BerlinTREND September 2021

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Eineinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin liegt die SPD in der Sonntagsfrage der ARD-Vorwahlumfrage aktuell bei 24 Prozent und wäre damit stärkste politische Kraft in der Hauptstadt. Mit bundespolitischem Rückenwind könnte sie sich etwas deutlicher als noch im August (+1 Prozentpunkte) von der CDU absetzen und auch ihr Wahlergebnis von 2016 (21,6 Prozent) verbessern. Die CDU gibt im Vergleich zu August 3 Punkte ab und hätte aktuell 16 Prozent in Aussicht – nach 2016 (17,6 Prozent) wäre dies ein erneutes historisches Tief.

Die mitregierenden Grünen lägen – nach einem leichten Plus im Vergleich zu August - bei 18 Prozent. Sie wären damit zweitstärkste Kraft und würden besser als vor fünf Jahren (2016: 15,2 Prozent) abschneiden. Der Koalitionspartner Die Linke könnte mit 13 Prozent (+1) der Stimmen rechnen, damit aber nicht ganz an das Wahlergebnis von 2016 (15,6 Prozent) anknüpfen.

Die AfD würde mit 10 Prozent (-1) ihr Wahlergebnis von vor fünf Jahren ebenfalls verfehlen (2016: 14,2 Prozent). Die FDP läge mit 7 Prozent (-1) ähnlich wie 2016 (6,7 Prozent). Die Tierschutzpartei käme – bei einer Wahl zum jetzigen Zeitpunkt – auf 3 Prozent, alle anderen Parteien zusammengenommen auf 9 Prozent.

Bei einem solchen Wahlausgang könnte die amtierende Koalition aus SPD, Linken und Grünen die Regierungsgeschäfte weiterführen. Ein Bündnis aus SPD, CDU und FDP wäre ebenso wie ein Bündnis aus SPD, CDU und Grünen möglich. Zweierbündnisse hätten hingegen keine Mehrheit.

Bewegungen sind bis zum 26. September weiterhin möglich. Zwar steht für gut zwei Drittel (69 Prozent) nach eigenen Angaben die Wahlentscheidung bereits fest. Gut jeder Achte (13 Prozent) gibt in der aktuellen Umfrage an, dass eine Änderung der Parteipräferenz bis zum Wahlsonntag nicht ausgeschlossen ist, knapp ein Fünftel (18 Prozent) der Befragten lässt keine Neigung zu einer Partei erkennen - oder ist sich bezüglich der Wahlteilnahme noch unsicher.
Die Sonntagsfrage misst daher aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungs-bildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen sein kann. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Berlin

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung in Berlin

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.510 Befragte
(985 Telefoninterviews und 525 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

13. bis 15. September 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10%
** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

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