Mecklenburg-VorpommernTREND September II 2021

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Die SPD ist in Mecklenburg-Vorpommern seit 1998 stärkste Partei bei Landtagswahlen und stellt seither durchgehend den Ministerpräsidenten. Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich ab, dass die Sozialdemokraten mit großem Abstand erneut stärkste Kraft im Nordosten werden. In der Sonntagsfrage der ARD-Vorwahlumfrage legt die SPD im Vergleich zur Vorwoche nochmals einen Punkt zu und würde aktuell mit einem Stimmenanteil von 40 Prozent ihr Wahlergebnis von 2016 deutlich verbessern (30,6 Prozent). Die mitregierende CDU könnte zum jetzigen Zeitpunkt nur mit 15 Prozent der Stimmen rechnen. Die Christdemokraten würden sich damit ebenfalls um einen Punkt verbessern, dennoch ihr Wahlergebnis von 2016 (19,0 Prozent) verfehlen.

Die AfD, bei der letzten Landtagswahl zweitstärkste Kraft (2016: 20,8 Prozent), hätte nach einem Minus von 2 Punkten im Vergleich zur Vorwoche derzeit 15 Prozent in Aussicht und würde damit ebenfalls unter ihrem Ergebnis von 2016 bleiben. Ob CDU oder AfD zweitstärkste Kraft wird, ist aktuell offen. Die Linke käme unverändert zur Vorwoche auf 10 Prozent (2016: 13,2 Prozent).

Für Grüne und FDP, die bei der letzten Landtagswahl an der Mandatsschwelle scheiterten, ist aktuell offen, ob sie in den Schweriner Landtag einziehen können.  Die Grünen lägen unverändert zur Vorwoche bei 6 Prozent (2016: 4,8 Prozent), die FDP müsste zwei Punkte abgeben und hätte aktuell noch 5 Prozent in Aussicht (2016: 3,0 Prozent). Die sonstigen Parteien kämen zusammengenommen auf 9 Prozent.

Bei einem solchen Wahlausgang könnte die amtierende rot-schwarze Koalition weiterregieren. Rot-Grün hätte – vorausgesetzt, die Grünen schaffen den Einzug in den Schweriner Landtag – ebenfalls eine, wenn auch äußerst knappe Mehrheit.

Bewegungen sind bis zum 26. September weiterhin möglich. Gut jeder Siebte (15 Prozent) gibt in der aktuellen Umfrage an, dass eine Änderung der Parteipräferenz bis zum Wahlsonntag nicht ausgeschlossen ist. Ein knappes Fünftel (19 Prozent) lässt keine Neigung zu einer Partei erkennen - oder ist sich bezüglich Wahlteilnahme noch unsicher. Für zwei Drittel (67 Prozent) ist die Entscheidung dagegen bereits gefallen. Die Sonntagsfrage misst daher aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen sein kann. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Mecklenburg-Vorpommern

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung

Fallzahl

1.533 Befragte
(997 Telefoninterviews und 536 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

13. bis 15. September 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

*bei einem Anteilswert von 10%
** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

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