Sachsen-AnhaltTREND April 2021

Repräsentative Studie im Auftrag des MDR

Wichtigste Probleme: Corona, gefolgt von Wirtschaft, Bildung und Arbeitsmarkt

Die Corona-Pandemie dominiert seit gut einem Jahr die Politik in Bund und Ländern und ist auch in Sachsen-Anhalt in der Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger das wichtigste Thema. Rund sieben Wochen vor der Landtagswahl stellt die Eindämmung der Pandemie für vier von zehn Wahlberechtigte (39 Prozent) die mit Abstand größte Herausforderung im Bundesland dar. Darauf folgen Fragen der Schul- und Bildungspolitik (19 Prozent), die in der Corona-Pandemie besonders gefordert ist. Aber auch Wirtschaftsfragen stehen aktuell im Blickfeld der Wahlberechtigten: Jeder Fünfte betrachtet die Situation der Wirtschaft (19 Prozent), jeder Siebte die Lage am Arbeitsmarkt (14 Prozent) als die momentan größten Probleme im Bundesland. Andere Themen haben derzeit für die Wahlberechtigten im Bundesland einen geringeren Stellenwert.

Sorge um Wirtschaftslage größer als vor der letzten Landtagswahl

Vor dem Hintergrund der möglichen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie ist die Sorge um die wirtschaftliche Lage in Sachsen-Anhalt größer als vor der letzten Landtagswahl im März 2016. Aktuell blicken knapp zwei Drittel (63 Prozent) mit Sorge auf die wirtschaftliche Situation im Land, ein Drittel (33 Prozent, -14 Prozent) beurteilt die aktuelle wirtschaftliche Lage noch als sehr gut oder gut. Vor der Landtagswahl 2016 war knapp die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger (47 Prozent) zu einem positiven Urteil gelangt.

Corona-Krisenmanagement auch in Sachsen-Anhalt in der Kritik

In der ersten Phase der Corona-Krise wurde der Exekutive in Bund und Ländern ein großes Vertrauen entgegengebracht, durch ihr Krisenmanagement die Pandemie und ihre Auswirkungen zu bewältigen. Das Magdeburger Kabinett konnte im Juni 2020 auf breite Unterstützung in der Corona-Krise bauen (72 Prozent), nur ein gutes Viertel (27 Prozent) übte damals Kritik am Regierungshandeln. Seither hat sich das Stimmungsbild – nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern bundesweit über alle Länder hinweg – deutlich verändert. Ein knappes Drittel (31 Prozent) der Bürger bewertet den Kurs der Landesregierung in der Pandemie positiv, zwei Drittel (66 Prozent) sehen das Handeln von Schwarz-Rot-Grün hingegen kritisch.

Noch vergleichsweise verhalten ist die aktuelle Kritik im Lager der regierungsführenden CDU. Unter ihren Anhängern halten sich Lob und Kritik über das Corona-Krisenmanagement im Land die Waage (49:49 Prozent). Kritischer äußern sich die Anhänger der mitregierenden SPD (35:60 Prozent) und der Grünen (31:65 Prozent). In den Reihen der Linken stützen knapp vier von Zehn den Regierungskurs (38:59 Prozent) in der Pandemie. Deutlich auf Distanz gehen die Anhänger der FDP (21:79 Prozent) und der AfD (16:84 Prozent).

Große Unzufriedenheit vor allem mit Krisenkommunikation und Impforganisation

Die größte Kritik am Corona-Krisenmanagement entzündet sich derzeit an der Krisenkommunikation der Politik. Drei Viertel der Bürger (74 Prozent) vergeben schlechte Noten dafür, wie Entscheidungen begründet und erklärt werden. Große Zweifel bestehen auch an der Organisation des Impfens, mit der gut zwei Drittel der Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt (68 Prozent) aktuell weniger oder gar nicht zufrieden sind.  Die Organisation des Schulbetriebes und der Kita-Betreuung kritisieren 60 Prozent der Bevölkerung. Dabei ist die Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen in Schule und Kita unter Bürgern, die von Fragen der Kinderbetreuung häufiger betroffen sind, höher (18 bis 44 Jahre: 69 Prozent), als unter Bürgen, die keine Kinder im schulpflichtigen Alter haben (65 Jahre und älter: 46 Prozent). Etwa die Hälfte (52 Prozent) empfindet den Einsatz von Corona-Schnell- und Selbsttests als unzureichend.

Außerdem im aktuellen Sachsen-AnhaltTREND folgende Themen:

  • Regierungszufriedenheit eingebrochen und wieder auf Vor-Corona-Niveau
  • Haseloff populärster Landespolitiker, Spitzendkandidaten mit Bekanntheitsdefiziten
  • Sonntagsfrage: CDU verliert in der Wählergunst, FDP mit Aussicht auf den Landtagseinzug
  • Knapp zwei Drittel gegen Zusammenarbeit der CDU mit der AfD, ein knappes Drittel offen

Bestellen können Sie die vollständige Publikation hier.

Kontakt
Anja Miriam Simon

Sachsen-Anhalt

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.202 Befragte (783 Telefoninterviews und 419 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

16. bis 21. April 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10%
** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

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