Nordrhein-WestfalenTREND Mai 2022

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Sonntagsfrage: CDU weiter vor SPD, Grüne mit guten Chancen auf Rekordergebnis

Zehn Tage vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen verlieren beide Volksparteien im Vergleich zu Mitte April leicht an Rückhalt. In der Wählergunst liegt die CDU aktuell mit 30 Prozent (im Vergleich zu April -1) knapp vor der SPD. Den Sozialdemokraten, die aktuell auf 28 Prozent (-2) kommen, droht damit zum zweiten Mal in Folge ihr schlechtestes Ergebnis bei Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen überhaupt (2017: 31,2 Prozent). Dies, obwohl aktuell vier von zehn Wahlberechtigten im Land künftig eher eine SPD-geführte Landesregierung begrüßen würden (CDU geführt: 36 Prozent).

Aktuell auf 16 Prozent kommen die Grünen. Sie haben damit nicht nur sehr gute Chancen, ihren Stimmanteil im Vergleich zu 2017 (6,4 Prozent) mehr als zu verdoppeln, sondern ihr bestes Ergebnis bei Landtagswahlen in NRW überhaupt zu erzielen (bislang 2010: 12,1 Prozent). Die FDP liegt - im Vergleich zu April unverändert - bei 8 Prozent und damit gleichauf mit der AfD (+1). Die Linke käme wie im Vormonat auf 3 Prozent, alle anderen Parteien erreichen aktuell 7 Prozent.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen sein kann. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern. Bewegungen sind damit bis zum 15. Mai weiterhin möglich und wahrscheinlich. Bereits kleinere Veränderungen können am Wahlsonntag politische Wirkungen entfalten, unter anderem zu möglichen Mehrheiten für die Regierungsbildung. Jeder sechste Wahlberechtigte will eine Änderung seiner momentanen Parteipräferenz bis zum Wahlsonntag in 10 Tagen nicht ausschließen. Ein Fünftel tendiert derzeit zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen. Für knapp zwei Drittel der Wahlberechtigten steht die Wahlentscheidung nach eigenen Angaben bereits fest.

Direktwahlfrage: Kutschaty verringert Abstand, Wüst weiter mit leichten Vorteilen

Bei der Direktwahlfrage entfaltet der erst seit Ende Oktober vergangenen Jahres amtierende CDU-Ministerpräsident keinen wesentlichen Amtsbonus und liegt mit geringem Abstand vor seinem SPD-Herausforderer Thomas Kutschaty. Könnte man den künftigen Regierungschef direkt wählen, würden sich aktuell 39 Prozent für Wüst, 33 für Kutschaty entscheiden. Im Vergleich zu Mitte April hat sich der Abstand damit leicht verringert (Wüst 41, Kutschaty 32 Prozent). Knapp drei von zehn Wahlberechtigten können oder wollen sich zwischen den beiden Kontrahenten nicht entscheiden. Die CDU- und SPD-Anhänger favorisieren erwartungsgemäß die jeweiligen Kandidaten ihrer Partei (CDU-Anhänger Wüst: 88 Prozent, SPD-Anhänger Kutschaty 70 Prozent). Unter Anhängern der FDP sprechen sich 48 Prozent für den CDU-Kandidaten, und 23 Prozent für den Spitzenkandidaten der SPD aus, 58 Prozent der Anhänger der Bündnisgrünen bevorzugen dagegen Kutschaty, nur 24 Wüst.

Zufriedenheit mit Landesregierung leicht höher als 2017

Fünf Jahre nach dem Regierungswechsel von Rot-Grün zu Schwarz-Gelb fällt die Bewertung der Landesregierung aus Sicht der Wahlberechtigten in Nordrhein-Westfalen durchwachsen aus: Genau die Hälfte der Befragten äußert sich aktuell zufrieden mit der Arbeit der Landesregierung. Wenige Tage vor der Landtagswahl 2017 waren es 45 Prozent. Lediglich in der Altersgruppe ab 65 Jahre zeigt sich aktuell eine knappe Mehrheit mit der Arbeit des schwarz-gelben Kabinetts zufrieden, vor allem in den mittleren Altersgruppen kann die Landesregierung mehrheitlich nicht überzeugen.

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Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung

Fallzahl

1.537 Befragte
(1.002 Telefoninterviews und 535 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

02.-04. Mai 2022

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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