NiedersachsenTREND August 2022

Repräsentative Studie im Auftrag des NDR

Wirtschaftslage: Hälfte übt Kritik und erwartet weitere Abkühlung

Anders als die letzte niedersächsische Landtagswahl findet der bevorstehende Urnengang Anfang Oktober in Zeiten deutlicher wirtschaftlicher Verunsicherung statt. Äußerten sich vor fünf Jahren acht von zehn Wahlberechtigten (80 Prozent) positiv zur wirtschaftlichen Situation im Bundesland, ist es aktuell weiterhin nur knapp jeder Zweite (46 Prozent). Damit fällt das Urteil momentan etwas schlechter aus als im Juli (-2). Gleichzeitig ist nach wie vor die Hälfte der Niedersachsen (51 Prozent) skeptisch hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung und erwartet für die kommenden zwölf Monaten eine Verschlechterung der Wirtschaftssituation. Weniger als 10 Prozent gehen von einer Verbesserung (9 Prozent) aus, nur ein gutes Drittel (36 Prozent) erwartet keine wesentlichen Veränderungen für die niedersächsischen Wirtschaft.

Amtierende Regierung: Knappe Mehrzeigt zeigt sich zufrieden

Die Arbeit der bestehenden Regierungskoalition aus SPD und CDU überzeugt in der aktuellen Situation eine knappe Mehrheit der Wahlberechtigten: gut einen Monat vor der Landtagswahl sind ähnlich wie Anfang Juli 55 Prozent (+/-0) mit den rot-schwarzen Regierungsleistungen im Bundesland zufrieden, 40 Prozent (+2) üben Kritik. Hohen Rückhalt findet die Regierungsarbeit in Hannover weiterhin in den Reihen der SPD (81 Prozent). Bei den Anhängern des Koalitionspartners CDU fällt die Zufriedenheit deutlich zurückhaltender aus, überwiegt mit 58 Prozent jedoch ebenfalls. Die Anhänger der Oppositionsparteien im niedersächsischen Landtag kommen zu einem sehr unterschiedlichen Urteil. In den Reihen der Grünen äußern sich knapp drei Viertel (73 Prozent) positiv über die rot-schwarze Regierungsarbeit in Hannover, während sich bei den FDP-Anhängern Zuspruch und Ablehnung in etwa die Waage (51:46 Prozent) halten. Die AfD-Wähler bleiben wie gehabt deutlich kritisch (12:86 Prozent).

Sonntagsfrage: SPD bleibt vor der CDU, Grüne schwächer

In der landespolitischen Stimmung bleibt die SPD wie Anfang Juli im Vorteil. Bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt könnte die Ministerpräsidentenpartei mit einem Wähleranteil von 31 Prozent rechnen und sich zum letzten NiedersachsenTREND geringfügig verbessern (+1 Prozentpunkt). Der Koalitionspartner CDU hätte gut einen Monat vor der Landtagswahl weiterhin 27 Prozent (+/-0) in Aussicht. Die Grünen liegen um 3 Punkte schlechter als Anfang Juli und kämen momentan auf 19 Prozent. Die FDP hätte derzeit 6 Prozent in Aussicht (-1), die AfD 7 Prozent (+1). Alle anderen Parteien kämen zusammengenommen auf 10 Prozent (+2), darunter die Linke mit 4 Prozent (+1).

Mit einem Wahlausgang entsprechend der aktuellen Sonntagsfrage wäre in Niedersachsen rechnerisch neben der Fortsetzung der bestehenden Koalition aus SPD und CDU eine Neuauflage von Rot-Grün möglich, darüber hinaus ein Bündnis aus CDU und Grünen, wie es zuletzt in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen gebildet wurde.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

Außerdem finden Sie im aktuellen NiedersachsenTREND folgende Themen:

  • Wunsch nach SPD-geführter Landesregierung überwiegt 
  • Weil am populärsten, Oppositionsspitzen mit Bekanntheitsproblemen
  • Direktwahlfrage: Weil deutlich vor Althusmann
  • Atomkraft: nur jeder Fünfte für Aus zum Jahresende
  • Drei Viertel wollen im Winter weniger Strom verbrauchen und heizen
  • 9-Euro-Ticket vor allem in den größeren Städten genutzt

Bestellen können Sie die vollständige Publikation hier.

Niedersachsen

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Niedersachsen

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.169 Befragte
(762 Telefoninterviews und 407 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

24. bis 29. August 2022

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10%
** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

Das könnte Sie auch interessieren
ARD-DeutschlandTREND
Tweets by @infratestdimap
25.11.2022, 10:36

Retweet@hanfverband: Fortschritt sieht anders aus. Holetschek ist schuld! 😉 Die neue Infratest Dimap Umfrage ist da: https://t.co/M184KVFNSX