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LänderTREND

Hessen September 2018 im Auftrag des Hessischen Rundfunks

Sonntagsfrage: Mehrheiten für Jamaika oder Schwarz-Rot

Sonntagsfrage: Mehrheiten für Jamaika oder Schwarz-Rot

Grundstimmung etwas eingetrübt

Grundstimmung etwas eingetrübt

Schwarz-Grün: Populäre Landesregierung

Schwarz-Grün: Populäre Landesregierung

Nächste Regierung: Schwarz-Grün am besten bewertet

Nächste Regierung: Schwarz-Grün am besten bewertet

SPD-Regierung: keine Alternative, aber Vertrauen gewachsen

SPD-Regierung: keine Alternative, aber Vertrauen gewachsen

Landespolitiker: Al-Wazir und Bouffier im Vorteil

Landespolitiker: Al-Wazir und Bouffier im Vorteil

Nächster Mininsterpräsident: Bouffier wird SPD-Herausforderer knapp vorgezogen

Nächster Mininsterpräsident: Bouffier wird SPD-Herausforderer knapp vorgezogen

Profilvergleich: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel

Profilvergleich: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel

Problem-Agenda: Themenverschiebung im Wahlkampf

Problem-Agenda: Themenverschiebung im Wahlkampf

Zukunftssorgen

Zukunftssorgen

Kompetenzen: CDU dominiert bei Wirtschaftsthemen und innerer Sicherheit, nicht jedoch bei Schul-, Verkehrs- und Wohnfragen

Kompetenzen: CDU dominiert bei Wirtschaftsthemen und innerer Sicherheit, nicht jedoch bei Schul-, Verkehrs- und Wohnfragen

Parteikompetenzen Fortsetzung

Parteikompetenzen Fortsetzung

Bundespolitik genauso wichtig wie im Bundestagswahljahr 2013

Bundespolitik genauso wichtig wie im Bundestagswahljahr 2013

Sonntagsfrage: Mehrheiten für Jamaika oder Schwarz-Rot

Sonntagsfrage: Mehrheiten für Jamaika oder Schwarz-Rot

Grundstimmung etwas eingetrübt

Grundstimmung etwas eingetrübt

Schwarz-Grün: Populäre Landesregierung

Schwarz-Grün: Populäre Landesregierung

Nächste Regierung: Schwarz-Grün am besten bewertet

Nächste Regierung: Schwarz-Grün am besten bewertet

SPD-Regierung: keine Alternative, aber Vertrauen gewachsen

SPD-Regierung: keine Alternative, aber Vertrauen gewachsen

Landespolitiker: Al-Wazir und Bouffier im Vorteil

Landespolitiker: Al-Wazir und Bouffier im Vorteil

Nächster Mininsterpräsident: Bouffier wird SPD-Herausforderer knapp vorgezogen

Nächster Mininsterpräsident: Bouffier wird SPD-Herausforderer knapp vorgezogen

Profilvergleich: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel

Profilvergleich: Bouffier vs. Schäfer-Gümbel

Problem-Agenda: Themenverschiebung im Wahlkampf

Problem-Agenda: Themenverschiebung im Wahlkampf

Zukunftssorgen

Zukunftssorgen

Kompetenzen: CDU dominiert bei Wirtschaftsthemen und innerer Sicherheit, nicht jedoch bei Schul-, Verkehrs- und Wohnfragen

Kompetenzen: CDU dominiert bei Wirtschaftsthemen und innerer Sicherheit, nicht jedoch bei Schul-, Verkehrs- und Wohnfragen

Parteikompetenzen Fortsetzung

Parteikompetenzen Fortsetzung

Bundespolitik genauso wichtig wie im Bundestagswahljahr 2013

Bundespolitik genauso wichtig wie im Bundestagswahljahr 2013

Grundstimmung etwas eingetrübt

Knapp eineinhalb Monate vor der Landtagswahl präsentiert sich die Grundstimmung im Bundesland etwas eingetrübt. Nach 58 Prozent im Juni blickt aktuell gut die Hälfte der Hessen (53 Prozent, -5 zu Juni) mit Zuversicht auf die Verhältnisse im Bundesland. Für etwa vier von zehn (38 Prozent, +5) besteht aktuell Anlass zur Sorge. Im Frühsommer kam etwa ein Drittel zu diesem Urteil. 

Mehrheitlich positiv gestimmt sind weiterhin die Anhänger von CDU (72 Prozent) und Grünen (66 Prozent). Aber auch in den Reihen von FDP (64 Prozent), SPD (59 Prozent) sowie der Linken (55 Prozent) überwiegt die Zuversicht. Wie in anderen Bundesländern teilen die AfD-Anhänger diese positive Sicht nicht, sie geben sich in Hessen mehrheitlich besorgt (84 Prozent).

