PoliTREND Rheinland-Pfalz Dezember 2020

im Auftrag des SWR

Teil-Lockdown: Knapp die Hälfte für strengere Maßnahmen, Lockerungen zu Weihnachten werden eher kritisch gesehen

Seit über einem Monat gelten aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland wieder deutliche Einschränkungen im Alltag. Den derzeitigen Teil-Lockdown betrachten in Rheinland-Pfalz vier von zehn Bürgerinnen und Bürgern (42 Prozent) als angemessen. Ähnlich viele (45 Prozent) sprechen sich angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens für nochmals entschiedenere Maßnahmen aus. Nur für jeden Zehnten (10 Prozent) gehen die derzeitigen Auflagen dagegen zu weit.

Bislang waren seitens der Politik Lockerungen von Kontaktbeschränkungen für das bevorstehende Weihnachtsfest vorgesehen, so dass sich mehrere Haushalte mit bis zu zehn Personen über 14 Jahren hätten treffen können. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat bereits angekündigt, dass angesichts der aktuellen Lage weitreichende Lockerungen nicht möglich sein werden. Diese Einschätzung teilt eine Mehrheit der Wahlberechtigten im Bundesland: 58 Prozent bewerten Lockerungen zu Weihnachten als falsch, 39 Prozent als richtig. Einen entscheidenden Grund für die Ablehnung der Lockerungen zum Weihnachtsfest bilden die seit mehreren Wochen hohen Corona-Neuinfektionszahlen. Sieben von zehn (70 Prozent) im Bundesland sind in Sorge, dass die Corona-Fallzahlen in Rheinland-Pfalz in den kommenden Wochen wieder deutlich ansteigen könnten.

Infektionsangst deutlich gestiegen, zwei Drittel in Sorge um die Wirtschaft im Bundesland

Mit den gestiegenen Infektionszahlen der letzten Wochen sind im Bundesland auch die Sorgen vor einer Ansteckung wieder gewachsen. Nach einem Drittel im September ist in Rheinland-Pfalz aktuell die Hälfte (52 Prozent; +19) besorgt, dass sie selbst oder Mitglieder der Familie sich mit Corona infizieren könnten. Dies sind mehr als zur ersten Corona-Welle im April (39 Prozent) und zugleich mehr als zuletzt bundesweit (42 Prozent, vgl. DeutschlandTREND Dezember). Die Zahl derjenigen, die sich um die wirtschaftliche Lage im Bundesland sorgen, ist seit September von 59 Prozent auf 64 Prozent gestiegen. Als Folge des staatlichen Krisenmanagements hat dagegen die Sorge um die eigene Lebenssituation kaum zugenommen: Um die eigene wirtschaftliche Situation macht sich ähnlich wie im Herbst ein Fünftel Sorgen (20 Prozent, +1). Gleichzeitig ist mit 13 Prozent (-1) die Zahl der Erwerbstätigen nahezu unverändert, die Angst vor Verlust des eigenen Arbeitsplatzes äußern.

Mit dem seit November geltenden neuerlichen Teil-Lockdown sind wieder vermehrt die politischen und sozialen Pandemiefolgen in den Vordergrund getreten. Sorgen um mögliche Beeinträchtigungen der Kinderentwicklung aufgrund eingeschränkter Betreuungs- und Schulangebote äußern ähnlich wie im September zwei Drittel im Bundesland (65 Prozent; -4). Ängste vor einer längerfristigen Einschränkung von Freiheitsrechten teilen ein Drittel im Bundesland (33 Prozent) und damit etwas mehr als im September (+3). Entsprechende Befürchtungen werden vor allem von Anhängern der AfD geäußert (66 Prozent).

Außerdem finden Sie folgende Themen im aktuellen Politrend:

  • Sonntagsfrage: CDU weiter stärkste Kraft, Grüne mit Verlusten, SPD legt zu. Knappe Mehrheit für Ampel-Koalition
  • Große Zufriedenheit mit Landesregierung, Dreyer weiterhin deutlich vor Baldauf und Spiegel
  • Rechtswidrige Beförderungen im Grünen-Umweltministerium: 71 Prozent vermuten keinen Einzelfall

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Kontakt
Anja Miriam Simon

Rheinland-Pfalz

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung in Rheinland-Pfalz

Stichprobe

Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren

Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl

1002 Befragte

Erhebungszeitraum

04. bis 08. Dezember 2020

Schwankungsbreite

liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

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