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LänderTREND

Bayern September 2018 im Auftrag des BR

Zweigeteilte Grundstimmung

Zweigeteilte Grundstimmung

Hohes Interesse an der Landtagswahl

Hohes Interesse an der Landtagswahl

Wichtigste Probleme: Flüchtlinge, Wohnen, Bildung

Wichtigste Probleme: Flüchtlinge, Wohnen, Bildung

Parteikompetenzen: CSU und SPD unter Druck

Parteikompetenzen: CSU und SPD unter Druck

Parteikompetenzen Fortsetzung

Parteikompetenzen Fortsetzung

Markus Söder: für 42 Prozent ein guter MP, für 44 Prozent nicht

Markus Söder: für 42 Prozent ein guter MP, für 44 Prozent nicht

CSU-Staatsregierung: Hälfte zufrieden, Hälfte nicht

CSU-Staatsregierung: Hälfte zufrieden, Hälfte nicht

Landtagsopposition: schlechte Noten für SPD und Kohnen

Landtagsopposition: schlechte Noten für SPD und Kohnen

Zufriedenheit mit Spitzenkandidaten der Landtagsopposition

Zufriedenheit mit Spitzenkandidaten der Landtagsopposition

Sonntagsfrage: unübersichtliche Mehrheitsverhältnisse, große Unsicherheiten

Sonntagsfrage: unübersichtliche Mehrheitsverhältnisse, große Unsicherheiten

Sonntagsfrage Landtagswahl: Stabilität der Entscheidung

Sonntagsfrage Landtagswahl: Stabilität der Entscheidung

Wahlmotive: Inhalte wichtiger als Kandidaten, Bundespolitik und Enttäuschung bedeutsam für AfD-Wähler

Wahlmotive: Inhalte wichtiger als Kandidaten, Bundespolitik und Enttäuschung bedeutsam für AfD-Wähler

Kein Koalitionsfavorit, CSU+FW und CSU+Grüne noch am besten bewertet

Kein Koalitionsfavorit, CSU+FW und CSU+Grüne noch am besten bewertet

Zweigeteilte Grundstimmung

Zweigeteilte Grundstimmung

Hohes Interesse an der Landtagswahl

Hohes Interesse an der Landtagswahl

Wichtigste Probleme: Flüchtlinge, Wohnen, Bildung

Wichtigste Probleme: Flüchtlinge, Wohnen, Bildung

Parteikompetenzen: CSU und SPD unter Druck

Parteikompetenzen: CSU und SPD unter Druck

Parteikompetenzen Fortsetzung

Parteikompetenzen Fortsetzung

Markus Söder: für 42 Prozent ein guter MP, für 44 Prozent nicht

Markus Söder: für 42 Prozent ein guter MP, für 44 Prozent nicht

CSU-Staatsregierung: Hälfte zufrieden, Hälfte nicht

CSU-Staatsregierung: Hälfte zufrieden, Hälfte nicht

Landtagsopposition: schlechte Noten für SPD und Kohnen

Landtagsopposition: schlechte Noten für SPD und Kohnen

Zufriedenheit mit Spitzenkandidaten der Landtagsopposition

Zufriedenheit mit Spitzenkandidaten der Landtagsopposition

Sonntagsfrage: unübersichtliche Mehrheitsverhältnisse, große Unsicherheiten

Sonntagsfrage: unübersichtliche Mehrheitsverhältnisse, große Unsicherheiten

Sonntagsfrage Landtagswahl: Stabilität der Entscheidung

Sonntagsfrage Landtagswahl: Stabilität der Entscheidung

Wahlmotive: Inhalte wichtiger als Kandidaten, Bundespolitik und Enttäuschung bedeutsam für AfD-Wähler

Wahlmotive: Inhalte wichtiger als Kandidaten, Bundespolitik und Enttäuschung bedeutsam für AfD-Wähler