 

Schwarz-Grün: Populäre Landesregierung

Von der eingetrübten Grundstimmung bleibt die Sicht auf die Landesregierung unberührt. In Hessen überwiegt weiterhin der Rückhalt für die bundesweit einzige schwarz-grüne Landesregierung: Ähnlich wie im Juni überzeugt das CDU-geführte Wiesbadener Kabinett mit seiner Arbeit etwa sechs von zehn Bürgern (57 Prozent, -1), 40 Prozent (+1) stehen der Landesregierung kritisch gegenüber.

Die Leistungen der Landesregierung überzeugen nach wie vor sowohl die Anhänger von Union (86 Prozent) wie Grünen (69 Prozent). Auch in den FDP- (62 Prozent) und SPD-Reihen (54 Prozent) überwiegt nach wie vor ein eher positives Bild. Im bundesweiten Vergleich der Landesregierungen liegt das Wiesbadener Bündnis im vorderen Mittelfeld.

 

Nächste Regierung: Schwarz-Grün am besten bewertet

Fünf Jahre Regierungsarbeit von CDU und Grünen haben das Vertrauen in das schwarz-grüne Regierungsmodell insgesamt gestärkt. Mit 46 Prozent beurteilen fast doppelt so viele Hessen wie 2013 (24 Prozent) eine Koalition aus CDU und Grünen als sehr gute bzw. gute Regierungszusammensetzung für die nächste Legislaturperiode.

Demgegenüber hat in den vergangenen fünf Jahren eine große Koalition in Hessen massiv an Sympathien eingebüßt, nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen mit dem seit 2013 bestehenden Berliner Regierungsbündnis: Fand Schwarz-Rot zur letzten Landtagswahl noch Zuspruch bei 42 Prozent der Wahlberechtigten, kommen aktuell nur noch 29 Prozent zu einem positiven Urteil. Durchweg besser als Schwarz-Rot werden in Hessen mittlerweile Drei-Parteien-Modelle beurteilt: Eine Jamaika-Koalition wie in Schleswig-Holstein betrachten 36 Prozent positiv. Eine SPD-geführte Ampelkoalition (35 Prozent) wie ein SPD-geführtes Bündnis mit Grünen und Linken (32 Prozent) findet bei jeweils etwa einem Drittel der Hessen Zuspruch.   

CDU- (81 Prozent) wie Grünen-Anhänger (63 Prozent) bewerten eine Fortsetzung des schwarz-grünen Bündnisses vor dieser Wahl weitaus besser als den Eintritt ihrer eigenen Parteien in verschiedene Drei-Parteien-Koalitionen. In den CDU-Reihen fände eine Jamaika-Koalition nach schleswig-holsteinischem Vorbild ebenfalls mehrheitlichen Zuspruch, aktuell jedoch nicht bei den Grünen-Anhängern (36 Prozent). Bei ihnen punktet eher ein SPD-geführtes Links-Bündnis (56 Prozent).      

 

SPD-Regierung: keine Alternative, aber Vertrauen gewachsen

Gegenüber der populären schwarz-grünen Landesregierung tut sich die hessische SPD vor dieser Wahl weiterhin schwer, als überzeugendere Alternative wahrgenommen zu werden. Jeder zweite Wahlberechtigte (48 Prozent, -3) glaubt aktuell nicht, dass eine SPD-geführte Landesregierung anstehende Aufgaben und Probleme im Bundesland tatsächlich besser lösen könnte. Der angelaufene Landtagswahlkampf kommt den Sozialdemokraten dennoch zugute: Im Vergleich zum Juni ist mit 31 Prozent (+9) die Zahl derer deutlich gewachsenen, die im Falle eines Regierungswechsels auf eine bessere Politik in Hessen hoffen.

 

Landespolitiker: Al-Wazir und Bouffier im Vorteil

Wie die Landesregierung hinterlässt auch das schwarz-grüne Führungsduo bei den Hessen weiterhin ein überwiegend positives Bild. Stärker noch als für den CDU-Ministerpräsidenten gilt dies aktuell allerdings für seinen Stellvertreter von den Grünen. Tarek Al-Wazir führt momentan im Bürgerurteil die Liste der hessischen Landespolitiker an. Knapp sechs von zehn (58 Prozent) äußern sich zufrieden zu seiner Arbeit, sein bisher bester Wert im HessenTREND. Volker Bouffier überzeugt mit aktuell 54 Prozent gut die Hälfte von seiner Arbeit, wenn auch etwas weniger als noch im Juni (-4). SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel liegt mit 43 Prozent Zustimmung weiter hinter der schwarz-grünen Regierungsspitze zurück (-2).

