SachsenTREND August 2019

im Auftrag der ARD

Sonntagsfrage: Schwarz-Rot ohne Mehrheit, CDU jetzt stärkste Partei

Zehn Tage vor der Landtagswahl in Sachsen deuten die Ergebnisse der Sonntagfrage auf erhebliche Schwierigkeiten für die Koalitionsfindung nach der Landtagswahl hin. Die CDU würde mit aktuell 30 Prozent ihr letztes Landtagswahlergebnis (39,4 Prozent) deutlich verfehlen und käme auf ihr schlechtestes Landtagswahlergebnis im Freistaat. Zweitstärkste Kraft wäre die AfD, die mit aktuell 24 Prozent gegenüber ihrem Wahlergebnis von 2014 (9,7 Prozent) kräftig zulegen würde. Die Linke käme mit 16 Prozent auf den dritten Platz. Sie läge damit unter ihrem Ergebnis von 2014 (18,9 Prozent). Die Grünen könnten mit 11 Prozent einen höheren Stimmenanteil als 2014 (5,7 Prozent) erreichen und ihren bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 2009 (6,4 Prozent) deutlich übertreffen.

Die SPD wäre mit 7 Prozent nur fünftstärkste Partei. Ihr Ergebnis hätte sich gegenüber 2014 (12,4 Prozent) fast halbiert und würde zugleich einen historischen Tiefpunkt markieren. Die FDP erreicht aktuell 5 Prozent (2014: 3,8 Prozent), ihr Einzug ist damit noch offen. Die Freien Wähler lägen mit 4 Prozent unter der Mandatsschwelle. Alle anderen Parteien kämen zusammen genommen auf 3 Prozent.    

Wäre dies der tatsächliche Wahlausgang, würde die amtierende schwarz-rote Landesregierung die Mehrheit klar verfehlen. Eine Regierungsbildung gegen die CDU wäre nur unter Einschluss der AfD möglich.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfes mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Bewegungen sind bis zum 1. September weiterhin möglich. Aktuell steht lediglich für sechs von zehn Wahlberechtigten (62 Prozent) die Wahlentscheidung bereits fest. 15 Prozent wollen dagegen eine Änderung ihrer momentanen Parteipräferenz bis zum Wahlsonntag in zehn Tagen nicht ausschließen. Ein Viertel (24 Prozent) tendiert derzeit zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.

Kontakt
Anja Miriam Simon

Sachsen

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung in Sachsen (ab 18 Jahren)

Stichprobe

Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren

Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl

1002 Befragte

Erhebungszeitraum

19.-21. August 2019

Schwankungsbreite

liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

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