:70 Prozent). Der Eindruck gerechter gesellschaftlicher Verhältnisse prägt vor allem Wahlberechtigte mit Hochschulreife (71:25 Prozent). Bürger mit formal niedrigem Bildungsabschluss tendieren dagegen zu einer kritischen Bewertung der sozialen Verhältnisse in der Bundesrepublik (44:51 Prozent).

Wichtigste Probleme: Migration, Soziales und Renten, Bildung

Wegen der guten konjunkturellen Stimmung stehen Arbeitsmarkt- (7 Prozent) und Wirtschaftsfragen (6 Prozent) auf der bundespolitischen Problemagenda der Bayern nach wie vor eher hinten. Eine größere Bedeutung haben aus Sicht der Wahlberechtigten im Freistaat Schul- und Bildungsfragen (14 Prozent), die Zukunft der Renten- und Altersvorsorge (17 Prozent) sowie die Bewahrung bzw. Sicherung sozial gerechter Verhältnisse (20 Prozent). Als mit Abstand größte Herausforderung für die Berliner Politik aber gilt in Bayern anhängerübergreifend weiterhin die Flüchtlingsmigration (58 Prozent).

Gespaltene Haltung zu Flüchtlingen in Deutschland

In ihrer Haltung zur Gruppe der Flüchtlinge zeigt sich die bayerische Bevölkerung gespalten. 37 Prozent betrachten die aufgenommenen Flüchtlinge als Bereicherung, etwa ebenso viele (38 Prozent) als Belastung für das Leben in Deutschland. Vorbehalte gegenüber Flüchtlingen in Deutschland bestehen in Bayern insbesondere unter den AfD-Anhängern (84 Prozent). Demgegenüber schätzen die bayerischen Grünen Flüchtlinge vergleichsweise am häufigsten als Bereicherung (74 Prozent) für das Leben in der Bundesrepublik.  

Verbreitetes Sicherheitsgefühl

Fragen der Kriminalitäts- und Verbrechensbekämpfung benennen momentan 6 Prozent der Bayern als wichtigstes Problem in Deutschland. Damit steht die innere Sicherheit bei den Wahlberechtigten aktuell nicht so stark im Fokus wie noch im Frühjahr (Mai: 12 Prozent). Insgesamt ist in Bayern ein ausgeprägtes Sicherheitsgefühl gegeben. Neun von zehn (88 Prozent) geben an, dass sie sich alles in allem in Deutschland sicher fühlen. 12 Prozent fühlen sich in Deutschland eher unsicher, darunter überdurchschnittlich viele AfD-Anhänger (44 Prozent). 

Verbraucherschutz: vier von zehn mit Zweifeln

Mit dem Skandal um Softwaremanipulationen durch die Hersteller von Dieselfahrzeugen haben Verbraucherschutzfragen zuletzt an Sichtbarkeit gewonnen. Insgesamt überwiegt mit 60 Prozent der Eindruck, die Interessen der Verbraucher seien in Deutschland sehr gut bzw. gut geschützt. Immerhin vier von zehn (38 Prozent) sehen dagegen beim deutschen Verbraucherschutz Defizite. Kritisch äußern sich in Bayern insbesondere die Anhänger von AfD (68 Prozent) und Linkspartei (70 Prozent).  

Fahrverbote für Verbrennungs-Fahrzeuge: Sechs von zehn dagegen

Das Überschreiten von Abgashöchstwerten in Großstädten hat in Großbritannien und Frankreich, aber auch in Deutschland zu Diskussionen über ein generelles Verbot von Fahrzeugen mit Diesel- und Benzinmotoren in den kommenden Jahrzehnten geführt. Derartige Verbotspläne finden in Bayern gegenwärtig keine Mehrheit. 62 Prozent der Wahlberechtigten sprechen sich dagegen aus, den Verkauf von Neufahrzeuge in den nächsten beiden Jahrzehnten zu verbieten. 30 Prozent unterstützen dies. Ein künftiges Verbot von Verbrennungsfahrzeugen wird insbesondere von den Anhänger der FDP (83 Prozent) und AfD (86 Prozent) abgelehnt. In den Reihen der Grünen wird dagegen ein Verbot für die Zukunft deutlich befürwortet (70 Prozent).

Schwache Wechselstimmung     

Die Bearbeitung der als wichtig empfundenen Probleme wird im Freistaat offensichtlich eher einer unions- als einer SPD-geführten Bundesregierung zugetraut. 55 Prozent der bayerischen Wahlberechtigten sprechen sich für die Zeit nach der Bundestagswahl zugunsten einer CDU/CSU-geführten Bundesregierung aus, 26 Prozent präferieren ein SPD-geführtes Kabinett. Bundesweit favorisierte zuletzt ebenfalls die Hälfte der Bürger (49 Prozent) eine unionsgeführte Regierung, 38 Prozent dagegen einen Wechsel zugunsten der SPD.

Während in den Reihen von SPD (85 Prozent), Grünen (65 Prozent) und Linken (58 Prozent) ein Wechsel an der Spitze der Bundesregierung mehrheitlich unterstützt wird, sprechen sich die Anhänger von CSU (94 Prozent) und FDP (85 Prozent) erwartungsgemäß für ein Kabinett unter Ägide der Union aus. Etwa die Hälfte der bayerischen AfD-Anhänger (45 Prozent) setzt am ehesten auf eine Bundesregierung unter Führung der Union, die andere Hälfte kann sich weder für ein unions- noch für ein SPD-geführtes Kabinett begeistern.    

