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LänderTREND

Hamburg Februar 2019 im Auftrag des NDR

Weiterhin positive wirtschaftliche Stimmung an der Alster

Weiterhin positive wirtschaftliche Stimmung an der Alster

Wichtigste Probleme: Mobilität und bezahlbares Wohnen

Wichtigste Probleme: Mobilität und bezahlbares Wohnen

Mieten in fünf Jahren: Jeder dritte Hamburger Mieter fürchtet Überforderung

Mieten in fünf Jahren: Jeder dritte Hamburger Mieter fürchtet Überforderung

Sonntagsfrage: SPD trotz Verlusten klar stärkste Kraft, Grüne erstmals auf Platz Zwei

Sonntagsfrage: SPD trotz Verlusten klar stärkste Kraft, Grüne erstmals auf Platz Zwei

Regierungszufriedenheit: Senat kämpft mit sinkenden Sympathien

Regierungszufriedenheit: Senat kämpft mit sinkenden Sympathien

Landespolitiker: Tschentscher am populärsten, aber im Schatten von Scholz

Landespolitiker: Tschentscher am populärsten, aber im Schatten von Scholz

Kompetenzen: SPD büßt ein, Grüne legen zu, Opposition kaum verändert

Kompetenzen: SPD büßt ein, Grüne legen zu, Opposition kaum verändert

26. Mai 2019: Europawahlen locken eher als Bezirksversammlungswahlen

26. Mai 2019: Europawahlen locken eher als Bezirksversammlungswahlen

Interesse an Europa- und Bezirkswahlen am 26. Mai

Interesse an Europa- und Bezirkswahlen am 26. Mai

Weiterhin positive wirtschaftliche Stimmung an der Alster

Weiterhin positive wirtschaftliche Stimmung an der Alster

Wichtigste Probleme: Mobilität und bezahlbares Wohnen

Wichtigste Probleme: Mobilität und bezahlbares Wohnen

Mieten in fünf Jahren: Jeder dritte Hamburger Mieter fürchtet Überforderung

Mieten in fünf Jahren: Jeder dritte Hamburger Mieter fürchtet Überforderung

Sonntagsfrage: SPD trotz Verlusten klar stärkste Kraft, Grüne erstmals auf Platz Zwei

Sonntagsfrage: SPD trotz Verlusten klar stärkste Kraft, Grüne erstmals auf Platz Zwei

Regierungszufriedenheit: Senat kämpft mit sinkenden Sympathien

Regierungszufriedenheit: Senat kämpft mit sinkenden Sympathien

Landespolitiker: Tschentscher am populärsten, aber im Schatten von Scholz

Landespolitiker: Tschentscher am populärsten, aber im Schatten von Scholz

Kompetenzen: SPD büßt ein, Grüne legen zu, Opposition kaum verändert

Kompetenzen: SPD büßt ein, Grüne legen zu, Opposition kaum verändert

26. Mai 2019: Europawahlen locken eher als Bezirksversammlungswahlen

26. Mai 2019: Europawahlen locken eher als Bezirksversammlungswahlen

Interesse an Europa- und Bezirkswahlen am 26. Mai

Interesse an Europa- und Bezirkswahlen am 26. Mai

Weiterhin positive wirtschaftliche Stimmung an der Alster

Trotz erster Anzeichen für eine sich abschwächende Konjunktur fällt die wirtschaftliche Stimmung in Hamburg weiterhin deutlich positiv aus. 85 Prozent der Wahlberechtigten und damit ähnlich viele wie vor vier Jahren (2015: 87 Prozent) bezeichnen die Lage der Hamburger Wirtschaft aktuell als sehr gut bzw. gut, nur jeder Achte (13 Prozent) kommt zu einem negativen Urteil. Diese positive Sicht auf die konjunkturelle Situation im Bundesland überwiegt in den Anhängerschaften aller Bürgerschaftsparteien.

Wichtigste Probleme: Mobilität und bezahlbares Wohnen

Das positive Wirtschaftsurteil setzt sich im Problemaufriss der Hamburger fort. Konjunktur- (4 Prozent) und Arbeitsmarktfragen (5 Prozent) spielen gegenwärtig an der Alster eine unverändert geringe Rolle. Andere Probleme sind für die Hamburger wesentlich bedeutsamer. Mit 38 Prozent betreffen die meisten aktuellen Problemnennungen Fragen von Stadtverkehr und Mobilität, gefolgt von der angespannten Situation am Hamburger Wohnungsmarkt (32 Prozent). An dritter Stelle steht die Schul- und Bildungspolitik (26 Prozent). Mit deutlichem Abstand rangieren dahinter Fragen der Zuwanderung und Flüchtlingsintegration (14 Prozent) sowie Umweltschutzaspekte (11 Prozent).

Im Vergleich zu vor vier Jahren hat sich die Problemwahrnehmung an der Alster deutlich verändert. Probleme der Flüchtlingsmigration werden in der Stadt wesentlich seltener genannt als im Umfeld der letzten Bürgerschaftswahl (-18). Dagegen sorgen Verkehrsthemen (+14) sowie die Wohn- und Mietsituation (+9) für wachsenden Unmut an der Alster. Darüber hinaus haben bei den Hamburgern Umweltschutzfragen (+8) wieder sichtbar an Gewicht gewonnen.

Mieten in fünf Jahren: Jeder dritte Hamburger Mieter fürchtet Überforderung

Hamburg ist eine Mieterstadt. Sieben von zehn Wahlberechtigten wohnen nicht in den eigenen vier Wänden. Die meisten Hamburger Mieter (63 Prozent) sehen in den steigenden Mieten zwar keine unmittelbar Bedrohung für die eigene Lebenssituation, sie sind weniger oder gar nicht besorgt, ihre Wohnung in fünf Jahren nicht mehr halten zu können. Ein beachtlicher Teil der Stadtbürgerschaft befürchtet jedoch, dass die Mietendynamik sie in bereits absehbarer Zeit existenziell überfordern könnte. So äußert gut jeder dritte Hamburger Mieter (36 Prozent) große bis sehr große Sorgen, seine jetzige Wohnung in fünf Jahren nicht mehr finanzieren zu können.

Jüngere Hamburger (unter 39jährige: 40 Prozent) blicken häufiger besorgt auf die schnell steigenden Mieten in der Stadt als ältere Mieter (über 65jährige: 29 Prozent). Unter den Parteianhängern bestehen Ängste vor einer finanziellen Überforderung insbesondere bei den Wählern von Linken (46 Prozent) und AfD (48 Prozent).

 

Sonntagsfrage: SPD trotz Verlusten klar stärkste Kraft, Grüne erstmals auf Platz Zwei

In etwa einem Jahr findet in Hamburg die Wahl zur Bürgerschaft statt. Bei einer Wahl zum aktuellen Zeitpunkt würden sich die Kräfteverhältnisse an der Alster erkennbar verschieben. Die SPD bliebe mit einem Wähleranteil von 31 Prozent zwar klar stärkste Partei, sie verliert gegenüber dem letzten HamburgTREND vom April 2016 allerdings 8 Punkte und bliebe deutlich hinter ihrem letzten Bürgerschaftswahlergebnis zurück (2015: 45.6 Prozent). Hiervon profitiert ihr Koalitionspartner: Die Grünen legen gegenüber 2016 um 7 Punkte auf 22 Prozent zu, ihr bislang bester Wert im HamburgTREND. Kaum verändert zu April 2016 liegt die Hamburger CDU mit 17 Prozent (-1). Allerdings müsste sie sich damit erstmals mit dem dritten Platz an der Alster zufrieden geben. Viertstärkste Partei wäre bei einem aktuellen Urnengang weiterhin die Linke mit 10 Prozent (-1) vor FDP (+2) und AfD (+/-0), die jeweils Stimmenanteile von 8 Prozent in Aussicht hätten.

 

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Nicht nur legen sich viele Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, auch hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

Regierungszufriedenheit: Senat kämpft mit sinkenden Sympathien

Bei einer Wahl entsprechend der aktuellen Sonntagsfrage könnte sich der rot-grüne Senat weiterhin eine Mehrheit in der Bürgerschaft sichern. Dies deckt sich mit einem überwiegend positiven Regierungsurteil der Hamburger Bürger. Gut die Hälfte der Wahlberechtigten (54 Prozent, -7) äußert sich zufrieden mit der Arbeit der Senatsregierung, vier von zehn üben Kritik (41 Prozent, +8). Allerdings hat die Regierungszufriedenheit im Vergleich zum letzten HamburgTREND vom April 2016 sichtbar nachgelassen, so dass sich der Senat im deutschlandweiten Popularitätsvergleich der Landesregierungen gegenwärtig nur im Mittelfeld bewegt.   

 Mehrheitlich zufrieden sind mit der Senatsarbeit weiterhin die Anhänger der beiden Senatsparteien. Auch in den Hamburger CDU-Reihen überwiegt eine wohlwollende Sicht (56:39 Prozent). Während die FDP-Anhänger in ihrem Urteil gespalten sind (47:47 Prozent), üben die Anhänger der Linken (29:63 Prozent), vor allem aber die der AfD (25:74 Prozent) deutliche Kritik. 

Landespolitiker: Tschentscher am populärsten, aber im Schatten von Scholz

Bürgermeister Peter Tschentscher führt den rot-grünen Senat erst seit März 2018. Wie zuvor Olaf Scholz ist auch Tschentscher der mit Abstand populärste Hamburger Landespolitiker. Allerdings bleibt der SPD-Bürgermeister mit einem Zuspruch von 54 Prozent bislang hinter den Zufriedenheitswerten seines Amtsvorgängers zurück und bewegt sich auch im deutschlandweiten Popularitätsvergleich der Ministerpräsidenten lediglich im Mittelfeld. Hinter dem SPD-Bürgermeister folgt im aktuellen Bürgerurteil Katharina Fegebank von den Grünen. Sie hat als stellvertretende Bürgermeisterin und Wirtschaftssenatorin gegenüber 2015 sichtbar an Zuspruch zugelegt und wird aktuell von 43 Prozent (+17) der Hamburger positiv bewertet.

