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LänderTREND

Sachsen August 2018 im Auftrag des MDR

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU mit Einbußen, AfD zweitstärkste Kraft

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU mit Einbußen, AfD zweitstärkste Kraft

Zufriedenheit mit der Landesregierung rückläufig

Zufriedenheit mit der Landesregierung rückläufig

Parteikompetenzen: Vertrauensdefizit bei der Entwicklung des ländlichen Raums, der Flüchtlingspolitik und der Inneren Sicherheit

Parteikompetenzen: Vertrauensdefizit bei der Entwicklung des ländlichen Raums, der Flüchtlingspolitik und der Inneren Sicherheit

Linke kümmert sich am meisten um Interessen der Ostdeutschen

Linke kümmert sich am meisten um Interessen der Ostdeutschen

Politikerbewertung: Kretschmer auf Rang Eins

Politikerbewertung: Kretschmer auf Rang Eins

Direktwahl des Ministerpräsidenten: Kretschmer dominiert alle möglichen Herausforderer

Direktwahl des Ministerpräsidenten: Kretschmer dominiert alle möglichen Herausforderer

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU mit Einbußen, AfD zweitstärkste Kraft

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU mit Einbußen, AfD zweitstärkste Kraft

Zufriedenheit mit der Landesregierung rückläufig

Zufriedenheit mit der Landesregierung rückläufig

Parteikompetenzen: Vertrauensdefizit bei der Entwicklung des ländlichen Raums, der Flüchtlingspolitik und der Inneren Sicherheit

Parteikompetenzen: Vertrauensdefizit bei der Entwicklung des ländlichen Raums, der Flüchtlingspolitik und der Inneren Sicherheit

Linke kümmert sich am meisten um Interessen der Ostdeutschen

Linke kümmert sich am meisten um Interessen der Ostdeutschen

Politikerbewertung: Kretschmer auf Rang Eins

Politikerbewertung: Kretschmer auf Rang Eins

Direktwahl des Ministerpräsidenten: Kretschmer dominiert alle möglichen Herausforderer

Direktwahl des Ministerpräsidenten: Kretschmer dominiert alle möglichen Herausforderer

Sonntagsfrage Landtagswahl: CDU mit Einbußen, AfD zweitstärkste Kraft

Am 1. September 2019 wird der sächsische Landtag zum 7ten Mal neu gewählt. Ein Jahr vor dem Urnengang würden die beiden Regierungsparteien eine Mehrheit deutlich verfehlen und die aktuelle politische Stimmung deutet auf unübersichtliche Mehrheitsverhältnisse hin. Wenn am nächsten Sonntag bereits Landtagswahl in Sachsen wäre, käme die CDU auf ein Stimmenanteil von 30 Prozent. Damit wäre die führende Regierungspartei zwar weiterhin stärkste Kraft, würde aber gegenüber dem Landtagswahlergebnis 2014 (39,4 Prozent) deutlich verlieren. Auch der kleinere Regierungspartner verliert, denn die SPD vereint aktuell lediglich 11 Prozent der Wählerstimmen auf sich (2014: 12,4 Prozent).

Zweitstärkste Partei wäre die AfD, die mit aktuell 25 Prozent der Stimmen ihren Anteil mehr als verdoppeln könnte. Sie liegt damit allerdings etwas unter ihrem Bundestagswahlergebnis vom September 2017. Während sowohl die Linke mit 18 Prozent als auch die Grünen mit 6 Prozent in etwa bei ihrem 2014er-Wahlergebnis lägen, könnte sich die FDP mit aktuell 5 Prozent zumindest Hoffnung auf einen Parlamentseinzug machen. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 5 Prozent.

Die Veränderungen in Sachsen gegenüber der letzten Landtagswahl spiegeln vielfach Bundestrends der letzten vier Jahre. Hierzu gehört einerseits die Schwäche von Union und SPD, andererseits der gestiegene Wählerrückhalt von AfD und FDP.

Wäre dies das Ergebnis einer Landtagswahl, würde die Bildung einer Regierung deutlich schwieriger als nach der letzten Landtagswahl, denn die CDU/SPD-Koalition hätte keine Mehrheit mehr.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wählerinnen und Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem der Wahlkampf mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

 

Zufriedenheit mit der Landesregierung rückläufig

Der geringere Rückhalt für die beiden Regierungsparteien dürfte in der aus Sicht der Bürger mäßigen Leistung des sächsischen Kabinetts begründet sein. Ende August ist knapp jeder zweite Sachse mit der Arbeit des von Michael Kretschmer geführten Kabinetts sehr zufrieden (1 Prozent) bzw. zufrieden (47 Prozent). Fast ebenso viele sind weniger (41 Prozent) oder gar nicht zufrieden (8 Prozent) mit Schwarz-Rot.

