NiedersachsenTREND November 2021

Repräsentative Studie im Auftrag des NDR

Kritik an Corona-Krisenmanagement

Auch in Niedersachsen erreichen die Corona-Infektionszahlen derzeit neue Höchststände. Das Agieren von Bund und Ländern in dieser vierten Infektionswelle seit Ausbruch der Pandemie kann aktuell nur wenige überzeugen. Mit dem Corona-Krisenmanagement der rot-schwarzen Landesregierung in Hannover ist im Bundesland mehr als die Hälfte (57 Prozent) unzufrieden. Nur gut vier von zehn (42 Prozent) äußern sich wohlwollend. Weitaus kritischer fällt allerdings das Urteil der Niedersachsen zur momentanen Krisenpolitik des Bundes aus. So stellen drei Viertel der Wahlberechtigten (75 Prozent) dem Krisenmanagement der Bundesregierung ein negatives Zeugnis aus. Lediglich ein Viertel (24 Prozent) ist zufrieden.

Corona-Maßnahmen: für die Hälfte nicht weitgehend genug

Die Kritik am derzeitigen Krisenmanagement geht einher mit Zweifeln an den aktuell geltenden Corona-Regularien. Für 37 Prozent sind sie zwar auch in der aktuellen Situation angemessen. Der Hälfte der Niedersachsen (47 Prozent) aber gehen sie nicht mehr weit genug. Nur jeder Achte (12 Prozent) empfindet momentan die Regeln zur Eindämmung der Pandemie als übertrieben. Unterstützung für eine Verschärfung von Corona-Regeln findet sich insbesondere in den Reihen von Grünen (54 Prozent), CDU (52 Prozent) und SPD (51 Prozent). Demgegenüber stehen die AfD-Anhänger, von denen jeder Zweite (53 Prozent) die aktuellen Corona-Maßnahmen als zu weitgehend empfindet. Bei den Anhängern der FDP wiederum überwiegt der Eindruck, weiterhin angemessener Corona-Regeln.

Sechs von zehn für 2G-Regeln

Zu den derzeit auch in Niedersachsen diskutierten neuen Maßnahmen gehören sogenannte 2G-Regeln für Gastronomie, Kultur-, Sport- und Freizeiteinrichtungen. Deren flächendeckende Einführung fänden sechs von zehn Niedersachsen (60 Prozent) durchaus angemessen, während 18 Prozent sogar schärfere Zugangsregeln für diese Bereiche favorisieren. Dagegen würden nach Ansicht von 19 Prozent der Wahlberechtigten, darunter eine Mehrheit der AfD-Anhänger (65 Prozent), flächendeckende 2G-Regeln zu weit gehen. 

Öffnung von Weihnachtsmärkten: für die Hälfte falsch

Angesichts von neuen Rekordständen bei den Corona-Infektionen steht in Teilen Deutschlands die für dieses Jahr geplante Eröffnung von Weihnachtsmärkten in Frage. In Niedersachsen empfinden 53 Prozent die Öffnung von Weihnachtsmärkten angesichts steigender Infektionszahlen als falsch, 41 Prozent dagegen als richtig. Während die Älteren im Bundesland geöffneten Weihnachtsmärkten mehrheitlich kritisch gegenüberstehen (69:25 Prozent), findet die Wiedereröffnung von Weihnachtsmärkten bei den unter 40-Jährigen mehr Zuspruch als Ablehnung (53:40 Prozent).     

Zwei Drittel für allgemeine Corona-Impfpflicht

Anders als in Italien, Frankreich oder Griechenland gilt in Deutschland für Berufsgruppen im Gesundheits- und Pflegebereich bislang keine Corona-Impfpflicht. Forderungen, entsprechende Regelungen auch in Deutschland einzuführen, finden in Niedersachsen großen Zuspruch. Acht von zehn (78 Prozent) im Bundesland würden eine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen wie z.B. im Gesundheits- und Pflegebereich begrüßen. Jeder Fünfte (20 Prozent) lehnt dies ab. Auch eine allgemeine Impfpflicht für Personen ab 18 Jahren fände in Niedersachsen mehrheitlich Unterstützung. 65 Prozent sprechen sich dafür, 32 Prozent dagegen aus. Den größten Rückhalt findet eine allgemeine Impfpflicht in den Reihen von Union (79 Prozent) und SPD (74 Prozent). Auch bei den Anhängern von Grünen (60:37 Prozent) und FDP (56:42 Prozent) überwiegt in Niedersachsen die Zustimmung. Dagegen lehnen die Wähler der AfD eine allgemeine Impfplicht (32:68 Prozent) wie auch eine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen (45:55 Prozent) ab.

Außerdem finden Sie im aktuellen NiedersachsenTREND folgende Themen:

  • Wirtschaftliche Stimmung besser als vor einem Jahr

  • Weil und Althusmann mit Abstand populärste Landespolitiker

  • Direktwahl des Ministerpräsidenten: Sechs von zehn für Weil

  • Kompetenzen: SPD und FDP gewinnen an Sachvertrauen

  • Sonntagsfrage Landtagswahl: SPD deutlich vor der CDU

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Niedersachsen

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Niedersachsen

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.160 Befragte
(756 Telefoninterviews und 404 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

11. bis 16. November 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10%
** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

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26.11.2021, 08:20

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