An Zuspruch zulegen kann im Landtagswahlkampf die Linken-Spitzenkandidatin. Landtagsfraktionsvorsitzende Janine Wissler überzeugt momentan jeden fünften Hessen (19 Prozent, +5), ähnlich viele äußern sich zu ihrer Person kritisch (18 Prozent). Dahinter bleiben die Spitzenkandidaten von AfD und FDP im Urteil der Hessen deutlich zurück, nicht zuletzt wegen einer weiterhin nur geringen Bekanntheit. Der Frankfurter AfD-Kommunalpolitiker Rainer Rahn ist landesweit drei von vier Wahlberechtigten kein Begriff (74 Prozent), der FDP-Landtagsfraktionsvorsitzende René Rock acht von zehn (81 Prozent). Selbst in den eigenen Reihen können drei von vier mit den Namen beider Politiker nichts anfangen. Hessenweit erhält der AfD-Spitzenkandidat 11 Prozent Zuspruch, der FDP-Spitzenmann 7 Prozent.

 

Nächster MP: Bouffier wird SPD-Herausforderer knapp vorgezogen

Trotz seines weitgehend stabilen Popularitätsvorsprungs vor dem SPD-Herausforderers hat sich der Wunsch nach einem CDU-Ministerpräsidenten Bouffier mit näher rückendem Wahltermin etwas abgeschwächt: Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten entschieden sich aktuell 43 Prozent der Hessen (-2) für den CDU-Amtsinhaber, 39 Prozent (+3) dagegen für Thorsten Schäfer-Gümbel von der SPD.

Einen CDU-Ministerpräsidenten Bouffier wünschen sich mehrheitlich neben den CDU-Anhängern (91 Prozent) weiterhin die Anhänger von FDP (60 Prozent) und AfD (54 Prozent). Anders als im Juni tendieren aktuell die Grünen-Anhänger eher in Richtung des SPD-Herausforderers (26:53 Prozent). Eine noch größere Unterstützung findet Thorsten Schäfer-Gümbel freilich bei den Linken-Wählern (61 Prozent), vor allem aber natürlich in den eigenen SPD-Reihen (76 Prozent).

 

Die Wahrnehmung der beiden Kontrahenten von CDU und SPD, Bouffier und Schäfer-Gümbel, hat sich unterdessen kaum verändert. Im Direktvergleich mit seinem SPD-Herausforderer werden Volker Bouffier weiterhin eine größere Führungsstärke (61:14 Prozent) und ein größerer wirtschaftlicher Sachverstand nachgesagt (51:12 Prozent). Dem SPD-Politiker wird wiederum ein vergleichsweise stärkerer Einsatz für soziale Gerechtigkeit (51:18 Prozent) attestiert. In Fragen von Bürgernähe und Glaubwürdigkeit verfügt im Urteil der Hessen nach wie vor keiner der beiden über einen entscheidenden Vorteil. 

 

Problem-Agenda: Themenverschiebung im Wahlkampf

Während der Wahlkampf an der grundsätzlichen Wahrnehmung von Landesregierung sowie CDU- und SPD-Spitzenkandidaten kaum etwas verändert hat, zeigen sich auf der Problem-Agenda knapp eineinhalb Monate vor dem Wahltermin erkennbare Verschiebungen: Themen wie Schule und Bildung (40 Prozent, +5), die Verkehrs-Infrastruktur (22 Prozent, +4), vor allem aber die angespannte Lage auf dem hessischen Wohnungsmarkt (21 Prozent, +9) werden von den Hessen aktuell häufiger problematisiert als noch im Frühsommer. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist landesweit das viertwichtigste Thema. In den hessischen Metropolen mit mehr als 100.000 Einwohnern werden Miet- und Wohnfragen (34 Prozent) gemeinsam mit Aspekten der Bildungs- und Schulpolitik (35 Prozent) momentan sogar am häufigsten genannt.

 

Die stark bundespolitisch geprägte Asyl- und Flüchtlingspolitik (29 Prozent, -8) liegt in der aktuellen Problemwahrnehmung der Hessen auf Rang Zwei, sie wird aber seltener problematisiert als noch im Frühsommer. Generell überwiegt im Bundesland ein tendenziell positives Migrationsbild. Es gibt durchaus erkennbare Zukunftssorgen beispielsweise gegenüber einem wachsenden gesellschaftlichen Einfluss des Islam (47 Prozent). Dass zu viele Fremde nach Deutschland kommen, fürchtet aktuell jedoch nur jeder Dritte (35 Prozent) im Bundesland. Ein möglicher Verlust kultureller Identität bewegt vier von zehn (40 Prozent), für eine Mehrheit der Hessen (59 Prozent) ist dies allerdings kein Thema. 

 

Im Vergleich zu Bildungs-, Flüchtlings-, Infrastruktur- und Wohnfragen stehen Gerechtigkeits- und Umweltschutzaspekte (jeweils 9 Prozent) bei den Hessen momentan erkennbar zurück. Weniger häufig problematisiert (jeweils 6 Prozent) werden ferner Fragen der Altersabsicherung, der Gesundheitsversorgung sowie der Familienpolitik, ebenso die öffentliche Sicherheit. Zwar ist eine wachsende Kriminalität für immerhin fast die Hälfte der hessischen Bürger (46 Prozent) durchaus ein Sorgenthema der Zukunft. Gegenwärtig aber besteht im Bundesland bei der großen Mehrheit (79 Prozent) ein positives Sicherheitsgefühl: 30 Prozent der Hessen fühlen sich in ihrem Bundesland auf öffentlichen Straßen und Plätzen sogar sehr sicher. Bundesweit gelangten zuletzt nur 20 Prozent zu diesem Urteil. Ähnlich wie die innere Sicherheit spielen Fragen der Arbeitsmarkt- (4 Prozent), Wirtschafts- (3 Prozent) und Haushaltspolitik (2 Prozent) im aktuellen Problembild der Hessen kaum eine Rolle – Ausdruck einer unverändert guten konjunkturellen Lage.

 

Kompetenzen: CDU dominiert bei Wirtschaftsthemen und innerer Sicherheit, nicht jedoch bei Schul-, Verkehrs- und Wohnfragen

Fünf Wochen vor der Landtagswahl dominiert die Hessen-CDU weiterhin vielfach die Kompetenzwahrnehmung der Wahlberechtigten im Bundesland. Trotz Einbußen zum Jahresbeginn gilt dies insbesondere für Wirtschaftsfragen (50 Prozent, -2 zu Januar), in der Haushalts- und Finanzpolitik (42 Prozent, -6), bei der inneren Sicherheit (41 Prozent, -6), der Entwicklung des Frankfurter Flughafens (41 Prozent, -11) sowie in der Arbeitsmarktpolitik (37 Prozent, -6).

Bei den Themen, die im Wahlkampf für die Bürger zuletzt an Bedeutung gewonnen haben, fällt das aktuelle Urteil allerdings weniger zu Gunsten der hessischen Christdemokraten aus. Bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums bleibt die CDU hinter der SPD (12:41 Prozent), ebenso in der Schul- und Bildungspolitik (24:33 Prozent). In der Verkehrspolitik bindet die CDU kaum mehr Vertrauen als der grüne Koalitionspartner (26:23 Prozent). Auch im aus Bürgersicht zweitwichtigsten Problemfeld, der Asyl- und Zuwanderungspolitik, muss sie sich knapp der SPD geschlagen geben (22:25 Prozent).

 

Abgesehen von Miet- und Schulfragen punkten die hessischen Sozialdemokraten in der Familienpolitik (43 Prozent, -1) sowie auf ihrem Traditionsfeld, dem Einsatz für soziale Gerechtigkeit (38 Prozent, -6). Hier allerdings bindet die SPD nicht nur weniger Vertrauen als zu Jahresbeginn, sie weckt auch erneut weniger Erwartungen als vor der letzten Landtagswahl (46 Prozent).

Die hessischen Grünen punkten nach wie vor in der Umwelt- (62 Prozent, -2) und Energiepolitik (48 Prozent, +5), wo sie auch nach fünf Jahren schwarz-grüner Koalitionsarbeit das mit Abstand meiste Vertrauen aller Parteien genießen. In der Straßen- und Verkehrspolitik überzeugen sie mit aktuell 23 Prozent (+3) kaum minder viele Wahlberechtigte wie die CDU. Nennenswerte Kompetenzzuschreibungen erhalten die Grünen darüber hinaus in der Asyl- und Flüchtlingspolitik (13 Prozent, +1), in Familienfragen (12 Prozent, -1) sowie beim Einsatz für soziale Gerechtigkeit (10 Prozent, +2).