Der CDU gelingt es weitgehend, die eigenen Anhänger mit ihrem Regierungshandeln zu überzeugen (72:28 Prozent). Die SPD-Anhängerschaft ist in ihrer Bewertung der Landesregierung allerdings gespalten (48:49 Prozent). Besonders kritisch mit der Regierung Kretschmer sind die Anhänger der AfD (27:70 Prozent).

Im Vergleich der Bundesländer ist das Urteil über die sächsische Landesregierung eher unterdurchschnittlich.

 

Parteikompetenzen: Vertrauensdefizit bei der Entwicklung des ländlichen Raums, der Flüchtlingspolitik und der Inneren Sicherheit

Die sächsische CDU ist nicht nur die stärkste Partei im Freistaat, sondern vereint auch das größte Sachvertrauen in wichtigen Politikfeldern, wie der Wirtschaftspolitik und der Inneren Sicherheit, auf sich. Allerdings zeigen die Ergebnisse große Vertrauensdefizite gegenüber allen Parteien in einer Reihe von Politikbereichen auf. Dies gilt vor allem für die Entwicklung des ländlichen Raums, die Asyl- und Flüchtlingspolitik sowie die Innere Sicherheit.

Klarer Kompetenzführer ist die CDU vor allem in der Wirtschaftspolitik und bei der Inneren Sicherheit, wenngleich sie dort jeweils einen Verlust an Sachvertrauen hinnehmen muss: 53 Prozent der sächsischen Bürgerinnen und Bürger trauen der CDU am ehesten zu, die Wirtschaft in Sachsen voranzubringen; 37 Prozent sehen die Bekämpfung der Kriminalität bei den Christdemokraten in den besten Händen. 28 Prozent der sächsischen Bürger trauen zwar am ehesten der CDU die Versorgung des ländlichen Raums zu, ein Drittel (35 Prozent) allerdings hat bei diesem Feld in keine der Parteien Vertrauen. Ein gutes Viertel der Sachsen (27 Prozent) schreibt am ehesten den Christdemokraten eine gute Schul- und Bildungspolitik zu. Vor den anderen Parteien liegt die CDU auch in der Asyl- und Flüchtlingspolitik, wenn gleich das Sachvertrauen nicht besonders groß ausfällt (21 Prozent).

Die SPD kann von der Leitung des Wirtschaftsressorts nicht profitieren, denn nur jeder Zehnte sieht die Wirtschaftspolitik bei ihr am besten aufgehoben (10 Prozent). Die Kompetenzschwerpunkt der Sozialdemokraten liegen im Themenfeld soziale Gerechtigkeit (22 Prozent) und in der Schul- und Bildungspolitik (20 Prozent). Obwohl die SPD in allen abgefragten Politikfeldern Kompetenzverluste zu verzeichnen hat, liegt sie in allen Bereichen vor der Linken.

Die Linke als derzeit stärkste Opposition im Parlament gilt wie vor der letzten Landtagswahl insbesondere als Garant für soziale Gerechtigkeit (22 Prozent), auch wenn sie nach leichten Verlusten etwa gleichauf mit SPD und auch der CDU liegt. Deutlich weniger Sachvertrauen als 2014 wird der Linken im Bereich der Bildungspolitik entgegengebracht (20 Prozent). In der Asyl- und Flüchtlingspolitik (14 Prozent) sowie der Versorgung ländlicher Gebiete (13 Prozent) schreibt rund jeder Achte der Linken die größte Kompetenz zu.

Den sächsischen Grünen fällt in den hier abgefragten Politikfeldern eine Profilierung schwer. Am ehesten gelingt ihnen das bei der Versorgung des ländlichen Raums (6 Prozent).

Die AfD ist inhaltlich deutlich profilierter als vor vier Jahren und am stärksten in den Politikfeldern innere Sicherheit und Flüchtlingspolitik aufgestellt. Bei der Bekämpfung von Kriminalität und Verbrechen liegt sie mit 14 Prozent auf Rang 2 der Parteien. In der Asyl- und Flüchtlingspolitik bringen ihr ebenfalls 14 Prozent Sachvertrauen entgegen. Ebenso weckt sie in Sachsen vermehrt Sacherwartungen in Gerechtigkeitsfragen (6 Prozent).

