Sachsen-AnhaltTREND Mai 2021

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Sonntagsfrage 10 Tage vor der Wahl: CDU vor AfD, Kenia-Koalition weiter mit Mehrheit

Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die CDU in der ARD-Vorwahlumfrage bei 28 Prozent, 1 Punkt mehr als im April. Die CDU bliebe damit wie durchgängig seit 2002 stärkste politische Kraft im Bundesland und käme zugleich in die Nähe ihres Wahlergebnisses von 2016 (29,8 Prozent). Zweitstärkste Partei wäre die AfD. Sie legt zum letzten Sachsen-AnhaltTREND vom April 4 Punkte zu und könnte mit derzeit 24 Prozent in etwa an ihr Wahlergebnis von vor fünf Jahren (24,3 Prozent) anknüpfen.

Der dritte Platz ist so umkämpft wie nie zuvor bei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt. Die SPD hätte momentan 11 Prozent in Aussicht. Sie liegt damit einen Punkt schlechter als im April und etwa auf dem Niveau der Landtagswahl von vor fünf Jahren (10,6 Prozent). Die Linke könnte aktuell mit 10 Prozent rechnen. Dies sind 2 Punkte weniger als im April. Die Linke bliebe nicht nur unter ihrem Wahlergebnis von 2016 (16,3 Prozent), sie wäre bei einem solchen Wahlausgang zugleich mit einem Tiefstand im Bundesland konfrontiert. Die Grünen kämen momentan auf 9 Prozent. Auch sie büßen zum April ein (-2), wären aber stärker als 2016 (5,2 Prozent) und könnten ihr bislang bestes Landtagswahlergebnis in Sachsen-Anhalt erzielen. Die FDP wäre nach zehn Jahren Pause wieder im Landesparlament vertreten. Die Liberalen kämen wie im April auf 8 Prozent (2016: 4,9 Prozent). Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 10 Prozent (2016: 8,9 Prozent), darunter die Freien Wähler, die momentan mit 3 Prozent (2016: 2,2 Prozent) rechnen könnten.

Bei einem solchen Wahlausgang könnte das Drei-Parteien-Bündnis aus CDU, SPD und Grünen seine Regierungsgeschäfte fortsetzen. Diese lagerübergreifende Koalition bleibt im Bundesland allerdings ein reines Vernunft-Bündnis, auch wenn Ministerpräsident Reiner Haseloff weit über die eigene Anhängerschaft hinaus Sympathien genießt. In den Reihen von SPD (24 Prozent) und Grünen (28 Prozent) spricht sich nur jeweils etwa jeder Vierte für eine Landesregierung unter CDU-Führung aus, landesweit sind es vier von zehn (39 Prozent). Ebenfalls über eine rechnerische Mehrheit würde eine Koalition aus CDU, SPD und FDP verfügen. Nicht ausgeschlossen wäre zum jetzigen Zeitpunkt auch eine knappe Mehrheit für eine Koalition aus CDU, Grünen und FDP.

Bewegungen sind bis zum 6. Juni weiterhin möglich. Jeder Sechste gibt in der aktuellen Umfrage an, dass eine Änderung der Parteipräferenz bis zum Wahlsonntag in 10 Tagen nicht ausgeschlossen ist, für sechs von zehn ist nach eigenen Angaben die Entscheidung dagegen bereits gefallen. Etwa jeder vierte Befragte gibt an, nicht an der Wahl teilnehmen zu wollen oder lässt keine Neigung zu einer Partei erkennen.

Die Sonntagsfrage misst daher aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Sachsen-Anhalt

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online Befragung

Fallzahl

1.249 Befragte (814 Telefoninterviews und 435 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

25. bis 26. Mai 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10%
** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

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29.07.2021, 11:16

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