BrandenburgTREND November 2020

im Auftrag des rbb

Corona-Kurs: Mehrheit hält Maßnahmen für angemessen, aber Zustimmung sinkt

Seit Anfang November gilt in Deutschland ein sogenannter „Teil-Lockdown“, auf den sich Kanzleramt und Ministerpräsidenten angesichts steigender Infektionszahlen Ende Oktober verständigt hatten. Bereits am Montag dieser Woche haben Bund und Länder über schärfere Corona-Eindämmungsmaßnahmen beraten.  Im Ergebnis haben sie einen Appell an die Bürger gerichtet, Kontakte weiter zu reduzieren, konkrete Entscheidungen über die Fortführung oder mögliche Verschärfungen der Maßnahmen jedoch auf nächste Woche vertagt.

Die Alltagseinschränkungen, die bisher in Kraft sind, stoßen bei der Bevölkerung in Brandenburg mehrheitlich auf Akzeptanz. Insgesamt betrachtet gut die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger (52 Prozent) das Maßnahmenpaket als angemessen. Dabei steigt die Unterstützung mit dem Alter: die zur Risikogruppe zählenden Bürger über 65 Jahren (64 Prozent) halten die Maßnahmen deutlich häufiger für angemessen als jüngere Bürger im Alter unter 45 Jahren (48 Prozent).

Im Vergleich zur ersten Pandemiewelle im Frühjahr ist Anteil der Bürger, der die Corona-Maßnahmen insgesamt als angemessen betrachtet, deutlich rückläufig. Im April überwog die pauschale Zustimmung zu aktuellen Maßnahmen deutlich: 76 Prozent im Land hielten die Maßnahmen insgesamt für angemessen. Im Gegenzug hat sich der Anteil derer, die die aktuellen Auflagen entweder für unzureichend (aktuell 27, April 14 Prozent), oder im Gegenteil für übertrieben halten (18:9 Prozent) nahezu verdoppelt.

In Brandenburg (27 Prozent) sind Stimmen, die sich ein restriktiveres Vorgehen gewünscht hätten, etwas häufiger zu hören als zuletzt in Deutschland insgesamt (18 Prozent im DeutschlandTREND vom 12. November). Dafür sind in Brandenburg aktuell weniger Bürger (18 Prozent) als im Bund (26 Prozent) der Auffassung, dass die Maßnahmen über das Ziel hinausschießen. Ähnlich viele Brandenburger wie Bundesbürger insgesamt halten die Auflagen für angemessen (52:54 Prozent).

 

Weihnachten: Brandenburger uneins über Lockerung von Corona-Auflagen

Am 25. November wollen Kanzleramt und Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen bis zum Jahreswechsel beraten. Das Gros der Brandenburger (79 Prozent) rechnet mit einer Verlängerung der Maßnahmen in den Dezember. Die Hälfte der Bürger (53 Prozent) würde es vom jetzigen Stand aus aber begrüßen, wenn die Beschränkungen zu Weihnachten wieder gelockert werden würden, 43 Prozent sind allerdings gegenteiliger Auffassung.

Mit den derzeit geltenden Corona-Auflagen wurden die Möglichkeiten für soziale Kontakte wieder deutlich eingeschränkt, die psychosozialen Folgen der Pandemie rücken erneut in den Blickpunkt. Aktuell gibt immerhin ein Drittel der Brandenburger (33 Prozent) an, sich seit Beginn der Corona-Pandemie häufiger einsam zu fühlen als früher. Ein Eindruck, der in Brandenburg ähnlich ausgeprägt ist wie bundesweit zu Monatsbeginn (vgl. 30 Prozent ARD-DeutschlandTREND extra vom 5. November).

Außerdem finden Sie im BrandenburgTREND folgende Themen:

  • Ein Jahr Kenia-Koalition: Mehrheit mit Landesregierung zufrieden
  • Politikerzufriedenheit: Große Zufriedenheit mit Ministerpräsident Woidke
  • Sonntagsfrage: Politisches Stimmungsbild stabil 
  • Zwei Drittel der Brandenburger erwarten positive Effekte durch die Ansiedlung von Tesla

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Kontakt
Anja Miriam Simon

Brandenburg

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung in Brandenburg (Deutsche ab 16 Jahren)

Stichprobe

Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren

Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl

1002 Befragte

Erhebungszeitraum

12. - 17. November 2020

Schwankungsbreite

liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

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