Der FDP gelingt es als außerparlamentarische Opposition in der Wirtschaftspolitik zu punkten: 8 Prozent der Bürger schreiben den Liberalen die besten wirtschaftspolitischen Konzepte zu.

Linke kümmert sich am meisten um Interessen der Ostdeutschen

Wie in den beiden Nachbarländern genießt die Linke auch in Sachsen-Anhalt das größte Sachvertrauen, wenn es um die Vertretung ostdeutscher Interessen geht. Ein Viertel der Sachen (26 Prozent) ist der Ansicht, dass sich die Linke am meisten um die Interessen der Ostdeutschen kümmert. Jeder Achte (13 Prozent) setzt hier auf die CDU oder auf die AfD (12 Prozent). Damit punktet die sächsische AfD bei diesem Thema stärker als in Sachsen-Anhalt oder Thüringen. Jeder Zehnte (11 Prozent) sieht die Vertretung ostdeutscher Interessen bei der SPD in guten Händen. Immerhin ein Drittel (33 Prozent) vermag keine Partei zu benennen, die sich in besonderem Maße um die Interessen der Ostdeutschen kümmert.

Bemerkenswert: Die Anhänger der Linken (66 Prozent) und der AfD (44 Prozent) sind stärker als die Anhänger der anderen Parteien davon überzeugt, dass ihre Partei sich um ostdeutsche Interessen kümmert.

 

Politikerbewertung: Kretschmer auf Rang Eins

Rund acht Monate nach der Wahl zum Ministerpräsidenten ist Michael Kretschmer der beliebteste Politiker in Sachsen. Aktuell sind 59 Prozent im Freistaat mit seiner politischen Arbeit sehr zufrieden bzw. zufrieden, 25 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden. Im Vergleich mit anderen Ministerpräsidenten liegt Kretschmer mit diesem Wert im oberen Mittelfeld. Dem CDU-Politiker gelingt es zudem stärker als den anderen sächsischen Spitzenpolitikern, seine eigene Anhängerschaft von sich zu überzeugen. Martin Dulig bekommt ebenfalls eine gute Bewertung von den Bürgern: Mit der Leistung des sozialdemokratischen Wirtschaftsministers sind 47 Prozent zufrieden, 25 Prozent unzufrieden. Die Spitzen der anderen Parteien sind entweder in der Bevölkerung deutlich weniger bekannt oder ziehen mehr Kritik auf sich.

Dies gilt vor allem für Frauke Petry, die im Vergleich zum Juni 2017 an Beliebtheit einbüßt: Mit ihrer Arbeit sind nur noch 14 Prozent (-5) der Sachsen einverstanden, zwei Drittel (64 Prozent) stellen ihr ein schlechtes Zeugnis aus.

Obwohl Rico Gebhardt schon sehr lange in der Landespolitik aktiv ist, können viele Menschen im Freistaat wenig mit seinem Namen anfangen. Derzeit sind 16 Prozent mit seiner Arbeit zufrieden (+4 Punkte), 15 Prozent unzufrieden. Große Bekanntheitsdefizite haben auch der AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Jörg Urban (13:17 Prozent) und der Grünen-Fraktionsvorsitzende Wolfram Günther (9:10 Prozent).

 

Direktwahl des Ministerpräsidenten: Kretschmer dominiert alle möglichen Herausforderer

Die Popularität Kretschmers spiegelt sich in der Ministerpräsidentenpräferenz der Sachsen wider. Bei einer Direktwahl des Regierungschefs könnte sich der Amtsinhaber gegen alle möglichen Herausforderer durchsetzen. Das gilt sowohl für eine Entscheidung zwischen Kretschmer und dem Linken-Politiker Gebhardt (56:12 Prozent) als auch für ein Aufeinandertreffen des CDU-Regierungschefs mit dem AfD-Politiker Jörg Urban (61:7 Prozent). Stärkster Gegenkandidat wäre Martin Dulig: bei dieser Personalalternative würden sich 53 Prozent der Sachsen für den Amtsinhaber und 26 Prozent für den SPD-Herausforderer entscheiden. Allerdings dominiert Kretschmer auch hier: Sein Stimmenanteil ist rund doppelt so groß, was auch daran liegt, dass sich immerhin ein Drittel der SPD-Anhänger für den CDU-Mann entscheiden würde.

Trotz einem Stimmenanteil von 25 Prozent in der Sonntagsfrage zeigt das Duell Kretschmer vs. Urban, dass ein AfD-Politiker als Ministerpräsident keine Akzeptanz findet.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Sachsen

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1000 Befragte

Erhebungszeitraum:20. bis 25. August 2018

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap