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LänderTREND

Bayern Mai 2020 im Auftrag des BR

Sorge vor Ansteckung mit Corona-Virus zurückgegangen

In Bayern infizierten sich nach Berechnungen des Robert Koch-Institut bis Ende Mai über 46.000 Personen mit dem neuartigen Corona-Virus. Mit der langfristig rückläufigen Zahl an Neuinfektionen ist die Angst vor einer Ansteckung im Freistaat deutlich zurückgegangen. Aktuell haben drei von zehn (29 Prozent) im Freistaat sehr große bzw. große Sorgen, dass sie sich selbst bzw. Familienangehörige mit dem Corona-Virus anstecken könnten. Anfang April äußerten noch vier von zehn Bayern (42 Prozent) entsprechende Infektionsängste.

Pandemie-Folgen: wirtschaftliche Sorgen nach wie vor groß

Neben den Ansteckungsängsten sind in Bayern in den vergangenen Wochen auch die wirtschaftlichen Sorgen zurückgegangen, wenngleich nur leicht: Nach 71 Prozent im April äußern aktuell zwei Drittel der Bayern (64 Prozent) große bis sehr große Sorgen, dass sich wegen Corona die wirtschaftliche Lage im Freistaat verschlechtern könnte. Ein Fünftel der bayerischen Wahlberechtigten (22 Prozent) ist wegen Corona weiterhin besorgt um die eigene wirtschaftliche Lage. Vor knapp zwei Monaten machten sich allerdings 30 Prozent ernsthafte Gedanken um die persönliche wirtschaftliche Situation.

 

Ein knappes Drittel besorgt um Beschränkung von Freiheitsrechten

Rückläufig ist in Bayern ebenso die Sorge um coronabedingte längerfristige Freiheitseinschränkungen. Aktuell gibt ein knappes Drittel der Bayern (31 Prozent) an, sie seien in Sorge, dass wegen Corona entsprechende Rechte längerfristig beschränkt sein könnten. Anfang April waren es noch vier von zehn (38 Prozent). Derartige Bedenken finden sich in Bayern durchaus in allen Parteilagern. Allein in den Reihen der AfD prägen sie allerdings mit 72 Prozent die Sicht einer deutlichen Mehrheit.

18 Prozent glauben, Gefährlichkeit des Virus wurde übertrieben

In den letzten Wochen kam es in Deutschland vereinzelt zu Demonstrationen gegen bestehende Corona-Einschränkungen, darunter auch in Bayern. Dabei wurde nicht zuletzt der Vorwurf geäußert, Politik und Medien hätten die Gefährlichkeit des Corona-Virus bewusst übertrieben und die Öffentlichkeit getäuscht. In Bayern folgt knapp jeder Fünfte (18 Prozent) dieser These, 77 Prozent teilen sie nicht. Die Idee einer absichtlichen Panikmache durch Politik und Medien wird allein in den Reihen der AfD mehrheitlich unterstützt (59 Prozent).   

Bisherige Lockerungen: für zwei Drittel richtig

Seit Ende April werden auch im Freistaat erste Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie wieder gelockert. Für zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger im Bundesland ist der Umfang dieser Erleichterungen im öffentlichen Leben gerade richtig (67 Prozent). Für ein Achtel (13 Prozent) gehen diese Erleichterungen nicht weit genug. Noch höher ist allerdings der Anteil derer (18 Prozent), die die begonnenen Normalisierungen bereits als zu weitgehend empfinden.

Mehrheitliche Unterstützung für das bisherige Normalisierungstempo findet sich in Bayern bei den Anhängern von CSU (72 Prozent), SPD (70 Prozent), Grünen (69 Prozent) und der Freien Wähler (57 Prozent). Die Anhänger der AfD sind in ihrem Urteil dagegen sichtbar gepalten: 41 Prozent bezeichnen die bisherigen Normalisierungen als richtig. Etwa ebenso viele (44 Prozent) bevorzugen stattdessen größere Normalisierungsschritte.    

Weiterhin gute Noten für Krisenmanagement der Staatsregierung

Das Corona-Krisenmanagement der Staatsregierung findet weiterhin große Akzeptanz im Freistaat. Nur wenig verändert zu Anfang April sind neun von zehn Wahlberechtigten in Bayern (87 Prozent; -2) sehr zufrieden (36 Prozent) oder zufrieden (51 Prozent) mit dem Handeln der Landes-Exekutive. 13 Prozent (+2) üben Kritik. Der Zuspruch reicht nach wie vor weit in das Lager der Opposition. Selbst von den AfD-Anhängern äußert sich im Freistaat immerhin gut die Hälfte (54 Prozent) anerkennend. 

Politikerbewertung: neun von zehn zufrieden mit Söder

Die nahezu unverändert positive Bewertung des Corona-Krisenmanagements spiegelt sich in einem nach wie vor hohen Zuspruch zum bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder im Freistaat. 90 Prozent der Wahlberechtigten
(-4) äußern sich zufrieden zu dessen Arbeit und damit kaum weniger als im letzten BayernTREND von Anfang April. Mit der Arbeit des Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger von den Freien Wählern sind 49 Prozent (-8) zufrieden. Er bleibt damit etwas deutlicher hinter dem Zufriedenheitswert vom letzten BayernTREND zurück.

Sonntagsfrage: CSU weiter mit absoluter Mehrheit

Die CSU könnte aktuell bei einer Landtagswahl weiterhin mit einer absoluten Mehrheit rechnen. Kaum verändert zu Anfang April hätte die CSU einen Stimmenanteil von 48 Prozent in Aussicht (-1). Die Grünen liegen in Bayern mit 19 Prozent (+2) wieder etwas besser als vor knapp zwei Monaten, die Sozialdemokraten mit 9 Prozent etwas schlechter (-1). Die Freien Wähler kämen aktuell wie Anfang April auf 8 Prozent. Die AfD dagegen müsste mit 5 Prozent (-1) derzeit um den Wiedereinzug in den Landtag kämpfen. Allen anderen Parteien bliebe der Einzug momentan verwehrt, darunter Linken und FDP mit jeweils 3 Prozent Wähleranteil. 

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

Sommerurlaub 2020: maximal in Deutschland

Mit 84 Prozent gibt das Gros der Bayern an, bereits zu wissen, ob und wohin sie diesen Sommer in den Urlaub verreisen werden. 15 Prozent sind sich noch unsicher. 44 Prozent denken, dass sie nach dem jetzigen Stand dieses Jahr wohl zu Hause bleiben und die Koffer gar nicht packen werden. 34 Prozent planen aktuell für den Sommer eine Urlaubsreise zumindest innerhalb Deutschlands, 19 Prozent wollen ins europäische Ausland. 5 Prozent denken trotz der bestehenden Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr gegenwärtig darüber nach, ihren Urlaub außerhalb Europas zu verbringen. Ob es bei diesen Plänen tatsächlich bleibt, wird auch maßgeblich von konkreten Lockerungsschritten für den Tourismus in Deutschland und Europa in den nächsten Wochen abhängen.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Bayern

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1000 Befragte

Erhebungszeitraum:20.-25. Mai 2020

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung