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Populärste Hessen-Regierung der letzten zwanzig Jahre, deutschlandweit im Mittelfeld

Populärste Hessen-Regierung der letzten zwanzig Jahre, deutschlandweit im Mittelfeld

Zufriedenheit mit der Landesregierung im Zeitverlauf

Zufriedenheit mit der Landesregierung im Zeitverlauf

SPD-geführte Landesregierung gilt nicht als Alternative

SPD-geführte Landesregierung gilt nicht als Alternative

Grundstimmung: Zuversichtliche Hessen

Grundstimmung: Zuversichtliche Hessen

Wichtigste Probleme: Flüchtlinge, Bildung, Infrastruktur, Wohnen

Wichtigste Probleme: Flüchtlinge, Bildung, Infrastruktur, Wohnen

Politikerzufriedenheit: schwarz-grünes Führungsduo vorn

Politikerzufriedenheit: schwarz-grünes Führungsduo vorn

Direktwahl: Bouffier wird Schäfer-Gümbel vorgezogen

Direktwahl: Bouffier wird Schäfer-Gümbel vorgezogen

Sonntagsfrage: Schwarz-Grün ohne Mehrheit, Rot-Rot-Grün auch

Sonntagsfrage: Schwarz-Grün ohne Mehrheit, Rot-Rot-Grün auch

Populärste Hessen-Regierung der letzten zwanzig Jahre, deutschlandweit im Mittelfeld

Populärste Hessen-Regierung der letzten zwanzig Jahre, deutschlandweit im Mittelfeld

Zufriedenheit mit der Landesregierung im Zeitverlauf

Zufriedenheit mit der Landesregierung im Zeitverlauf

SPD-geführte Landesregierung gilt nicht als Alternative

SPD-geführte Landesregierung gilt nicht als Alternative

Grundstimmung: Zuversichtliche Hessen

Grundstimmung: Zuversichtliche Hessen

Wichtigste Probleme: Flüchtlinge, Bildung, Infrastruktur, Wohnen

Wichtigste Probleme: Flüchtlinge, Bildung, Infrastruktur, Wohnen

Politikerzufriedenheit: schwarz-grünes Führungsduo vorn

Politikerzufriedenheit: schwarz-grünes Führungsduo vorn

Direktwahl: Bouffier wird Schäfer-Gümbel vorgezogen

Direktwahl: Bouffier wird Schäfer-Gümbel vorgezogen

Sonntagsfrage: Schwarz-Grün ohne Mehrheit, Rot-Rot-Grün auch

Sonntagsfrage: Schwarz-Grün ohne Mehrheit, Rot-Rot-Grün auch

Populärste Hessen-Regierung der letzten zwanzig Jahre, deutschlandweit im Mittelfeld

Gut vier Monate vor der Landtagswahl überwiegt in Hessen der Rückhalt für die bundesweit einzige schwarz-grüne Landesregierung: Leicht verbessert gegenüber Januar überzeugt das Wiesbadener Kabinett aktuell etwa sechs von zehn Bürgern (58 Prozent, +5 Punkte), 39 Prozent stehen der Landesregierung kritisch gegenüber. Damit ist Schwarz-Grün das populärste hessische Kabinett der letzten 20 Jahre. Die Regierungszusammenarbeit überzeugt nach wie vor sowohl die Anhänger von Union (87 Prozent) wie Grünen (71 Prozent). Auch in den FDP- (65 Prozent) und SPD-Reihen (56 Prozent) überwiegt gegenwärtig der Zuspruch. Im bundesweiten Vergleich ragt der Bevölkerungsrückhalt der hessischen Landesregierung allerdings nicht ganz so heraus. Hier liegt das Wiesbadener Kabinett gegenwärtig im Mittelfeld.

SPD-geführte Landesregierung gilt nicht als Alternative

Gegenüber der schwarz-grünen Landesregierung tut sich die SPD unter Thorsten Schäfer-Gümbel schwer, als überzeugende Alternative wahrgenommen zu werden. Jeder zweite Wahlberechtigte (51 Prozent, -3) bezweifelt, dass eine Landesregierung unter SPD-Ägide in der Lage wäre, die anstehenden Aufgaben und Probleme besser zu lösen. Nur jeder fünfte Hesse (22 Prozent) würde gegenwärtig bei einem Regierungswechsel zugunsten der Sozialdemokraten auf eine bessere Landespolitik hoffen – gegenüber Januar ein Minus von 7 Prozentpunkten. Unmittelbar vor der letzten Landtagswahl im September 2013 waren mit 39 Prozent fast doppelt so viele davon überzeugt, dass unter einer SPD-geführten Landesregierung die Probleme in Hessen besser aufgegriffen würden.

 

Grundstimmung: Zuversichtliche Hessen

Die schwarz-grüne Landesregierung profitiert im Bevölkerungsurteil von einer nach wie vor positiven Grundstimmung im Bundesland. Nicht zuletzt gestützt durch die gute Konjunktur blickt ähnlich wie zu Jahresbeginn eine Mehrheit der Hessen (58 Prozent, -1 zu Januar) mit Zuversicht auf die Verhältnisse im Bundesland, während ein Drittel (33 Prozent) Anlass zur Sorge äußert. Positiv gestimmt sind insbesondere die Anhänger von CDU (78 Prozent) und Grünen (77 Prozent). Aber auch in den Reihen von SPD (62 Prozent) und FDP (70 Prozent), sowie der Linken (57 Prozent) überwiegt die Zuversicht. Wie in anderen Bundesländern teilen die AfD-Anhänger diese Sicht nicht, sie geben sich auch in Hessen mehrheitlich besorgt (76 Prozent).

 

Wichtigste Probleme: Flüchtlinge, Bildung, Infrastruktur, Wohnen

Die gute wirtschaftliche Situation spiegelt sich in der Problemwahrnehmung der Wahlberechtigten. Galt Arbeitslosigkeit auch in Hessen bis Ende der 2000er Jahre als das größte Problem der Landespolitik, werden Arbeitsmarktfragen gegenwärtig nur von wenigen Wahlberechtigten problematisiert. Im Gegenzug haben andere Probleme für die Bürger deutlich an Stellenwert gewonnen. Hierzu zählt, getrieben durch Struktur- und Reformdebatten sowie Diskussionen um eine mangelnde Personal- und Sachausstattung, bereits seit Ende der 2000er Jahre auch in Hessen die Schul- und Bildungspolitik. Aktuell bezieht sich ein gutes Drittel (35 Prozent, -6 im Vergleich zu Januar) der Problemnennungen auf Schul- und Bildungsthemen.

 

Zu den relevanten neuen Problemthemen gehört seit zwei Jahren in Hessen wie in anderen Bundesländern auch die Zuwanderungs- und Integrationspolitik, auf die momentan vier von zehn Problemnennungen (37 Prozent) entfallen. Den hohen Stellenwert von 2016 (70 Prozent) und 2017 (45 Prozent) erreicht das stark bundespolitisch aufgeladene Flüchtlingsthema für die Hessen derzeit nicht. Es hat aber vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussionen um Flüchtlingskriminalität und Missständen im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie der unionsinternen Debatte um die Neuausrichtung der Asylpolitik an Bedeutung gewonnen (+7 zu Januar) und steht im subjektiven Problemaufriss der Hessen derzeit wieder an erster Stelle. Vor allem Anhänger der AfD (74 Prozent), aber auch der FDP (50 Prozent) zählen die Zuwanderung zu den derzeit wichtigsten landespolitischen Themen. Ebenso stellt die Zuwanderung für großen Teile der CDU-Anhängerschaft die aktuell größte Herausforderung dar (44 Prozent).    

 

Hinter Zuwanderungs- sowie Schul- und Bildungsfragen rangieren im aktuellen hessischen Problemurteil der Zustand der öffentlichen und technischen Infrastruktur (18 Prozent, -4 Punkte zu Januar) sowie die angespannte Situation auf dem hessischen Wohnungsmarkt (12 Prozent, +1). Andere Probleme folgen aktuell mit deutlichem Abstand, wie z.B. Fragen der Familienpolitik und Kinderbetreuung (9 Prozent, +1) sowie Gerechtigkeitsthemen (9 Prozent, -6).

 

Politikerzufriedenheit: schwarz-grünes Führungsduo vorn

Das schwarz-grüne Führungsduo Bouffier und Al-Wazir führt im aktuellen Bevölkerungsurteil die Liste der populärsten Landespolitiker an. Mit der Arbeit des CDU-Ministerpräsidenten sind wie im Januar 58 Prozent der Bürger zufrieden. Gegenüber der letzten Landtagswahl von 2013 hat der CDU-Amtsinhaber Sympathien hinzugewonnen (2013: 50 Prozent). Im Vergleich der deutschen Ministerpräsidenten liegt Bouffier allerdings nur im Mittelfeld. Grünen-Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazier überzeugt derzeit die Hälfte der Hessen (50 Prozent). Er verliert gegenüber dem Jahresbeginn an Rückhalt (-4 Punkte). Er schneidet im Urteil der Wahlberechtigten jedoch weiterhin besser ab als zur letzten Landtagswahl (44 Prozent) und erreicht anders als vor fünf Jahren einen höheren Rückhalt als SPD-Oppositionsführer Thorsten Schäfer-Gümbel (45 Prozent, -2).

