Wohnen in NRW

Repräsentative Studie im Auftrag des WDR

Die Wohnkosten sind in den letzten Jahren auch in Nordrhein-Westfalen deutlich gestiegen. Die Hälfte (51 Prozent) der Bürgerinnen und Bürger im Bundesland, und zwar unabhängig ob zur Miete (52 Prozent) oder im Eigentum (50 Prozent) wohnend, spricht mit Blick auf die vergangenen drei Jahre von starken bis sehr starken Steigerungen bei ihren eigenen Wohnausgaben. Deutliche Steigerungen in diesem Zeitraum beklagen in Nordrhein-Westfalen mehr noch als urbane Metropolen-Bewohner (51 Prozent) die Bewohner kleinerer Gemeinden (unter 20.000 Einwohner: 62 Prozent). Hohe Steigerungen bei den eigenen Wohnausgaben berichten darüber hinaus insbesondere jüngere Menschen (unter 35-Jährige: 66 Prozent).  

Lange Zeit galt als Faustregel, dass die monatlichen Ausgaben für das Wohnen nicht mehr als 30 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens ausmachen sollten. Nur knapp vier von zehn Wahlberechtigten (37 Prozent) in Nordrhein-Westfalen bewegen sich nach eigenen Angaben innerhalb dieser Vorgabe. Ein Drittel (33 Prozent) gibt an, zwischen 30 und 40 Prozent seines Haushaltseinkommens für das Wohnen auszugeben. Für jeden Fünften (22 Prozent) sind es sogar mehr als 40 Prozent. Solch hohe Haushaltsbelastungen durch das Wohnen finden sich in Nordrhein-Westfalen bei Mietern mit 31 Prozent etwa doppelt so häufig wie bei Personen, die im Eigentum wohnen (16 Prozent).

Hohe und rapide steigende Wohnausgaben bedeuten, dass man weniger Geld für andere Dinge zur Verfügung hat oder sich auch nach günstigerem Wohnraum umsehen muss. In Nordrhein-Westfalen geben knapp drei von zehn Wahlberechtigten (29 Prozent) an, sich wegen der aktuellen Wohnkosten bei anderen Ausgaben sehr stark oder stark einschränken zu müssen. Immerhin jeder Fünfte (21 Prozent) im Bundesland hat zugleich sehr große bzw. große Sorgen, sich seine derzeitige Wohnung in Zukunft nicht mehr leisten zu können, unter den Mietern ist es sogar knapp jeder Dritte (31 Prozent).

Der Erwerb einer eigenen Immobilie war bislang für viele in Deutschland Ausdruck, es wirtschaftlich geschafft zu haben. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt nur ein Drittel der Mieter (34 Prozent) an, den Erwerb von Wohneigentum für sich nie ernsthaft erwogen zu haben. Allerdings hat derzeit auch nur jeder vierte Mieter (26 Prozent) das Ziel, Wohneigentum zu erwerben. Gut jeder dritte Mieter (35 Prozent) im Bundesland hatte zwar nach eigenen Angaben den Traum von den eigenen vier Wänden, hat sich hiervon mittlerweile jedoch verabschiedet. Neben formal gut Gebildeten (42 Prozent) sind es in Nordrhein-Westfalen insbesondere jüngere Mieter, die den Immobilienerwerb nach wie vor als Ziel anstreben: Von den unter 35-Jährigen ist es jeder Zweite (52 Prozent).

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Nordrhein-Westfalen

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung

Fallzahl

1.185 Befragte
(774 Telefoninterviews und 411 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

17. bis 20. Oktober 2022

Schwankungsbreite

2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent
3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© infratest dimap

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