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LänderTREND

Brandenburg April 2019 im Auftrag des rbb / Brandenburg aktuell

Sonntagsfrage: AfD verliert, Grüne legen zu

Sonntagsfrage: AfD verliert, Grüne legen zu

Rot-rote Regierungsarbeit stößt weiterhin auf geteiltes Echo

Rot-rote Regierungsarbeit stößt weiterhin auf geteiltes Echo

Woidke mit Popularitätsvorsprung, Konkurrenten mit Bekanntheitsdefiziten

Woidke mit Popularitätsvorsprung, Konkurrenten mit Bekanntheitsdefiziten

Politikerzufriedenheit: Dietmar Woidke
(Zeitverlauf)

Politikerzufriedenheit: Dietmar Woidke (Zeitverlauf)

Parteikompetenz Kommunalpolitik

Parteikompetenz Kommunalpolitik

Parteikompetenz Kommunalpolitik
Nach Ortsgröße

Parteikompetenz Kommunalpolitik Nach Ortsgröße

Sonntagsfrage: AfD verliert, Grüne legen zu

Sonntagsfrage: AfD verliert, Grüne legen zu

Rot-rote Regierungsarbeit stößt weiterhin auf geteiltes Echo

Rot-rote Regierungsarbeit stößt weiterhin auf geteiltes Echo

Woidke mit Popularitätsvorsprung, Konkurrenten mit Bekanntheitsdefiziten

Woidke mit Popularitätsvorsprung, Konkurrenten mit Bekanntheitsdefiziten

Politikerzufriedenheit: Dietmar Woidke
(Zeitverlauf)

Politikerzufriedenheit: Dietmar Woidke (Zeitverlauf)

Parteikompetenz Kommunalpolitik

Parteikompetenz Kommunalpolitik

Parteikompetenz Kommunalpolitik
Nach Ortsgröße

Parteikompetenz Kommunalpolitik Nach Ortsgröße

Rot-rote Regierungsarbeit stößt weiterhin auf geteiltes Echo

Knapp fünf Monate vor der Landtagswahl stößt das rot-rote Landeskabinett mit seiner Arbeit weiterhin auf ein eher geteiltes Echo. Aktuell sind 51 Prozent mit der von SPD und Linke gebildeten Regierung sehr zufrieden bzw. zufrieden (plus 2 Punkte im Vergleich zum letzten BrandenburgTREND vom September 2018). 47 Prozent der Brandenburger sind weniger bzw. gar nicht zufrieden mit der Regierungsleistung. Bis 2016 überwogen die positiven Stimmen zur Regierungsarbeit im Bundesland, bevor das SPD-geführte Bündnis wegen der Diskussion um die Kreisgebietsreform deutlich an Rückhalt einbüßte.

Die Anhänger der beiden Regierungsparteien vergeben zu rund drei Vierteln gute Noten an die Regierung. Aber auch in den Reihen von CDU und FDP überwiegen die positiven Urteile. Das Meinungsbild der Grünen-Wähler ist geteilt. Die Anhänger der AfD werfen dagegen mit großer Mehrheit der Landesregierung kritisch gegenüber.

Woidke mit Popularitätsvorsprung, Konkurrenten mit Bekanntheitsdefiziten  

Neben der inhaltlichen Profilierung der Parteien spielt deren personelle Aufstellung eine bedeutsame Rolle für das Abschneiden bei der Landtagswahl. Hier gehen die Sozialdemokraten erneut mit einem Wettbewerbsvorteil in die Auseinandersetzung. SPD-Spitzenkandidat Dietmar Woidke bleibt der mit Abstand bekannteste und beliebteste Politiker im Bundesland. Mehr als die Hälfte der Brandenburger (55 Prozent) äußert sich aktuell sehr zufrieden bzw. zufrieden zu seiner Arbeit. Allerdings erreicht der SPD-Ministerpräsidenten nicht das Popularitätsniveau der letzten Landtagswahl (September 2014: 70 Prozent). CDU-Herausforderer Ingo Senftleben erhält aufgrund geringerer Bekanntheit nur von einem Viertel der Wahlberechtigten gute Noten. Die positiven Urteile überwiegen allerdings auch bei dem Christdemokraten (25:16 Prozent). Zudem kann er seine Beliebtheit im Vergleich zum September 2018 ausbauen (+6 Punkte).

