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LänderTREND

Nordrhein-Westfalen September 2020 im Auftrag des WDR

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU und FDP weiter ohne Mehrheit 

Am 13. September finden in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen statt. Auch wenn sich landes- und kommunalpolitische Stimmung sehr unterschiedlich wechselseitig beeinflussen können, sind die Kommunalwahlen nicht nur für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ein wichtiger Stimmungstest.

In der landespolitischen Stimmung bliebe die CDU zum jetzigen Zeitpunkt mit 34 Prozent klar stärkste Kraft, im Vergleich zum Juni muss sie allerdings 3 Punkte abgeben. Da die FDP unverändert auf 7 Prozent käme, könnte sich die CDU wie schon vor drei Monaten nicht mehr auf eine gemeinsame schwarz-gelbe Mehrheit stützen. 

Die Grünen würden sich nach einem Plus von 2 Punkten gegenüber Juni mit 22 Prozent knapp vor der SPD platzieren, die derzeit 21 Prozent (+1) in Aussicht hätte.

Die AfD käme unverändert auf 7 Prozent. Die Linke würde mit 4 Prozent (±0) erneut an der Mandatsschwelle scheitern. Alle anderen Parteien kämen zusammengenommen auf 5 Prozent.

 

NRW-Landesregierung: Rückhalt sinkt, doch Mehrheit zufrieden

Nachdem die schwarz-gelbe Landesregierung in der ersten Phase der Corona-Pandemie einen Rekordwert für Nordrhein-Westfalen verzeichnen konnte, ist die Zufriedenheit mit dem Düsseldorfer Kabinett seither rückläufig. Weiterhin äußert sich aber eine knappe Mehrheit (56 Prozent, - 6 im Vergleich zu Juni) wohlwollend über das Regierungshandeln, vier von zehn (42 Prozent) üben Kritik.

Die Anhänger der Regierungsparteien CDU (83 Prozent) und FDP (71 Prozent) sind zu weiten Teilen zufrieden mit der Kabinettsarbeit. Im Lager von SPD (51:46 Prozent) und Grünen (51:47 Prozent) halten sich Lob und Kritik in etwa die Waage. Mehrheitlich kritisch äußern sich erwartungsgemäß die Anhänger der AfD (32:67 Prozent).

Ministerpräsident Laschet: nach Ansehensgewinnen gut die Hälfte zufrieden

Ministerpräsident Armin Laschet überzeugt ähnlich wie noch vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie rund die Hälfte der Wahlberechtigten (52 Prozent), 41 Prozent üben dagegen Kritik an seiner Regierungsführung. Der Ministerpräsident kann damit sein Ansehen im Vergleich zu Juni verbessern (+6 Punkte), bleibt aber unter seinem persönlichen Rekordwert vom April.

Unterstützung findet Laschet mehrheitlich bei Anhängern der CDU (75 Prozent). Auch im Lager der mitregierenden FDP (59 Prozent) wie auch der oppositionellen SPD (59 Prozent) wird Armin Laschet überwiegend positiv bewertet. Verhaltener urteilen die Anhänger der Grünen (45:53 Prozent), unter Anhängern der AfD überwiegt die Kritik (36:63 Prozent) deutlich.  

 

Gesundheitsminister Laumann gewinnt an Ansehen, Bildungsministerin Gebauer in der Kritik

CDU-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann kann sein Ansehen im Vergleich zu April weiter ausbauen. Mit seinem politischen Handeln ist derzeit knapp die Hälfte zufrieden (48 Prozent, +9).

Deutlich in der Kritik steht hingegen FDP-Bildungsministerin Yvonne Gebauer, die seit April auch an Rückhalt verliert (24 Prozent, -9).

Joachim Stamp von der FDP wird von einem Fünftel für seine Familienpolitik gelobt (20 Prozent, -4), ebenso viele äußern sich allerdings kritisch (19 Prozent).

 

Breiter Rückhalt für Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie

Um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu halten, sind aktuell verschiedene Maßnahmen im Gespräch, die alle auf großen Rückhalt in der Bevölkerung stoßen. Eine Absage von Karnevalsfeiern im Herbst und im Frühjahr unterstützen fast neun von zehn Bürger (87 Prozent) in Nordrhein-Westfalen. Auch eine Begrenzung der Gästezahlen bei privaten Feiern und ein Aussetzen von Weihnachtsmärkten (jeweils 71 Prozent) geht nach mehrheitlicher Ansicht in die richtige Richtung. Dabei fällt die Zustimmung zu diesen Maßnahmen unter Frauen noch etwas höher als unter Männer aus.

Drei Viertel der Wahlberechtigten (77 Prozent) sprechen sich ferner dafür aus, Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten von den Reisenden selbst bezahlen zu lassen.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Nordrhein-Westfalen

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1002 Befragte

Erhebungszeitraum:24.-29. August 2020

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

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