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LänderTREND

Bayern Mai 2019 im Auftrag des BR

Interesse an Europawahl höher als vor fünf Jahren

Interesse an Europawahl höher als vor fünf Jahren

Künftige Entwicklung Europas: sechs von zehn für Vertiefung

Künftige Entwicklung Europas: sechs von zehn für Vertiefung

Ansichten zur EU: wirtschaftliche und sicherheitspolitische Vorteile, schwer durchschaubare Strukturen

Ansichten zur EU: wirtschaftliche und sicherheitspolitische Vorteile, schwer durchschaubare Strukturen

Nächster EU-Kommissionspräsident: Weber mit Heimvorteil

Nächster EU-Kommissionspräsident: Weber mit Heimvorteil

Sonntagsfrage Europawahl: CSU bei 39 Prozent, SPD hinter den Grünen, Kleinstparteien im Aufwind

Sonntagsfrage Europawahl: CSU bei 39 Prozent, SPD hinter den Grünen, Kleinstparteien im Aufwind

Gut jeder vierte Europawahlpräferenz noch nicht feststehend

Gut jeder vierte Europawahlpräferenz noch nicht feststehend

Interesse an Europawahl höher als vor fünf Jahren

Interesse an Europawahl höher als vor fünf Jahren

Künftige Entwicklung Europas: sechs von zehn für Vertiefung

Künftige Entwicklung Europas: sechs von zehn für Vertiefung

Ansichten zur EU: wirtschaftliche und sicherheitspolitische Vorteile, schwer durchschaubare Strukturen

Ansichten zur EU: wirtschaftliche und sicherheitspolitische Vorteile, schwer durchschaubare Strukturen

Nächster EU-Kommissionspräsident: Weber mit Heimvorteil

Nächster EU-Kommissionspräsident: Weber mit Heimvorteil

Sonntagsfrage Europawahl: CSU bei 39 Prozent, SPD hinter den Grünen, Kleinstparteien im Aufwind

Sonntagsfrage Europawahl: CSU bei 39 Prozent, SPD hinter den Grünen, Kleinstparteien im Aufwind

Gut jeder vierte Europawahlpräferenz noch nicht feststehend

Gut jeder vierte Europawahlpräferenz noch nicht feststehend

Interesse an Europawahl höher als vor fünf Jahren

Am 26. Mai findet die neunte Wahl zum Europäischen Parlament statt. Dem Urnengang in  drei Wochen blicken zwei Drittel (66 Prozent) der bayerischen Wahlberechtigten mit Interesse entgegen. Sie geben an, sehr stark bzw. stark an der Europawahl interessiert zu sein. Drei von zehn (33 Prozent) signalisieren, weniger oder gar nicht interessiert zu sein. Das Europawahlinteresse der Bayern fällt höher aus als vor dem letzten Wahlgang vor fünf Jahren (40 Prozent) und liegt zugleich deutlich über dem aktuellen Bundesschnitt (53 Prozent). Allerdings bleibt das Europawahlinteresse im Freistaat hinter dem der Landtagswahl vom vergangenen Herbst (74 Prozent) erkennbar zurück.  

Wie in früheren Wahljahren ist das Europawahlinteresse bei den älteren (76 Prozent) und formal besser gebildeten Bürgerinnen und Bürger (76 Prozent) vergleichsweise am größten. Die Jungen (53 Prozent) interessieren sich auch im Freistaat weniger für den bevorstehenden Europawahlgang, ebenso Wahlberechtigte mit einfacher Schulbildung (56 Prozent).

 

Künftige Entwicklung Europas: sechs von zehn für Vertiefung 

Vielen Beobachtern gilt die bevorstehende Europawahl als Richtungswahl über die künftige Entwicklung der Europäischen Union. Die Bayern sprechen sich mit 57 Prozent etwas mehr noch als die Bundesbürger insgesamt (52 Prozent) für eine weitere Vertiefung der europäischen Zusammenarbeit in den kommenden Jahren aus. 15 Prozent im Freistaat möchten über den aktuell erreichten Integrationsstand der EU nicht hinausgehen. 23 Prozent plädieren dafür, das bestehende Kooperationsgeflecht innerhalb des Staatenbündnisses zu lockern und nationale Zuständigkeiten zu stärken.

Angeführt von den Anhängern der Grünen (81 Prozent) und der SPD (73 Prozent) überwiegt in fast allen Wählerschaften die Forderung nach einer engeren Kooperation der EU-Mitgliedsländer in den kommenden Jahren. Die Anhänger der AfD (84 Prozent) wünschen sich dagegen mehrheitlich eine Stärkung nationaler Zuständigkeiten innerhalb der EU.    

Ansichten zur EU: wirtschaftliche und sicherheitspolitische Vorteile, schwer durchschaubare Strukturen

Der Wunsch der Bayern nach einer vertieften Zusammenarbeit in der EU gründet nicht zuletzt auf der mehrheitlichen Überzeugung, dass das Projekt der Europäischen Union den Mitgliedsstaaten wirtschaftliche wie sicherheitspolitische Vorteile liefert. Acht von zehn Bayern (81 Prozent) vertreten die Ansicht, die EU-Mitgliedschaft sorge dafür, dass es uns wirtschaftlich gut geht. Nach Ansicht von drei von vier Bayern (76 Prozent) leben wir in Europa zudem durch die EU sicherer. Auch vor diesem Hintergrund plädiert das Gros der Bayern (88 Prozent) dafür, die EU solle in ihrer weiteren Arbeit das Einende der Gemeinschaft stärker betonen als das Trennende. Zugleich fordern acht von zehn (79 Prozent) die EU auf, künftig außenpolitisch stärker in Erscheinung zu treten als bislang.

Eine Herausforderung für die Europäische Union bleiben ihre komplexen institutionellen Strukturen und politischen Spielregeln: Nicht nur jeder zweite Bundesbürger (49 Prozent), auch etwa die Hälfte der Bayern (47 Prozent) gibt vor der anstehenden Europawahl an, die Funktionsweise der Europäischen Union nicht wirklich zu durchschauen. Selbst von denjenigen im Freistaat, die ein großes Interesse an der Europawahl bekunden, bekennen vier von zehn (42 Prozent) entsprechende europapolitische Wissensdefizite.   

Nächster EU-Kommissionspräsident: Weber mit Heimvorteil

Zu den Besonderheiten bei Europawahlen zählt seit 2014 die Aufstellung von europaweiten Spitzenkandidaten, die allerdings nur in ihren nationalen Herkunftsländern tatsächlich gewählt werden können und von denen der Spitzenkandidat der künftig größten Fraktion nicht automatisch Anspruch auf das Amt des Kommissionspräsidenten erheben kann: Das neu gewählte Europäische Parlament stimmt zwar über den Kommissionspräsidenten ab. Das Vorschlagsrecht für das Amt liegt jedoch nicht beim Parlament, sondern allein beim Europäischen Rat und damit bei den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsländer.

Die beiden großen europäischen Parteienbündnisse schicken diesmal den EVP-Fraktionschef Manfred Weber sowie den sozialdemokratischen EU-Kommissar Frans Timmermans ins Rennen. Während die Bundesbürger in der Frage des künftigen Kommissionspräsidenten keinen klaren Favoriten haben, ziehen die Bayern den CSU-Politiker dem niederländischen Sozialdemokraten klar vor: Leicht verändert zum März spricht sich knapp die Hälfte im Freistaat für Weber (46 Prozent; -4) als künftigen Kommissionspräsidenten aus, gut jeder Fünfte für Timmermans (22 Prozent; +6).  

Sonntagsfrage Europawahl: CSU bei 39 Prozent, SPD hinter den Grünen, Kleinstparteien im Aufwind

Drei Wochen vor dem Urnengang spielt die CSU unter Manfred Weber ihre Stärke in Bayern aus, allerdings nicht ganz so deutlich wie zur letzten Europawahl 2014. Bei einer Wahl zum aktuellen Zeitpunkt hätten die Christsozialen unter Manfred Weber 39 Prozent der Wählerstimmen in Aussicht. Sie lägen damit im Freistaat leicht unter dem Unterstützungsniveau von 2014 (40,5 Prozent). Anders die Sozialdemokraten, deren Wähleranteil sich mit 11 Prozent fast halbieren würde (2014: 20,1 Prozent). Die Grünen könnten sich gegenwärtig auf 18 Prozent (2014: 12,1 Prozent) verbessern und würden im Freistaat wie schon zur Landtagswahl auch beim Europawahlgang an der SPD vorbei ziehen. Viertstärkste Kraft bliebe in Bayern wie zur letzten Europawahl die AfD, die gegenüber 2014 leicht auf 9 Prozent (2014: 8,1 Prozent) zulegen würde.

Die Freien Wähler würden derzeit mit 4 Prozent ähnlich abschneiden wie 2014 (4,3 Prozent), während die Liberalen sich mit ebenfalls 4 Prozent leicht verbessern würden (2014: 3,1 Prozent). Die Linke würde derzeit ähnlich wie vor fünf Jahren 3 Prozent (2,9 Prozent) erzielen. Sie liegt damit in Bayern etwa auf dem Niveau von ÖDP und Die PARTEI, die mit 4 bzw. 3 Prozent gegenüber der letzten Europawahl jeweils zulegen könnten.

Die Sonntagsfrage zur Europawahl misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem der Wahlkampf mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Gut jeder vierte Europawahlpräferenz noch nicht feststehend

Von denjenigen, die aktuell eine Parteipräferenz für die Europawahl benennen, will gut jeder Vierte (27 Prozent) nicht ausschließen, dass sich seine Entscheidung bis zum 26. Mai noch einmal ändert. Weniger festgelegt geben sich im Freistaat aktuell insbesondere die Anhänger der Grünen (58 Prozent) sowie der vielen Kleinstparteien (63 Prozent), in den Reihen von AfD (82 Prozent), CSU (80 Prozent) und SPD (79 Prozent) signalisieren dagegen jeweils acht von zehn, dass ihre Entscheidung bereits so gut wie feststeht.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Bayern ab 18 Jahren

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1000 Befragte

Erhebungszeitraum:02. bis 06. Mai 2019

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Roberto Heinrich

Senior Projektleiter Meinungs- und Wahlforschung

roberto.heinrich @remove-this.infratest-dimap.de