Kein Koalitionsfavorit, CSU+FW und CSU+Grüne noch am besten bewertet

Kein Koalitionsfavorit, CSU+FW und CSU+Grüne noch am besten bewertet

Zweigeteilte Grundstimmung 

Der Asylstreit zwischen CDU und CSU hatte Mitte Juli zu einer deutlichen Verunsicherung der bayerischen Wahlberechtigten beigetragen. In den nachfolgenden Sommerwochen hat sich die Grundstimmung im Freistaat wieder deutlich aufgehellt, ohne aber an das Ausgangsniveau vom Jahresbeginn anknüpfen zu können. Gut einen Monat vor der Landtagswahl präsentiert sich die Grundstimmung im Freistaat zweigeteilt: Jeder zweite bayerische Wahlberechtigte (48 Prozent, -8) sieht in den aktuellen Verhältnissen im Bundesland Anlass zur Zuversicht, etwa ebenso viele (46 Prozent, +8) sind beunruhigt.

Einen optimistischen Blick entwickeln vor allem die CSU-Anhänger (63:32 Prozent), während in den Reihen der AfD (25:70 Prozent) aber auch der Linken (19:80 Prozent) ein pessimistisches Bild überwiegt. Bei den Anhängern von Grünen, FDP, SPD und Freien Wählern halten sich Zuversicht und Beunruhigung in etwa die Waage.

  

Hohes Interesse an der Landtagswahl

Die zweigeteilte Grundstimmung in Bayern geht einher mit einem hohen Interesse an der bevorstehenden Landtagswahl. Drei Viertel der Bayern sind sehr stark (30 Prozent) bzw. stark (44 Prozent) am Urnengang interessiert. Nur ein Viertel blickt weniger (22 Prozent) oder gar nicht interessiert (4 Prozent) auf die Landtagswahl Mitte Oktober. Das Interesse an der Landtagswahl fällt damit größer aus als vor fünf Jahren. Auffallend: das Interesse unter den Anhängern der Opposition ist höher als in den Reihen der CSU.

Wichtigste Probleme: Flüchtlinge, Wohnen, Bildung

Der aktuelle Problemkontext unterscheidet sich weiterhin deutlich von dem früherer Urnengänge in Bayern. Auch nach der Sommerpause ist die Problemwahrnehmung der Bayern geprägt durch die Flüchtlingspolitik sowie von Wohnungs- und Schulthemen. Auf die offen gestellte Frage nach den aktuell wichtigsten Problemen im Bundesland thematisieren 44 Prozent (-8) Aspekte Zuwanderung und Integration. Mit dem beginnenden Landtagswahlkampf hat sich die Aufmerksamkeit vom Flüchtlingsthema wegbewegt: Jede fünfte Problemnennung (22 Prozent; +5) im Freistaat betrifft aktuell Wohn- und Mietfragen, so dass die Lage auf dem Wohnungsmarkt erstmals einen größeren Stellenwert als die Schul- und Bildungspolitik (19 Prozent; +2) einnimmt. In den bayerischen Metropolen mit mehr als 100.000 Einwohnern entfällt sogar gut jede dritte Nennung auf den angespannten Wohnungsmarkt. Im Ergebnis werden wohnungspolitische Themen hier ebenso häufig problematisiert wie migrationspolitische Fragen (jeweils 36 Prozent).

Hinter den drei Top-Themen rangieren im Problemaufriss der Bayern Fragen der Alterssicherung (13 Prozent, +3), der öffentlichen und Verkehrsinfrastruktur (10 Prozent,

+/-0), der medizinischen Versorgung (10 Prozent, +/-0) sowie – mit gewachsenem Stellenwert nach dem Hitzesommer – Umwelt- und Klimaschutzaspekte (10 Prozent, +4).

Wirtschafts- (3 Prozent) und Arbeitsmarktfragen (5 Prozent) spielen aufgrund der guten Konjunkturdaten im Freistaat vor dieser Wahl im Problembild der Bayern keine herausragende Rolle. Dies prägt den Blick auf die Landesverhältnisse: Sieben von zehn Bayern (71 Prozent) sprechen von insgesamt gerechten Verhältnissen im Freistaat, mit Blick auf die deutschlandweiten Verhältnisse kommen nur 58 Prozent der Bundesbürger zu diesem Urteil. Aber auch Aspekte der inneren Sicherheit werden im Freistaat eher selten thematisiert, was sich wiederum mit einem überdurchschnittlich hohen Sicherheitsgefühl im Bundesland deckt. Mit 36 Prozent ist die Anzahl derjenigen im Freistaat, die sich im öffentlichen Raum sehr sicher fühlen, fast doppelt so hoch wie bundesweit (20 Prozent). 

