SaarlandTREND November 2021

Repräsentative Studie im Auftrag des Saarländischen Rundfunks

Kritik am Corona-Krisenmanagement der Landesregierung überwiegt

Auch im Saarland erreichen die Corona-Infektionszahlen derzeit neue Höchststände. Das derzeitige Krisenmanagement der Landesregierung überzeugt eine Mehrheit der Saarländerinnen und Saarländer jedoch nicht: mit dem Handeln des schwarz-roten Kabinetts in der vierten Infektionswelle ist mehr als die Hälfte (58 Prozent) unzufrieden, vier von zehn (40 Prozent) äußern sich wohlwollend. Wie auch in anderen Bundesländern fällt das Urteil über das Krisenmanagement der Landesregierung damit deutlich kritischer aus als in der zweiten Corona-Welle vor einem Jahr. Damals waren zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger im Saarland (67 Prozent) zufrieden mit dem Regierungskurs. 

Mehrheitlich Unterstützung findet das aktuelle Regierungshandeln in der Pandemie in den Reihen der Ministerpräsidentenpartei (62:36 Prozent). Unter den Anhängern der FDP überwiegt das Lob die Kritik leicht (54:43 Prozent). Die Anhänger von SPD (40:59 Prozent), Grünen (33:67 Prozent), Linke (28:72 Prozent) und AfD (21:74 Prozent) sind mehrheitlich weniger oder gar nicht zufrieden.

Corona-Maßnahmen: Mehrheit für Impfpflicht, Kontaktbegrenzungen für Ungeimpfte und Absage von Großveranstaltungen

Angesichts der Rekordzahlen bei den Corona-Infektionen haben sich Bund und Länder mittlerweile auf neue Maßnahmen verständigt, um die vierte Welle der Pandemie zu brechen. Wie in einigen anderen europäischen Ländern soll nun auch in Deutschland eine Corona-Impfplicht für Berufsgruppen im Gesundheits- und Pflegebereich eingeführt werden. Dieses Vorhaben stößt im Saarland auf große Unterstützung. Gut drei Viertel (78 Prozent) begrüßen eine solche Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen, nur ein Fünftel (20 Prozent) hält dies für den falschen Weg. Die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen stößt parteiübergreifend auf Rückhalt - mit Ausnahme der AfD-Anhänger (40:59 Prozent).

Darüber hinaus fände auch eine allgemeine Corona-Impfpflicht für Personen ab 18 Jahren im Saarland mehrheitlich Akzeptanz: knapp zwei Drittel (65 Prozent) halten eine generelle Impfpflicht für richtig, ein Drittel (34 Prozent) steht ihr ablehnend gegenüber. Den größten Rückhalt findet eine Impfpflicht für alle Erwachsenen in den Reihen von CDU (78 Prozent), Grünen (74 Prozent) und SPD (71 Prozent). Auch die Anhänger von FDP (59 Prozent) und Linken (58 Prozent) sind für eine allgemeine Impfpflicht mehrheitlich offen. Die Wähler der AfD stehen einer allgemeinen Impfplicht noch deutlich skeptischer als einer auf bestimmte Gruppen begrenzten Impflicht gegenüber (35:61 Prozent).

Zu den von Bund und Ländern geplanten Maßnahmen zählen auch Zugangsbeschränkungen, mit denen Kontakte reduziert werden sollen, sobald bestimmte Schwellenwerte erreicht sind. Derartige Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte halten gut zwei Drittel der Saarländer (69 Prozent) für richtig, Kontaktbegrenzungen für alle Bürger stoßen indes mehrheitlich auf Ablehnung (33:64 Prozent).

Die Wiedereinführung einer Homeoffice-Pflicht für Beschäftigte halten 61 Prozent der Bürgerinnen und Bürger unter den aktuellen Rahmenbedingungen für richtig. Ebenso findet eine Absage von großen Veranstaltungen, z.B. in Sport und Kultur oder auch Weihnachtsmärkte mehrheitlich Unterstützung (71 Prozent). Bei allem Maßnahmen steigt die Zustimmung mit dem Alter und ist unter Saarländerinnen und Saarländern im Alter von 65 und älter höher als in den jüngeren Altersgruppen.

Außerdem finden Sie im SaarlandTREND folgende Themen:

  • Gut die Hälfte zufrieden mit schwarz-roter Landesregierung

  • Wichtigste Probleme: Corona, Wirtschaft und Arbeit

  • CDU verliert, SPD gewinnt deutlich an Sachvertrauen

  • Nächste Landesregierung: Hälfte für Regierungswechsel zugunsten der SPD

  • Direktwahl des Ministerpräsidenten: Anke Rehlinger knapp vor Tobias Hans

  • Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU hinter der SPD

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Kontakt
Anja Miriam Simon

Saarland

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung im Saarland

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.165 Befragte (794 Telefoninterviews und 371 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

16. bis 20. November 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10%
** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

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26.11.2021, 08:20

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