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LänderTREND

Bayern Oktober 2020 im Auftrag des BR

Sorgen vor Ansteckung in Bayern gegenüber Sommer leicht gewachsen

Die Corona-Neuinfektionszahlen sind zuletzt in Bayern wieder gestiegen und damit auch die Sorgen vor einer Ansteckung, wenn auch nur leicht. Aktuell fürchten im Freistaat 29 Prozent, dass sie sich selbst oder Familienmitglieder mit Corona infizieren könnten. Mitte Juli hatten sich 27 Prozent entsprechend geäußert, bundesweit zuletzt im ARD-DeutschlandTREND gut jeder Dritte (36 Prozent). 

Sorgen um die Wirtschaft bleiben

Die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen prägen den Blick auf die wirtschaftiche Situation. So sind die Sorgen um die gesamtwirtschaftliche Entwicklung seit dem Sommer nur leicht zurückgegangen: Nach 60 Prozent im Juli äußern aktuell 55 Prozent der Bayern große bis sehr große Sorgen, dass sich wegen der Pandemie die wirtschaftliche Lage im Freistaat verschlechtern könnte, darunter überdurschnittlich viele Anhänger der AfD (80 Prozent). Kaum minder viele Bayern (50 Prozent) sehen wegen der Pandemie den sozialen Zusammenhalt bedroht.

Um die eigene wirtschaftliche Situation sorgt sich ähnlich wie im Sommer derzeit jeder fünfte bayerische Wahlberechtigte (20 Prozent; -2). Mit 12 Prozent machen sich die älteren Bayern vergleichsweise weniger Sorgen um ihr eigenes wirtschaftliches Auskommen. Demgegenüber ist der Anteil der 40- bis 64jährigen, die sich wegen der Pandemie Sorgen um ihre wirtschaftliche Lebenssituation machen, mit 24 Prozent doppelt so groß.

Zuspruch zum Corona-Krisenmanagement hoch, geht aber zurück

Wie in anderen Bundesländern wird auch im Freistaat der Landesregierung für ihr Corona-Krisenmanagement ein gutes Zeugnis ausgestellt. Der aktuelle Rückhalt für die Staatsregierung bewegt sich weiter auf sehr hohem Niveau, fällt aber geringer aus als im Sommer: Nach 87 Prozent im Juli bewerten 79 Prozent das Handeln der Landesregierung in der Pandemie positiv, 21 Prozent kritisch. Ähnlich viele Wahlberechtigte (75 Prozent) beurteilen die bisherige Corona-Politik in Bayern alles in allem als angemessen, 17 Prozent als übertrieben. 7 Prozent hätten sich rückblickend weitergehende Maßnahmen gewünscht. Die Corona-Politik des Freistaats findet nach wie vor Zuspruch in fast allen Wählerlagern. Allein in den Reihen der AfD überwiegt die Kritik am Krisenmanagement der Staatsregierung bzw an der Ausrichtung der bayerischen Corona-Politik deutlich.

Das alles in allem positive Urteil schließt auch die bayerische Informationspolitik zu Alltagseinschränkungen und Auflagen ein. So äußern sich zu den entsprechenden Informationen von Behörden und staatlichen Stellen im Freistaat sieben von zehn (68 Prozent) zufrieden, 29 Prozent unzufrieden. Mehrheitliche Kritik kommt auch hier allein von den AfD-Anhängern (32:67 Prozent).

Zuspruch für ausgeweitete Maskenpflicht in Risikogebieten

Zu den jüngsten bayerischen Corona-Maßnahmen gehört, in Gebieten mit hohem Infektionsgeschehen die bisherige Maskenpflicht auch auf belebte öffentliche Plätze auszuweiten. Für drei von vier Bayern (76 Prozent) geht diese Maßnahme grundsätzlich in die richtige, für 22 Prozent in die falsche Richtung. Abgesehen von den AfD-Anhängern findet diese Maßnahme Zuspruch in allen Anhängergruppen.

Sonntagsfrage: CSU trotz Verlusten mit knapper absoluter Mehrheit

In der aktuellen landespolitischen Stimmung büßt die CSU an Unterstützung ein. Bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt könnte sie mit einem Wähleranteil von 45 Prozent rechnen. Damit gibt die CSU gegenüber dem letzten BayernTrend vom Juli 4 Punkte ab. Die Christsozialen hätten aber weiterhin eine absolute Mehrheit in Aussicht. Alle anderen Landtagsparteien liegen leicht besser als im Juli. Die Grünen kämen derzeit auf 21 Prozent (+1), die Freien Wähler auf 7 Prozent (+2). AfD und SPD würden jeweils 8 Prozent erzielen (je +1). Allen anderen Parteien bliebe der Einzug in den Landtag verwehrt, darunter FDP und Linkspartei (jeweils 3 Prozent).  

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

Verdi-Warnstreiks: für 56 Prozent gerechtfertigt

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst 4,8 Prozent mehr Geld. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, fanden auch in Bayern bereits erste Warnstreiks statt. 56 Prozent der Bayern halten die Warnstreiks der letzten Woche für gerechtfertigt, vier von zehn (36 Prozent) nicht. Mehrheitliche Zustimmung finden die Streiks in den Reihen von SPD (72 Prozent), Grünen (65 Prozent) und Freien Wählern (58:41 Prozent). Die Anhänger der CSU (46:47 Prozent) wie der AfD (49:48 Prozent) sind in dieser Frage in etwa gleich große Lager gespalten.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Bayern

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1001 Befragte

Erhebungszeitraum:30. September bis 05. Oktober 2020

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

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