Menu

LänderTREND

Nordrhein-Westfalen Juni 2020 im Auftrag des WDR

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU und FDP wieder ohne Mehrheit 

Die landespolitische Stimmung in NRW nähert sich langsam wieder der aus der Vor-Corona-Zeit. Die CDU hätte aktuell bei einer Landtagswahl einen Wähleranteil von 37 Prozent in Aussicht, 3 Punkte weniger als Mitte April. Sie bliebe bei einem solchen Wahlausgang mit deutlichem Vorsprung stärkste Landeskraft, könnte sich aber wie vor Ausbruch der Pandemie nicht auf eine gemeinsame schwarz-gelbe Mehrheit stützen. Die Liberalen kämen aktuell unverändert auf 7 Prozent. Ähnlich hoch würde derzeit der Wähleranteil der AfD (+1) ausfallen. SPD (+1) und Grüne (+/-0) liegen derzeit Kopf-an-Kopf mit jeweils 20 Prozent. Allen anderen Parteien bliebe der Landtagseinzug verwehrt, darunter der Linken, die momentan mit 4 Prozent (+/-0) rechnen könnten. 

 

NRW-Landesregierung: Sympathierückgang, aber mehrheitlich positive Bewertung

Das schwarz-gelbe Kabinett bleibt im aktuellen Bevölkerungsurteil hinter dem im Zuge der Corona-Bekämpfung erreichten Rekordwert vom Frühjahr zurück. Jedoch ist mit 62 Prozent (-8) weiterhin eine Mehrheit im Bundesland zufrieden mit den Leistungen der Landesexekutive, vier von zehn (37 Prozent) sind unzufrieden. CDU- (84 Prozent) und FDP-Anhänger (77 Prozent) äußern sich mehrheitlich wohlwollend. Die Anhänger von SPD (58:41 Prozent) und Grünen (62:38 Prozent) kehren wieder zu einer etwas nüchterneren Bewertung der schwarz-gelben Landesregierung zurück, stellen dem Düsseldorfer Kabinett aber nach wie vor ein überwiegend positives Zeugnis aus. Deutliche Regierungskritik äußern im Bundesland unverändert allein die AfD-Wähler (17:83 Prozent).

 

Ministerpräsident Laschet: Hälfte zufrieden

Ministerpräsident Armin Laschet verfehlt aktuell seinen während der Pandemie-Bekämpfung erreichten Rekordwert. Der CDU-Politiker überzeugt mit seiner Arbeit momentan knapp jeden zweiten Wahlberechtigten im Bundesland (46 Prozent; -19), ebenso viele (45 Prozent; +15) bewerten seine Person dagegen kritisch. Vor Ausbruch der Pandemie im Herbst 2019 hatte sich etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) positiv zu Armin Laschet geäußert. Aktuelle Unterstützung findet Laschet in den CDU-Reihen (68 Prozent). Vorwiegend Zuspruch erntet er auch bei den FDP-Anhängern (53:35 Prozent). In den Reihen der Düsseldorfer Opposition überwiegt dagegen die Kritik, besonders deutlich wiederum unter den Anhängern der AfD (29:71 Prozent).  

 

Corona: Jeder Dritte in NRW noch mit Infektionsangst

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist auch in Nordrhein-Westfalen rückläufig. Die Infektionsangst der Bevölkerung geht im größten deutschen Bundesland ebenfalls zurück. Nach 36 Prozent im April sind aktuell 31 Prozent in NRW in Sorge, dass sie sich selbst bzw. Familienangehörige mit dem Corona-Virus anstecken könnten.

 

Pandemie-Folgen: weiterhin große volkswirtschaftliche Sorgen

Während die Ansteckungsängste in NRW in den vergangenen Wochen zurückgegangen sind, sorgt die Sicht auf die Wirtschaft im Bundesland weiterhin erkennbar für Unsicherheit. Kaum verändert zum letzten NRW-Trend vor eineinhalb Monaten äußern aktuell 72 Prozent (-2) große bis sehr große Sorgen, dass sich wegen Corona die wirtschaftliche Lage in NRW verschlechtern könnte. Weiterhin ein Fünftel der Wahlberechtigten im Bundesland (21 Prozent; -1) ist wegen Corona besorgt auch um die persönliche wirtschaftliche Lage.

 

Corona-Lockerungen in NRW: für 60 Prozent richtig

Auf die rückläufigen Infektionszahlen hat die Politik auch in NRW bereits Ende April mit der Rücknahme bestehender Alltags-beschränkungen reagiert. Für eine Mehrheit von 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger ist der Umfang dieser Erleichterungen im öffentlichen Leben des Bundeslandes alles in allem richtig. Ungeachtet einzelner Proteste gegen Corona-Restriktionen gehen aktuell für nur 9 Prozent der NRW-Wahlberechtigten die bisherigen Kursänderungen nicht weit genug. Dagegen empfinden 28 Prozent die begonnenen Normalisierungen im Bundesland bereits als zu weitgehend. Mehrheitliche Unterstützung für das bisherige Normalisierungstempo im Bundesland findet sich in allen Parteilagern.

 

NRW-Grundschulöffnung vor den Sommerferien polarisiert

Der Lockerungskurs der NRW-Landesregierung findet mehrheitlichen Zuspruch. Die Entscheidung des Düsseldorfer Kabinetts zur vollständigen Öffnung der Grundschulen noch vor den Ende Juni beginnenden Sommerferien stößt allerdings auf weniger Unterstützung: 40 Prozent finden diesen Schritt gut. Nach Ansicht von 52 Prozent der Wahlberechtigten hätte man damit jedoch für die Zeit nach den Sommerferien warten sollen.  

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1001 Befragte

Erhebungszeitraum:08. bis 09. Juni 2020

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung