SaarlandTREND März 2022

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Sonntagsfrage 10 Tage vor der Wahl: SPD vor CDU, Einzug kleinerer Parteien ungewiss

Die CDU ging im Saarland seit 1999 durchgängig als stärkste Kraft aus den Landtagswahlen hervor.  Nach der aktuellen landespolitischen Stimmung könnte sich dies am 27. März ändern. Bei einer Landtagswahl zum jetzigen Zeitpunkt hätte die CDU einen Wähleranteil von 31 Prozent in Aussicht. Sie legt zwar zum letzten SaarlandTrend vom Februar um 2 Punkte zu, bliebe damit aber hinter ihrem Ergebnis von vor fünf Jahren (40,7 Prozent) und ihrem sozialdemokratischen Koalitionspartner im Bundesland zurück.

Die SPD verliert einen Punkt zum Februar, könnte sich mit 37 Prozent jedoch zur Wahl vor fünf Jahren (29,6 Prozent) deutlich verbessern.

Für alle übrigen Parteien ist zehn Tage vor der Landtagswahl der Einzug in den Saarbrücker Landtag noch keineswegs sicher. Die besten Aussichten hat in der aktuellen Stimmungslage die AfD. Mit momentan 6 Prozent (-2 zu Februar) läge sie etwa auf dem Niveau der letzten Landtagswahl (6,2 Prozent). Die Grünen, die 2017 aus dem Landtag herausgefallen waren (4,0 Prozent), könnten mit 5 Prozent (-1 zu Februar) rechnen, ebenso die FDP (-1 zu Februar), die seit 2012 nicht mehr im Landtag vertreten ist. Die Linke, die 2017 noch ein zweistelliges Ergebnis (12,8 Prozent) erzielte, würde dagegen mit 4 Prozent an der Mandatsschwelle scheitern und nach 13 Jahren aus dem Landesparlament herausfallen. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 12 Prozent, darunter die neue politische Formation BuntSaar mit 3 Prozent.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern. Bewegungen sind damit im Saarland bis zum 27. März weiterhin möglich, zumal unter den aktuell außergewöhnlichen innen- und außenpolitischen Rahmenbedingungen. Bereits kleinere Veränderungen können am Wahlsonntag politische Wirkungen entfalten und über die Zahl der künftig im Landtag vertretenen Parteien auch rechnerisch mögliche Mehrheiten für die Regierungsbildung verändern. Jeder sechste Wahlberechtigte will eine Änderung seiner momentanen Parteipräferenz bis zum Wahlsonntag in 10 Tagen nicht ausschließen. Ein Fünftel tendiert derzeit zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen. Für knapp zwei Drittel der Wahlberechtigten steht die Wahlentscheidung nach eigenen Angaben bereits fest.

Bei einem Wahlausgang am 27. März entsprechend der aktuellen Sonntagsfrage könnte die jetzige Koalition ihre Arbeit fortsetzen, allerdings unter SPD-Führung. Eine SPD-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger favorisiert zehn Tage vor der Wahl und wie im letzten SaarlandTrend vom Februar etwa die Hälfte der Saarländer (49 Prozent; +/-0), ein Drittel zieht den CDU-Amtsinhaber Tobias Hans (33 Prozent; -1) vor.

Auch findet eine sozialdemokratisch geführte große Koalition mit einem Zuspruch von 48 Prozent (+/-0) weiterhin einen größeren Rückhalt als das aktuelle schwarz-rote Regierungsbündnis, das von 37 Prozent (+2) positiv bewertet wird. Rot-Grün, laut aktueller Sonntagsfrage durchaus nicht ausgeschlossen ebenso wie Rot-Gelb, findet bei lediglich drei von zehn Wahlberechtigten (30 Prozent) Anklang. Eine Ampel nach Berliner Vorbild (27 Prozent; -8) bzw. eine Koalition aus SPD und FDP unterstützt jeweils etwa ein Viertel (25 Prozent). Eine Jamaika-Koalition, wie es sie im Saarland zwischen 2009 und 2012 gegeben hat, bewertet nur jeder Sechste (17 Prozent; -4) positiv.

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Kontakt
Anja Miriam Simon

Saarland

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung im Saarland

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.421 Befragte
(927 Telefoninterviews und 494 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

14. bis 16. März 2022

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10%
** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

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