 

An vierter Stelle im Bevölkerungsurteil rangiert Linken-Fraktionsvorsitzende Janine Wissler. Die Politikerin ist trotz ihrer mehrjährigen Landtagsarbeit sieben von zehn Wahlberechtigten kein Begriff (69 Prozent). Unter denen, die sich ein Urteil zutrauen, halten sich Lob und Kritik in etwa die Waage (14:17 Prozent). Dies gilt auch für den FDP-Fraktionsvorsitzenden René Rock (7:7 Prozent). Rock, der seit Frühjahr 2017 im Amt ist, kämpft vier Monate vor der Wahl ebenfalls noch mit deutlichen Bekanntheitsproblemen, vier von fünf Hessen kennen ihn nicht (86 Prozent). Ein massives Bekanntheitsdefizit (80 Prozent) hat ebenfalls der Frankfurter Kommunalpolitiker Rainer Rahn, der die AfD als Spitzenkandidat in den Landtagswahlkampf führen wird. Bei ihm überwiegt zudem die Kritik deutlich (6:14 Prozent).

Direktwahl: Bouffier wird Schäfer-Gümbel vorgezogen

Gestützt auf seine vergleichsweise größere Popularität wird Volker Bouffier dem SPD-Oppositionsführer auch im Amt des hessischen Ministerpräsidenten vorgezogen. Bei einer Direktwahl des Regierungschefs würden sich 45 Prozent für den CDU-Amtsinhaber entscheiden, 36 Prozent für den SPD-Herausforderer. Unmittelbar vor der letzten Landtagswahl unterstützte ebenfalls jeder zweite Hesse den CDU-Politiker (44 Prozent), aber fast genauso viele präferierten damals Schäfer-Gümbel (42 Prozent).

Einen Ministerpräsidenten Bouffier wünschen sich neben den CDU-Anhängern (78 Prozent) die Anhänger von FDP (62 Prozent) und AfD (55 Prozent). Während in den Reihen von SPD (74 Prozent) und Linken (72 Prozent) Schäfer-Gümbel im Amt des Ministerpräsidenten klar vorgezogen wird, sind die Grünen-Anhänger gespalten. Vier von zehn (42 Prozent) sprechen sich für den Chef des jetzigen schwarz-grünen Kabinetts aus, etwa ebenso viele (46 Prozent) favorisieren dagegen einen SPD-Ministerpräsidenten Schäfer-Gümbel.     

 

Die Wahrnehmung der Kontrahenten von CDU und SPD, Bouffier und Schäfer-Gümbel, hat sich in den vergangenen fünf Jahren nicht wesentlich verändert. Im Direktvergleich mit seinem SPD-Herausforderer werden Volker Bouffier wie schon 2013 eine größere Führungsstärke (61:12 Prozent) und größerer wirtschaftlicher Sachverstand nachgesagt (46:12 Prozent), dem SPD-Politiker wiederum ein vergleichsweise stärkerer Einsatz für soziale Gerechtigkeit (47:16 Prozent). In Fragen von Bürgernähe und Glaubwürdigkeit verfügt im Urteil der Hessen nach wie vor keiner der beiden über einen entscheidenden Vorteil.   
 

Sonntagsfrage: Schwarz-Grün ohne Mehrheit, Rot-Rot-Grün auch

Ungeachtet der positiven Bewertung der Landesregierung und ihres Führungspersonals hätte Schwarz-Grün bei einer hessischen Landtagswahl derzeit keine Mehrheit: Bei einem aktuellen Urnengang käme die CDU wie zu Jahresbeginn auf 31 Prozent, die Grünen-Partei auf 14 Prozent, 1 Punkt mehr als im Januar. Die SPD verliert nicht zuletzt aufgrund bundespolitischen Gegenwinds 3 Punkte und würde aktuell 22 Prozent erzielen. Die Linke gibt im gleichen Zeitraum 1 Punkt ab und käme auf 7 Prozent. Mit einem gemeinsamen Stimmenanteil von 43 Prozent bliebe somit auch ein rot-rot-grünes Drei-Parteien-Bündnis in Hessen derzeit ohne Parlamentsmehrheit. Erneut im Landtag vertreten wäre die FDP, die derzeit mit 7 Prozent (-1) rechnen könnte. Erstmals ins hessische Landesparlament einziehen würde die AfD, die gegenüber Januar 3 Punkte zulegt und mit aktuell 15 Prozent an dritter Stelle vor den Grünen läge.

Die ‚Sonntagsfrage’ misst aktuelle Wahlneigungen, kein tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess, der erst am Wahltag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Gewachsen ist zudem die Bedeutung des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Hessen

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1003 Befragte

Erhebungszeitraum:14.-19. Juni 2018

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Anja Miriam Simon

Senior Projektleiterin Meinungs- und Wahlforschung

anja.simon @infratest-dimap.de