 

Die Migrationsthematik prägt in Bayern vor allem die Problemwahrnehmung von AfD-Wählern (71 Prozent), aber auch die von Anhängern der CSU (56 Prozent) sowie der Freien Wähler (46 Prozent). Thematisch breiter aufgestellt ist demgegenüber die Problemsicht von SPD und Grünen-Anhängern. Die SPD-Anhänger problematisieren Wohnungsprobleme (33 Prozent) nicht wesentlich stärker als Zuwanderungs- (28 Prozent) und Bildungsfragen (29 Prozent). Für die Grünen-Anhänger haben Wohnungsfragen (29 Prozent) ein ähnliches Gewicht wie Aspekte des Umwelt- und Klimaschutzes (28 Prozent) oder der Flüchtlingspolitik (26 Prozent).  

Parteikompetenzen: CSU und SPD unter Druck

Im Kompetenzurteil der Bayern ist die CSU gut einen Monat vor der Wahl weiterhin die Partei, der auf den meisten Feldern das größte Sachvertrauen entgegengebracht wird. Dies betrifft insbesondere die Wirtschaftspolitik (60 Prozent, -9 zu Januar) und die innere Sicherheit (59 Prozent, -3), ebenso die Haushalts- und Finanzpolitik (50 Prozent, -8) sowie die Arbeitsmarktpolitik (48 Prozent, -8). Hier überzeugt die CSU jeweils mindestens die Hälfte der Bayern. Allerdings erreicht die CSU in der Kompetenzbewertung vielfach nicht die übermächtige Position vorangegangener Jahre. Dies gilt gerade dort, wo die Bayern aktuell besonders drängende Probleme identifizieren: In der Asyl- und Flüchtlingspolitik setzten 30 Prozent (-5) auf die Christsozialen, in der Schul- und Bildungspolitik 36 Prozent (-2) auf die CSU – jeweils weniger als zu Jahresbeginn. Im Einsatz für bezahlbaren Wohnraum bleibt die CSU hinter der SPD (19:28 Prozent) zurück. In der Gesamtschau der Bayern binden die Christsozialen bei der Lösung der wichtigsten landespolitischen Probleme (44 Prozent, -8) zwar weiterhin mit Abstand mehr Sachvertrauen als die anderen Parteien, ihre sachpolitische Überzeugungskraft fällt jedoch hinter der vorangegangener Jahre zurück.

 

Auch die bayerische SPD punktet im Kompetenzurteil der Bayern seltener als in der Vergangenheit. Nach 14 Prozent im Januar setzen aktuell 11 Prozent der Bayern bei der Lösung der wichtigsten Aufgaben im Land auf die Sozialdemokraten. In der Asyl- und Flüchtlingspolitik (15 Prozent, -4) bleibt die Partei im Urteil der Bayern nicht nur hinter der CSU (30 Prozent), sondern auch knapp hinter den Grünen (16 Prozent) zurück. Zugleich bindet sie hier weniger Wahlberechtigte als zu Jahresbeginn, ferner in der Schul- und Bildungspolitik (21 Prozent, -2). Vorteile gegenüber ihren Wettbewerbern bestehen im aktuellen Kompetenzbild allein beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit (32 Prozent, -3) bzw. für bezahlbaren Wohnraum (28 Prozent). Von Mehrheiten, wie sie die CSU beispielsweise in Wirtschafts- und Haushaltsfragen oder der inneren Sicherheit erreicht, sind die bayerischen Sozialdemokraten jedoch auf beiden Feldern weit entfernt.