 

Nächste Koalition: Schwarz-Gelb und Schwarz-Rot am besten bewertet      

Von denkbaren unions-geführten Koalitionsmodellen finden im Freistaat bereits erprobe Regierungsmodelle wie Schwarz-Gelb (50 Prozent) bzw. Schwarz-Rot (48 Prozent) den vergleichsweise größten Zuspruch. Ein schwarz-grünes Bündnis stößt bei 43 Prozent auf Sympathien, eine Jamaika-Koalition bei 38 Prozent. 26 Prozent äußern sich in Bayern positiv zu einer Koalitionsbildung von SPD, Grünen und FDP, 19 Prozent zu einer rot-rot-grünen Bundesregierung.

In den Reihen von CSU (73 Prozent) und FDP (98 Prozent) wird ein schwarz-gelbes Bündnis mit Abstand am besten bewertet, ebenso unter den Anhängern der AfD. Die bayerischen SPD-Anhänger beurteilen demgegenüber eine Neuauflage der großen Koalition am positivsten (62 Prozent). Die Grünen-Anhänger betrachten zwar Schwarz-Grün (78 Prozent) mehrheitlich wohlwollend, die Mitbeteiligung der FDP im Jamaika-Format (45 Prozent) dagegen deutlich weniger. Die Linken-Anhänger schätzen erwartungsgemäß Rot-Rot-Grün (89 Prozent) am besten ein.

 

Direktwahl: Merkel bleibt Wunschkandidatin fürs Kanzleramt     

Die Unterstützung für eine unionsgeführte Bundesregierung geht auch im Freistaat einher mit einer deutlichen Präferenz zugunsten der CDU-Amtsinhaberin: Ähnlich wie im Mai zieht in der Direktwahlfrage gut jeder zweite Bayer Angela Merkel (54 Prozent) dem SPD-Herausforderer im Amt vor, 21 Prozent sprechen sich für Martin Schulz als Kanzler aus. 18 Prozent will sich für keinen der beiden entscheiden. Die CDU-Politikerin genießt knapp drei Wochen vor der Wahl die fast ungeteilte Unterstützung der CSU-Anhänger (91 Prozent). Aber auch jeder zweite bayerische Grünen-Anhänger (45 Prozent) favorisiert Merkel als kommende Regierungschefin.

  

Sonntagsfrage Bundestagswahl: Platz Drei auch in Bayern umkämpft

Die bundespolitische Stimmung im Freistaat zeigt sich gegenüber dem Frühjahr leicht verändert. Bei einer Bundestagswahl zum jetzigen Zeitpunkt käme die CSU in Bayern auf einen Zweitstimmenanteil von 47 Prozent und gibt damit zum Mai 1 Punkt ab. Sie bliebe damit leicht unter ihrem Ergebnis von 2013 (49,3 Prozent). Die SPD verliert zum Mai ebenfalls 1 Punkt. Auch sie würde mit 17 Prozent ihr bayerisches Bundestagswahlergebnis von vor vier Jahren (20,0 Prozent) verfehlen. Im Kampf um den dritten Platz liegen aktuell die Grünen mit 9 Prozent (+1 zum Mai) vorn, gefolgt von der AfD mit 8 Prozent und den Liberalen mit 7 Prozent. Während Grüne und AfD jeweils 1 Punkt gegenüber Mai zulegen, geben die Liberalen 3 Punkte ab. Zulegen kann auch die Linke, die aktuell 5 Prozent in Aussicht hätte. Alle anderen Parteien würden derzeit zusammen 7 Prozent (+2) erzielen.  

Die Sonntagsfrage misst zum Zeitpunkt der Befragung bestehende Wahlneigungen, kein späteres Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand in der Meinungsbildung der Wahlbevölkerung, die erst mit dem tatsächlichen Urnengang am Wahltag zum Abschluss kommt.

Drei Wochen vor der Wahl: 30 Prozent noch unentschlossen

Rückschlüsse von der aktuellen Sonntagsfrage auf den Wahlausgang am 24. September sind drei Wochen vor dem Wahltermin nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Zugleich hat die finale Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien an Bedeutung gewonnen. Von den bayerischen Wahlberechtigten, die gegenwärtig eine Wahlabsicht benennen, geben 30 Prozent an, sich gegebenenfalls auch noch einmal umorientieren zu wollen. Für 70 Prozent steht die eigene Entscheidung dagegen so gut wie fest.

Besonders festgelegt sind in Bayern die Anhänger von AfD (90 Prozent), CSU (79 Prozent) und FDP (65 Prozent). Weniger festgelegt sind demgegenüber die Anhänger der Grünen und SPD, von denen jeweils mehr als vierzig Prozent nicht ausschließt, seine Wahlabsicht bis zum Wahltag gegebenenfalls noch einmal zu überdenken.    

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Bayern ab 18 Jahren

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1000 Befragte

Erhebungszeitraum:30. August bis 04. September 2017

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Roberto Heinrich

Senior Projektleiter Meinungs- und Wahlforschung

roberto.heinrich @remove-this.infratest-dimap.de