Die Spitzen der Hamburger Opposition fallen hierzu im Bürgerurteil deutlich ab. Am bekanntesten und vergleichsweise populärsten ist Linken-Fraktionschefin Cansu Özdemir mit einem Zuspruch von 34 Prozent. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Andre Trepoll wird von 19 Prozent (+10 zu April 2016) positiv bewertet. Auf den hinteren Rängen finden sich Linken-Co-Fraktionschefin Sabine Boeddinghaus (11 Prozent), die beiden Fraktionsspitzen von der FDP, Michael Kruse (15 Prozent) und Anna von Treuenfels-Frowein (8 Prozent) sowie AfD-Fraktionschef Alexander Wolf (11 Prozent). Sie kämpfen allesamt mit deutlichen Bekanntheitsproblemen und sind jeweils weniger als der Hälfte der Hamburger Wahlberechtigten ein Begriff.

Kompetenzen: SPD büßt ein, Grüne legen zu, Opposition kaum verändert

Die SPD genießt aktuell in der Mehrzahl der abgefragten Politikfelder weiterhin das vergleichsweise größte Vertrauen der Hamburger Bürger, d.h. in der Wohnungspolitik (36 Prozent), beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit (35 Prozent), in der Schulpolitik (31 Prozent) sowie in Verkehrsfragen (24 Prozent). Auch in der summarischen Bewertung, wem man am ehesten die Lösung der wichtigsten Aufgaben in Hamburg zutraut, liegen die Sozialdemokraten im Bürgerurteil vorn (34 Prozent). Allerdings binden die Sozialdemokraten durchweg weniger Sachvertrauen als zur letzten Bürgerschaftswahl. Vor allem ihre wohnungspolitischen Kompetenzzuschreibungen sind innerhalb der letzten vier Jahre deutlich zurückgegangen (-15).

 

Während die SPD Sachvertrauen verloren hat, gewannen die Hamburger Grünen seit ihrem Senatseintritt sichtbar Kompetenzen hinzu. In der Verkehrspolitik (24 Prozent, +10) wecken die Grünen in der Stadt aktuell ebenso viele Erwartungen wie ihr größerer Koalitionspartner. Zugleich genießen sie in Verkehrs- und Mobilitätsfragen in Hamburg einen stärkeren Rückhalt als die CDU, ebenso beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit (17 Prozent, +9) und für bezahlbaren Wohnraum (13, +7).

 

Die Kompetenzwahrnehmung der Hamburger Oppositionsparteien hat sich demgegenüber in den vergangenen vier Jahren insgesamt nur wenig verändert. Die CDU weckt Sacherwartungen nach wie vor insbesondere in der inneren Sicherheit (32 Prozent, +2), die Linke wiederum in Gerechtigkeits- (16 Prozent, -2) und in Wohnungsfragen (15 Prozent, +2). Die FDP bindet Sachvertrauen am ehesten in Schul- und Bildungsfragen (5 Prozent, +1), die AfD vor allem in der inneren Sicherheit (8 Prozent, +4).    

 

26. Mai 2019: Europawahlen locken eher als Bezirksversammlungswahlen

Am 26. Mai sind die Hamburger aufgerufen, zeitgleich sowohl über die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments als auch die der Hamburger Bezirksversammlungen abzustimmen. Die größere Aufmerksamkeit der Hamburger gebührt drei Monate vor dem Urnengang der Europawahl. An den Versammlungen in den Hamburger Bezirken signalisiert zwar gut die Hälfte der Wahlberechtigten (55 Prozent) sehr starkes und starkes Interesse. An der gleichzeitig stattfindenden Europawahl zeigen sich dagegen zwei Drittel (64 Prozent) sehr stark bzw. stark interessiert.

 

Besonders groß fällt das Europawahlinteresse in Hamburg in den Reihen von Grünen (77 Prozent) und FDP (76 Prozent) aus. Ein weniger großes Interesse bringen der Europawahl dagegen aktuell insbesondere die Anhänger von CDU und AfD (jeweils 58 Prozent) entgegen. Die Hamburger CDU-Anhänger sind zugleich vergleichsweise wenig an den im Mai anstehenden Bezirkswahlen (49 Prozent) interessiert. Der Kommunalwahlgang spricht abgesehen von den Grünen-Anhängern (64 Prozent) vor allem Wähler von Linken (65 Prozent) und AfD (63 Prozent) an.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Hamburg ab 16 Jahren

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1005 Befragte

Erhebungszeitraum:18.-21. Februar 2019

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Roberto Heinrich

Senior Projektleiter Meinungs- und Wahlforschung

roberto.heinrich @remove-this.infratest-dimap.de