BayernTREND September 2021

Repräsentative Studie im Auftrag des BR

Sonntagsfrage Bundestagswahl: CSU und Grüne verlieren, SPD legt zu

Die massiven Bewegungen in den bundesweiten Umfragen der letzten Wochen zulasten von Union und Grünen gehen an Bayern nicht spurlos vorbei. Bei einer Bundestagswahl zum aktuellen Zeitpunkt würden 28 Prozent ihr Kreuz bei den Christsozialen machen, -8 Punkte weniger als noch Anfang Juli. Die Grünen hätten derzeit 16 Prozent in Aussicht, 2 Punkte weniger als vor zwei Monaten. Die Sozialdemokraten sind demgegenüber aktuell auch in Bayern im Aufwind. Die SPD könnte nach 9 Prozent im Juli aktuell mit 18 Prozent rechnen und wäre in Bayern vor den Grünen zweitstärkste Kraft. Die AfD würde im Freistaat unverändert 10 Prozent (+/-0) erzielen, die FDP 12 Prozent (+1). Die Linke käme momentan auf 3 Prozent (-1), während die Freien Wähler in Bayern 7 Prozent (+1) erreichen würden. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf einen Stimmenanteil von 6 Prozent (+/-0).

Wäre dies der tatsächliche Wahlausgang am 26. September, würde die CSU ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis in Bayern einfahren und läge momentan bei ähnlicher Wahlbeteiligung wie 2017 bundesweit unter 5 Prozent. Deutlich besser als 2017 würden im Freistaat die Grünen (2017: 9,8 Prozent) und die Freien Wähler (2017: 2,7 Prozent) abschneiden. Aber auch die SPD (2017: 15,3 Prozent) und die Liberalen (2017: 10,2 Prozent) würden mit Zugewinnen abschließen. Dagegen würde die AfD aktuell ihr Ergebnis von vor vier Jahren (2017: 12,4 Prozent) nicht erreichen, ebenso wenig die Linke (2017: 6,1 Prozent).

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen. Von denjenigen, die aktuell eine Parteipräferenz in der Sonntagsfrage benennen, geben 30 Prozent an, dass sich ihre Entscheidung bis zum Wahltag nochmals ändern könnte, darunter überdurchschnittlich viele jüngere Wahlberechtigte.  

Außerdem im aktuellen BayernTREND:

  • Rückhalt für unionsgeführtes Bundeskabinett gesunken
  • Politikzufriedenheit: Scholz in Bayern mit Sympathiegewinn
  • Direktwahlfrage Bundeskanzler: vier von zehn Bayern für Scholz
  • Wahlmotive: Kandidat für SPD-Anhänger von großer Bedeutung
  • Wichtigste Probleme: Umwelt, Zuwanderung, Ungleichheit
  • Klima- und Umweltschutz: Höhere Preise umstritten
  • Widerstand gegen höheres Rentenalter und Steuersenkungen für die Wirtschaft

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Bayern

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung in Bayern

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.195 Befragte (780 Telefoninterviews und 415 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

02. bis 06. September 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10%
** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

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17.09.2021, 18:01

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