Den Kompetenzverlusten von CSU und SPD gegenüber stehen Profilgewinne der anderen Parteien. Die bayerischen Grünen sichern sich außerhalb der Umweltpolitik auf verschiedenen Feldern sichtbare Kompetenzzuweisungen, insbesondere in der Familienpolitik und der Asyl- und Flüchtlingspolitik (jeweils 16 Prozent, +5), ferner beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit (12 Prozent, +4) und in der Verkehrspolitik (12 Prozent). Die Freien Wähler als bislang zweitstärkste Oppositionspartei im bayerischen Landtag verfügen zwar weiterhin über ein weniger landespolitisch ausgeprägtes Kompetenzprofil, wecken aber vermehrt Erwartungen in der Familien- (6 Prozent, +3), Bildungs- (6 Prozent, +1) und Verkehrspolitik sowie beim Einsatz für bezahlbaren Wohnraum (jeweils 6 Prozent).

Die AfD punktet weiterhin in erster Linie in der Asyl- und Flüchtlingspolitik (7 Prozent, +2) sowie in der inneren Sicherheit (5 Prozent, +1). Die FDP findet im Freistaat insbesondere Zuspruch in Wirtschafts- (6 Prozent, +1) und Haushaltsfragen (5 Prozent, +1), die Linke beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit (7 Prozent, +1) und für bezahlbaren Wohnraum (6 Prozent). 

    

Markus Söder: für 42 Prozent ein guter MP, für 44 Prozent nicht

Personell tut sich die CSU ebenfalls schwerer als früher. Markus Söder ist zwar für 42 Prozent der Bayern ein guter Ministerpräsident, 44 Prozent stellen dies jedoch in Zweifel. Zum Vergleich: Horst Seehofer galt zur Landtagswahl 2013 bei zwei von drei Bayern (68 Prozent) als guter Ministerpräsident, Günther Beckstein 2008 bei 55 Prozent. Noch im Mai fiel das Urteil zu Markus Söder deutlich anders aus: Wenige Wochen nach seinem Amtsantritt sah mehr als die Hälfte der Bayern (56 Prozent) in dem CSU-Politiker einen guten Amtsinhaber, während ihn 20 Prozent skeptisch betrachteten.

 

Die Amtswahrnehmung durch Markus Söder wird deutlich positiv beurteilt von den CSU-Anhängern (72:16 Prozent). Außerhalb der eigenen Reihen aber überwiegt durchgehend das kritische Urteil. Dies gilt insbesondere für die Anhänger von Grünen (12:84 Prozent) und SPD (24:69 Prozent).

 

CSU-Staatsregierung: Hälfte zufrieden, Hälfte nicht

Die aktuelle Sach- wie Personalwahrnehmung der CSU spiegelt sich in einer insgesamt ambivalenten Bewertung der Regierungsarbeit. Nur wenig verändert gegenüber Juli gelangt die Hälfte der Bayern (47 Prozent, -3) zu einem positiven Urteil. Etwa ebenso viele (52 Prozent, +2) üben Kritik. Nach dem Amtsantritt Markus Söders im Mai hatten sich noch 70 Prozent der Wahlberechtigten zufrieden zu den Regierungsleistungen geäußert. Im bundesweiten Vergleich der Landesregierungen liegt Bayern damit momentan nur im Mittelfeld.

 

Wie der Ministerpräsident erntet auch die CSU-Staatsregierung derzeit allein in den eigenen Reihen mehrheitlichen Zuspruch für die Regierungsarbeit (84:15 Prozent). Während sich bei den FDP-Anhängern (49:50 Prozent) Zuspruch und Ablehnung etwa die Waage halten, überwiegt in den Reihen von SPD (22:78 Prozent), vor allem aber von Grünen (19:81 Prozent) und Linken (17:83 Prozent) deutlich die Kritik an der aktuellen Regierungsarbeit. 