 

Die Linke punktet in Hessen einmal mehr mit sozialen Fragen (14 Prozent, +1). Wenn es um die Schaffung bezahlbaren Wohnraums geht, setzt aktuell jeder Zehnte auf die Partei (10 Prozent, -2), in der Familienpolitik jeder Zwölfte (8 Prozent, +/-0). Die FDP hält ähnlich wie die CDU Kompetenzschwerpunkte in wirtschaftsnahen Politikfeldern, wie der Wirtschafts- (8 Prozent, -3), Haushalts- (7 Prozent, -2) und Arbeitsmarktpolitik (6 Prozent, -2), darüber hinaus in der Schul- und Bildungspolitik (7 Prozent, -1). Die bislang nicht im Landtag vertretene AfD punktet im Urteil der hessischen Wahlberechtigten nach wie vor am ehesten in der Flüchtlingspolitik (9 Prozent, +3) sowie in Fragen der inneren Sicherheit (7 Prozent, +/-0).

 

Sonntagsfrage: Mehrheiten für Jamaika oder Schwarz-Rot

Die aktuellen Veränderungen auf der Problemagenda der Hessen gehen in der landespolitischen Stimmung zu Lasten von CDU und AfD, während SPD, Grüne und Linke profitieren. Bei einer Landtagswahl zum aktuellen Zeitpunkt bliebe die CDU weiterhin stärkste Partei. Sie entfernt sich mit aktuell 28 Prozent (-3 zu Juni) weiter von ihrem letzten Landtagswahlergebnis (2013: 38,3 Prozent) und fällt auf einen neuen Tiefstand im HessenTREND. Die SPD verbessert sich zu Juni leicht auf 23 Prozent (+1), bliebe aber ebenfalls deutlich hinter dem Ergebnis des Wahlgangs von 2013 (30,7 Prozent).

Die Grünen unter Tarek Al-Wazir legen gegenüber Juni deutlich zu (+3). Mit 17 Prozent erreichen sie den höchsten Stand im HessenTREND seit Dezember 2012. Sie lägen nicht nur besser als 2013 (11,1 Prozent), sondern hätten momentan zugleich ihr bislang bestes Landtagswahlergebnis in Aussicht. Die bislang nicht im Landtag vertretene AfD gibt gegenüber 1 Punkt ab und hätte nunmehr 14 Prozent (2013: 4,1 Prozent) in Aussicht. Die Linke legt im gleichen Zeitraum 1 Punkt zu und käme aktuell auf 8 Prozent (2013: 5,2 Prozent), während die FDP wie im Frühsommer bei 7 Prozent (2013. 5,0 Prozent) läge. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 3 Prozent.

In einem solchen Sechs-Parteien-Parlament hätte die aktuelle schwarz-grüne Koalition (45 Prozent) keine Mehrheit. Auch ein SPD-geführtes Dreiparteien-Bündnis aus Grünen und Linken (48 Prozent) bliebe wenn auch knapp ohne Parlamentsmehrheit. Ein Drei-Parteien-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP (52 Prozent) wie in Schleswig-Holstein böte dagegen in Hessen eine rechnerische Alternative zu einer von den Hessen aktuell nur wenig geliebten schwarz-roten Koalition. 

 

Die ‚Sonntagsfrage’ misst aktuelle Wahlneigungen, kein tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess, der erst am Wahltag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Gewachsen ist zudem die Bedeutung des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

 

Bundespolitik genauso wichtig wie im Bundestagswahljahr 2013

Die letzte Landtagswahl in Hessen fand zeitgleich mit der Bundestagswahl statt, so dass vor fünf Jahren für immerhin jeden dritten Wahlberechtigten (33 Prozent) die Bundespolitik die bedeutsamere Rolle im Landtagswahlverhalten spielte. Vor dieser Wahl kommt der bundespolitischen Mobilisierung ein ähnlicher Stellenwert zu wie 2013. Aktuell begründen erneut 33 Prozent der Hessen ihre angestrebte Wahlentscheidung in erster Linie mit der Bundespolitik, während sechs von zehn (57 Prozent) die Landespolitik in den Vordergrund stellen.

Für eine bundespolitische Ausrichtung bei dieser Landtagswahl sorgen in Hessen in erster Linie die AfD-Anhänger: Drei Viertel von ihnen orientieren sich an der Bundes- (72 Prozent) statt an der Landespolitik (7 Prozent). In den Reihen der anderen Anhängerschaften überwiegen in Hessen dagegen landespolitische Beweggründe deutlich. Dies gilt insbesondere für die Anhänger von SPD (70 Prozent) und CDU (68 Prozent).    

 

 

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Hessen

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1000 Befragte

Erhebungszeitraum:13.-19. September 2018

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Anja Miriam Simon

Senior Projektleiterin Meinungs- und Wahlforschung

anja.simon @infratest-dimap.de