Nordrhein-WestfalenTREND Oktober 2021

Repräsentative Studie im Auftrag des WDR

Gut ein halbes Jahr vor der nächsten Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen findet die Arbeit der schwarz-gelben Landesregierung ein geteiltes Echo, auch wenn das Kabinett unter Ministerpräsident Armin Laschet sein Ansehen zum letzten NRW-Trend vom April deutlich verbessert hat. Gut vier von zehn Wahlberechtigten (42 Prozent) äußern sich aktuell zufrieden zur Regierungsarbeit, gut die Hälfte (54 Prozent) übt Kritik. Während sich die CDU-Anhänger mehrheitlich positiv äußern (71:26 Prozent), überwiegt in den Reihen des Koalitionspartners FDP die Ablehnung (42:54 Prozent).

Ministerpräsident Armin Laschet wird zur Landtagswahl im kommenden Jahr nicht erneut kandidieren. Der Unions-Kanzlerkandidat hatte unabhängig vom Ausgang der Bundestagswahl einen Wechsel in die Bundespolitik angekündigt. Vier von zehn Nordrhein-Westfalen (42 Prozent) ziehen rückblickend für die vergangenen vier Jahre eine positive Bilanz für seine Arbeit als Landeschef. Für sie war Armin Laschet alles in allem ein guter Ministerpräsident. Jeder zweite (51 Prozent) teilt diese Meinung nicht. Ein mehrheitlich positives Urteil treffen vor dem anstehenden Rückzug des Ministerpräsidenten aus der Landespolitik allein die Anhänger der CDU (80:17 Prozent).

Als Nachfolger für den Parteivorsitz und das Ministerpräsidentenamt hat Armin Laschet den derzeitigen Verkehrsminister Hendrik Wüst vorgeschlagen. Der 46-jährige CDU-Politiker ist der Mehrzahl der Nordrhein-Westfalen noch kein Begriff. Diejenigen, die ihn bewerten können, urteilen zu seiner Person eher positiv (24:20 Prozent). Dies gilt im Düsseldorfer Kabinett auch für CDU-Innenminister Herbert Reul (43:20 Prozent) und Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann (43:27 Prozent), die mit Abstand zu den populärsten Landesministern in NRW gehören. Zu FDP-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (25:27 Prozent) halten sich aktuell Zustimmung und Ablehnung in etwa die Waage, ebenso zu FDP-Familienminister Joachim Stamp (17:19 Prozent). Bildungsministerin Yvonne Gebauer zieht dagegen überwiegend Kritik auf sich (18:41 Prozent).

Der Kontrahent von Hendrik Wüst zur Landtagswahl wäre im kommenden Jahr Thomas Kutschaty, SPD-Fraktions- und Landesvorsitzender. Die Nordrhein-Westfalen haben zum jetzigen Zeitpunkt keinen wirklichen Favoriten für die künftige personelle Besetzung des Regierungsamts: 31 Prozent ziehen den CDU-Politiker als künftigen Ministerpräsidenten vor, 25 Prozent den SPD-Mann. Gut vier von zehn können oder wollen sich derzeit auf keinen der beiden Bewerber festlegen.

Klarer sehen die derzeitigen Präferenzen für die künftige Regierungsbildung im Bundesland aus. In der aktuellen, nicht zuletzt stark bundespolitisch aufgeladenen Gemengelage unterstützen drei von zehn (32 Prozent) die Fortsetzung einer CDU-geführten Landesregierung in NRW, jeder zweite (50 Prozent) dagegen einen politischen Wechsel zugunsten der Sozialdemokraten.

Auch die aktuelle politische Stimmung im Land, gemessen an der Sonntagsfrage, wird wenige Wochen nach der Bundestagswahl vom bundespolitischen Trend geprägt. Bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt käme die CDU auf 22 Prozent und verliert zum letzten NRW-Trend vom April 6 Punkte. Sie läge damit klar hinter der SPD, die auf 31 Prozent käme. Während sich die Sozialdemokraten innerhalb eines halben Jahres um 13 Punkte verbessern, büßen die Grünen im gleichen Zeitraum 9 Punkte ein und könnten derzeit mit 17 Prozent rechnen. Die FDP würde leicht verbessert zum Frühjahr 13 Prozent (+2) erzielen, die AfD läge mit 7 Prozent (-1) ähnlich wie zuletzt im April, ebenso die Linke mit 3 Prozent (+/-0). Die übrigen Parteien kämen zusammen auf 7 Prozent (+1). Mit einem solchen Wahlausgang würde Rot-Grün über eine Mehrheit für die Regierungsbildung verfügen.

Mit Sorgen schauen die Nordrhein-Westfalen auf die Preissteigerungen der letzten Monate. Sieben von zehn (70 Prozent) sind über die Preisentwicklung für Lebensmittel und Energie in sehr großer (29 Prozent) bzw. großer Sorge (41 Prozent). Nur drei von zehn (29 Prozent) treiben die anziehenden Preise derzeit weniger oder gar nicht um. Die wirtschaftliche Lage im Bundesland insgesamt bereitet den Bürgern im Bundesland dagegen aktuell weniger Kummer. Die Hälfte (50 Prozent) bewertet die Situation der Wirtschaft in NRW als sehr gut bzw. gut.

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung

Fallzahl

1.172 Befragte
(764 Telefoninterviews und 408 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

18. bis 21. Oktober 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte
* bei einem Anteilswert von 10% ** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

Das könnte Sie auch interessieren
Tweets by @infratestdimap
26.11.2021, 08:20

Retweet@tagesschau: ARD-DeutschlandTrend: Änderungen am Infektionsschutzgesetz umstritten https://t.co/Plsx9BkRDz#DeutschlandTrend#Sonntagsfr