 

Landtagsopposition: schlechte Noten für SPD und Kohnen 

Von der für bayerische Verhältnisse nur mäßigen Bewertung der CSU-Regierungsarbeit profitiert die SPD als bislang größte Oppositionspartei im Landtag nicht. Mit der Arbeit der bayerischen Sozialdemokraten ist im Freistaat aktuell nur jeder vierte Wahlberechtigte (25 Prozent) zufrieden. Damit liegt die SPD im Urteil der Bayern hinter den beiden anderen Oppositionsparteien im Landtag zurück: Die Arbeit der Freien Wähler überzeugt gut einen Monat vor der Landtagswahl 36 Prozent, die der Grünen 39 Prozent. Alle drei Landtagsparteien verlieren im Urteil der Wahlberechtigten gegenüber Mai an Zustimmung, am deutlichsten wiederum die Sozialdemokraten (-8).

 

Anders als zur letzten Landtagswahl sticht die SPD diesmal auch mit ihrer personellen Aufstellung im Oppositionslager nicht heraus: Während SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen 29 Prozent der bayerischen Wahlberechtigten überzeugt, findet Hubert Aiwanger von den Freien Wählern aktuell Zuspruch bei 34 Prozent, Katharina Schulze von den Grünen bei 25 Prozent. 2013 hatte SPD-Spitzenkandidaten Christian Ude (65 Prozent) die Liste der Oppositionspolitiker dagegen klar angeführt vor Hubert Aiwanger (39 Prozent) und der damaligen Grünen-Spitzenkandidatin Margarete Bause (30 Prozent). 

Ein fortbestehendes Handicap für die SPD-Spitzenfrau ist ihre vergleichsweise geringe Bekanntheit. Fast jeder zweite Bayer (44 Prozent) kann zu Natascha Kohnen aktuell kein Urteil abgeben, in den Reihen der SPD ist es jeder Vierte (27 Prozent). Eine geringere Bekanntheit hat nur noch das Grünen-Spitzenduo: Katharina Schulze ist 55 Prozent der Bayern kein Begriff, ihr Parteifreund Ludwig Hartmann sogar 70 Prozent.  

 

Sonntagsfrage: unübersichtliche Mehrheitsverhältnisse, große Unsicherheiten

In der aktuellen Stimmungslage tun sich CSU und SPD sichtbar schwer, ihren bisherigen Wählerrückhalt im Freistaat zu halten. Bei einer Landtagswahl zum aktuellen Zeitpunkt käme die CSU auf 35 Prozent. Sie verliert gegenüber dem letzten BayernTREND vom Juli 3 Punkte und läge deutlich unter ihrem Ergebnis von 2013 (47,7 Prozent). Die SPD gibt im gleichen Zeitraum 2 Punkte ab und hätte derzeit 11 Prozent in Aussicht. Gegenüber dem 2013er Ergebnis hätte sich damit die SPD fast halbiert (20,6 Prozent). Profitieren können aktuell die Grünen, die sich um 1 Punkt auf 17 Prozent verbessern sowie die Freien Wähler, die um 2 Punkte auf 11 Prozent zulegen. Beide Parteien hätten damit Landtagswahlhöchststände in Aussicht. Die AfD gibt im Vergleich zu Juli 1 Punkt auf 11 Prozent ab. Weiterhin Chancen auf einen Parlamentseinzug im Freistaat hätte derzeit die FDP, die unverändert 5 Prozent erreichen würde. Darüber hinaus nähert sich erstmals im BayernTREND auch die Linke der Mandatsschwelle (5 Prozent; +1).

 

Bei einem Wahlausgang entsprechend der aktuellen politischen Stimmung stände der Freistaat wie zuletzt 2008 vor der Bildung einer Koalitionsregierung. Allerdings wäre die Regierungsbildung weitaus schwieriger als vor zehn Jahren. Lediglich Schwarz-Grün hätte als Zwei-Parteien-Koalition in einem Sieben-Parteien-Landtag eine Mehrheit. Zugleich wäre mit einem solchen Wahlergebnis auch eine Mehrheitsbildung gegen die CSU rechnerisch nicht ausgeschlossen.    

 

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

 

Letzteres ist für den Wahlausgang am 14. Oktober umso wichtiger, als gut einen Monat vor dem Wahlgang immer noch fast die Hälfte der Wähler (45 Prozent) nicht ausschließt, ihre aktuelle Parteipräferenz noch einmal zu ändern. 55 Prozent der bayerischen Wähler sind sich dagegen vergleichsweise sicher, dass sie bis zur Landtagswahl bei ihrer jetzigen Wahlabsicht bleiben werden.

