BayernTREND Januar 2021

im Auftrag des BR

Wichtigste Probleme in Bayern: Corona, Bildung, Umwelt und Klima

Der Ausbruch der Corona-Pandemie dominiert seit fast einem Jahr die Politik in Bund und Ländern. Die Pandemie prägt erkennbar die Problemsicht der Bürger. Für mehr als jeden zweiten bayerischen Wahlberechtigten (56 Prozent) stellt die Eindämmung der Pandemie zu Jahresbeginn die mit Abstand größte Herausforderung für die Politik im Bundesland dar. Im Kontext der Pandemie hat sich die politische Themensicht der Bürger verändert. Anfang 2019 benannten die meisten Bürger Fragen von Zuwanderung und Einwanderung als wichtigstes Problem im Freistaat. Nicht nachgelassen hat in der Pandemie die Sensibilität gegenüber Schul- und Bildungsfragen (20 Prozent; +/-0), ebenso wenig gegenüber der Klimathematik (17 Prozent; +4). Umwelt- und Klimaaspekte werden sogar häufiger genannt als vor zwei Jahren. Auch die Situation der Wirtschaft (13 Prozent; +7) bewegt die Bayern erkennbar mehr als noch vor 24 Monaten.

Grundstimmung eingetrübt: knappe Mehrheit bleibt zuversichtlich

Ungeachtet der Pandemie gibt sich weiterhin gut die Hälfte der Bayern optimistisch: Vier von zehn (40 Prozent) sind zwar zu Jahresbeginn besorgt. Für 54 Prozent liefern die derzeitigen Verhältnisse im Freistaat dagegen Anlass zur Zuversicht. Dennoch hat sich die Grundstimmung zu 2020 erkennbar eingetrübt. Vor Ausbruch der Pandemie im Januar und auch während des ersten Lockdowns im April boten die Gegebenheiten im Freistaat noch für etwa zwei Drittel Anlass zur Zuversicht.

Positiv äußern sich nach wie vor insbesondere die Anhänger der CSU (74:20 Prozent). Aber auch in den Reihen von SPD (61:37 Prozent) und Grünen (54:43 Prozent) überwiegt eine zuversichtliche Grundstimmung. Skepsis dominiert die Wahrnehmung der AfD-Anhänger (5:94 Prozent), mittlerweile aber auch die der Freien Wähler (37:61 Prozent).

Hälfte will sich auf jeden Fall impfen lassen, Kritik am Impftempo

Dass die Zuversicht in Pandemiezeiten im Freistaat weiterhin überwiegt, dürfte auch mit den mittlerweile angelaufenen Corona-Impfungen in Verbindung stehen. Die derzeitige Impfbereitschaft im Freistaat entspricht etwa der in der Bundesrepublik insgesamt. 50 Prozent der Wahlberechtigten geben an, sich auf jeden Fall gegen das Corona-Virus impfen lassen zu wollen. Weitere 27 Prozent wollen eine Impfung für sich zumindest nicht ausschließen. 21 Prozent signalisieren dagegen, dass sie sich eher nicht bzw. auf keinen Fall impfen lassen wollen. Die Impfbereitschaft ist auch in Bayern durch ein klares Altersgefälle gekennzeichnet. Während die Jüngeren einer Impung eher zurückhaltend gegenüberstehen, ist die Bereitschaft bei den Älteren am deutlichsten ausgeprägt.

Der bundesweite Impfstart bleibt auch im Freistaat hinter den Erwartungen vieler zurück. Ähnlich wie bundesweit bezeichnen auch in Bayern vier von zehn Wahlberechtigten (40 Prozent) das bisherige Tempo der Corona-Impfungen zwar als angemessen. Die Hälfte (51 Prozent) aber empfindet es als zu langsam. Kaum jemandem in Bayern (6 Prozent) ist das Tempo der angelaufenen Impfungen zu schnell.

Zuspruch zum Corona-Krisenmanagement rückläufig

Trotz fortlaufender Alltagsbeschränkungen findet die Corona-Krisenpolitik im Grundatz nach wie vor Unterstützung. Die zu Jahresbeginn gemeinsam von Ministerpräsidenten und Kanzleramt nochmals verschärften Einschränkungen in Deutschland bezeichnen im Freistaat 56 Prozent als angemessen. Weitere 12 Prozent der Bayern sprechen sich angesicht der Infektionsdynamik sogar für nochmals weitergehende Corona-Maßnahmen aus. Dem stehen 31 Prozent gegenüber, denen der aktuelle Lockdwon zu weit geht.

Die Zustimmung zu den aktuell geltenden strengen Corona-Maßnahmen kann allerdings nicht verdecken, dass die Unterstützung für die Corona-Krisenpolitik der Staatsregierung rückläufig ist. So äußerten sich während des ersten Lockdowns im April 89 Prozent positiv, im vergangenen Herbst 79 Prozent. Aktuell sind 60 Prozent der Bayern zufrieden mit dem Krisenmanagement der Landesregierung, 39 Prozent üben Kritik. Zustimmung zur Corona-Krisenpolitik im Land kommt abgesehen von den CSU-Anhängern (83 Prozent) vor allem aus den Reihen der Grünen (68:32 Prozent). Beim Koalitionspartner Freie Wähler halten sich Zustimmung und Ablehnung die Waage (50:50 Prozent). Bei den bayerischen SPD-Anhängern überwiegt die Kritik (42:58 Prozent). In den Reihen der AfD gibt es kaum Zuspruch (10:90 Prozent). 

Außerdem im aktuellen BayernTREND:

  • Große Mehrheit mit Krisenmanagement des Kultusministeriums unzufrieden
  • Regierungszufriedenheit immer noch höher als vor Ausbruch der Pandemie
  • Oppositionsparteien im Landtag: Grüne weiterhin am besten bewertet
  • Politikerbewertung: Söder trotz Verlusten populärster Landespolitiker
  • Sonntagsfrage Land: CSU weiter mit Aussicht auf absolute Mehrheit
  • CDU/CSU-Kanzlerkandidat: Söder weiterhin am besten bewertet

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Bayern

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung in Bayern

Stichprobe

Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren

Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl

1000 Befragte

Erhebungszeitraum

07. bis 11. Januar 2021

Schwankungsbreite

liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

© infratest dimap

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