Deutliche Bekanntheitsdefizite haben auch die Spitzenkandidaten der Grünen und der Linken. Dies gilt sowohl für die Grünen-Spitzen Ursula Nonnemacher (16:14 Prozent) und Benjamin Raschke (12:10 Prozent) als auch für die beiden Linken-Spitzenkandidaten Kathrin Dannenberg (15:11 Prozent) und Sebastian Walter (12:7 Prozent). Mit dem Namen des AfD-Vorsitzenden Andreas Kalbitz kann nur eine Minderheit etwas anfangen. Im Unterschied zu den anderen Spitzenkandidaten überwiegen bei ihm die negativen Urteile (11:14 Prozent).

Sonntagsfrage: AfD verliert, Grüne legen zu

Die aktuelle landespolitische Stimmung ist vor allem geprägt von AfD-Verlusten und Grünen-Gewinnen. Mit vier Parteien, die um die 20-Prozentmarke liegen, zeichnen sich zudem unübersichtliche Kräfteverhältnisse für den Herbst ab. Würden die Wahlberechtigten bereits jetzt zur Wahlurne gerufen, käme die SPD auf 22 Prozent – ein Minus von einem Punkt zur letzten Umfrage im September und der bislang niedrigste SPD-Wert im BrandenburgTREND. Die SPD bliebe damit deutlich hinter ihrem  Landtagswahlergebnis von September 2014 (31,9 Prozent). Ihr Koalitionspartner Linke gibt in ähnlichem Umfang (-1) ab und hätte 16 Prozent in Aussicht – auch für sie ein Negativrekord im BrandenburgTREND. Von der Schwäche der beiden Regierungsparteien profitiert die größte Oppositionspartei im Landtag nicht. Die Christdemokraten geben gegenüber September ebenfalls 1 Punkt ab und würden derzeit einen Stimmenanteil von 20 Prozent auf sich vereinen – der schlechteste CDU-Wert im BrandenburgTREND seit der Landtagswahl 2009.

Nach Verlust von vier Punkten rutscht die AfD auf den dritten Platz ab. Mit einem aktuellen Wähleranteil von 19 Prozent liegt sie aber nur knapp hinter SPD und CDU und würde mit einem solchen Resultat zudem ihr Wahlergebnis von 2014 (12,7 Prozent) deutlich verbessern. Die FDP könnte wie im letzten Herbst mit 5 Prozent rechnen und läge damit auf der Mandatsschwelle. Die Grünen legen als einzige Partei kräftig zu und schneiden aktuell zweistellig ab (12 Prozent, +5). Bei einem solchen Wahlausgang hätte weder Rot-Rot (38 Prozent) noch Rot-Schwarz (42 Prozent) eine eigene Parlamentsmehrheit.  

Die Sonntagsfrage misst zum Zeitpunkt der Befragung bestehende Wahlneigungen, kein späteres Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand in der Meinungsbildung der Wahlbevölkerung, die erst mit dem tatsächlichen Urnengang am Wahltag zum Abschluss kommt. Rückschlüsse von der aktuellen Sonntagsfrage auf einen späteren Wahlausgang sind daher nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Zugleich hat die finale Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien an Bedeutung gewonnen.

Kommunalpolitisches Vertrauen: SPD und CDU gleichauf

Am 26. Mai finden in Brandenburg neben den Bürgermeisterwahlen die Wahlen zu den Kreistagen, Stadtverordnetenversammlungen und Gemeindevertretungen statt. Das kommunalpolitische Vertrauen der Brandenburger konzentriert sich etwa eineinhalb Monate vor dem Urnengang etwa gleich stark auf SPD und CDU. Jeweils jeder Fünfte setzt zur Lösung der wichtigsten politischen Probleme in seiner Stadt bzw. Gemeinde am ehesten auf die Sozial- (20 Prozent) bzw. Christdemokraten (19 Prozent).

Mit deutlichem Abstand folgen im Urteil der Brandenburger Linkspartei (8 Prozent), Grüne und AfD (jeweils 4 Prozent) sowie der BVB/Freie Wähler (3 Prozent). Ein Drittel der Brandenburger tut sich wenige Wochen vor den Kommunalwahlen mit der Beurteilung der lokalen Politik schwer. Sie können keine Partei oder Liste benennen, der sie die Lösung der anstehenden Aufgaben vor Ort zutrauen. Dies gilt insbesondere für die Wahlberechtigten in den kleineren Brandenburger Gemeinden, wo die klassischen Parteien traditionell weniger präsent sind als in den größeren Städten.  

 

 

 

 

 

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Brandenburg

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1000 Befragte

Erhebungszeitraum:2.-6. April 2019

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Roberto Heinrich

Senior Projektleiter Meinungs- und Wahlforschung

roberto.heinrich @remove-this.infratest-dimap.de