 

Am wenigsten festgelegt sind die Anhänger von Grünen (58 Prozent), FDP (55 Prozent), Linken (54 Prozent) und Freien Wählern (52 Prozent), von denen jeweils mindestens die Hälfte angibt, ihre aktuelle Wahlabsicht ggf. noch einmal zu ändern. Festgelegter sind demgegenüber nach eigenem Bekunden die derzeitigen Anhänger von CSU (63:36 Prozent) und AfD (82:18 Prozent).

  

Wahlmotive: Inhalte wichtiger als Kandidaten, Bundespolitik und Enttäuschung bedeutsam für AfD-Wähler 

Nach eigenem Bekunden orientieren sich die bayerischen Wahlberechtigten bei dieser Wahl mehr an den Inhalten bzw. Programmangeboten als an den Spitzenkandidaten, zumal letztere vielfach selbst in den eigenen Reihen nur wenig bekannt sind. Von denjenigen, die aktuell eine Partei benennen, geben 38 Prozent an, dass das Programm der Partei für ihre Wahlentscheidung sehr wichtig sei. Demgegenüber weisen nur 15 Prozent dem oder der Spitzenkandidatin eine ähnlich herausgehobene Bedeutung für die eigene Parteipräferenz zu. Inhaltliche Überlegungen haben vor dieser Wahl in allen Anhängerschaften einen größeren Stellenwert als die Spitzenkandidaten, insbesondere in den Reihen von Grünen (sehr wichtig: 45 Prozent), SPD und FDP (jeweils 40 Prozent). Die Rolle des Spitzenkandidaten wird am ehesten von den CSU-Anhängern (22 Prozent) betont, dagegen kaum von den Grünen-Wählern (6 Prozent).

 

Nicht ohne Einfluss sind für die Präferenzbildung vor der Landtagswahl darüber hinaus bundespolitische Erwägungen: So bezeichnen 23 Prozent die Politik in Berlin als sehr wichtig für den geplanten Urnengang. Ähnlich viele betrachten Unzufriedenheit gegenüber anderen Parteien als ein sehr wichtiges Entscheidungsmotiv. Vor allem für die AfD-Wähler ist das geplante Landtagswahlvotum offensichtlich ein bundespolitisches Protest-Statement: Jeder zweite AfD-Wähler (50 Prozent) gibt an, die Politik in Berlin sei sehr wichtig für die eigene Wahlentscheidung. Gleichzeitig benennen sieben von zehn AfD-Wählern (71 Prozent), Enttäuschung gegenüber anderen Parteien als ein sehr wichtiger Treiber für ihre geplante Stimmenabgabe. 

Kein Koalitionsfavorit, CSU-FW und CSU-Grüne noch am besten bewertet

Die sich derzeit andeutenden unübersichtlichen Kräfteverhältnisse in Bayern gehen einher mit einem weiterhin fehlenden Favoriten für die nächste Landesregierung. CSU-geführte Koalitionen mit Freien Wählern (44 Prozent, +1 zu Juli) oder Grünen (44 Prozent, +2) sprechen zwar vergleichsweise die meisten Wahlberechtigten im Freistaat an, überzeugen jedoch jeweils keine Mehrheit. Andere CSU-geführte Regierungsmodelle erhalten aktuell noch weniger Zuspruch. Hierzu gehören mit vergleichbaren Werten wie im Juli eine Neuauflage des schwarz-gelben Bündnisses von 2008 (36 Prozent, +1), eine CSU-Alleinregierung (33 Prozent, +2) sowie ein schwarz-rotes Bündnis (32 Prozent, -1).

  

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Bayern

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1000 Befragte

Erhebungszeitraum:5.-10. September 2018

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Roberto Heinrich

Senior Projektleiter Meinungs- und Wahlforschung

roberto.heinrich @remove-this.infratest-dimap.de