Schleswig-HolsteinTREND Mai 2021

Repräsentative Studie im Auftrag des NDR

Große Zufriedenheit mit Landesregierung

In einem Jahr sind die Schleswig-Holsteiner aufgefordert, über die Zusammensetzung des nächsten Landtages abzustimmen. Das seit 2017 regierende Drei-Parteienbündnis aus CDU, Grünen und FDP überzeugt aktuell mit seiner Arbeit eine große Mehrheit der Wahlberechtigten im Bundesland. Sieben von zehn (72 Prozent) äußern sich zufrieden zum Kieler Kabinett, ein Viertel (25 Prozent) übt Kritik. Damit fällt das Urteil besser aus als im letzten Schleswig-HolsteinTREND vom April 2018. Zu einer mehrheitlich positiven Bewertung gelangen nicht nur die Anhänger von CDU (95 Prozent), Grünen (81 Prozent) und FDP (62 Prozent). Fast drei Viertel der SPD-Anhänger (72 Prozent) äußern sich ebenso wohlwollend. Auf deutliche Kritik stoßen die Regierungsleistungen dagegen in Schleswig-Holstein bei den AfD-Wählern (32:66 Prozent). 

 

Positives Urteil zum Kieler Corona-Krisenmanagement

Mit der aktuell hohen Regierungszufriedenheit setzt sich Schleswig-Holstein erkennbar von anderen Bundesländern ab, ebenso mit der Bewertung des eigenen Corona-Krisenmanagements. Zum Umgang der Kieler Landesregierung mit der Pandemie äußern sich aktuell knapp zwei Drittel (64 Prozent) zufrieden, ein gutes Drittel (35 Prozent) vergibt schlechte Noten. Im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern hatte sich zum Krisenmanagement der dortigen Landesregierung zuletzt nur weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten (45 Prozent) positiv geäußert, ähnlich wie in anderen Bundesländern während der letzten Wochen überwog dort die Kritik zuletzt. Das Corona-Krisenmanagement der schleswig-holsteinischen Landesregierung wird von den Anhängern aller drei Regierungsparteien getragen, insbesondere zwar von den Wählern der CDU (80 Prozent) und der Grünen (72 Prozent), aber auch von gut jedem zweiten FDP-Anhänger (57 Prozent). Zuspruch zum Corona-Krisenmanagement der Landesexekutive kommt darüber hinaus aus den Reihen der Kieler Opposition. Auch sechs von zehn SPD-Anhängern (59 Prozent) vergeben gute Noten. Im AfD-Lager überwiegt dagegen auch hier die Kritik (34:66 Prozent). 

 

Politikerzufriedenheit: großer Zuspruch für Daniel Günther

Die aktuelle Zufriedenheit mit der Landesregierung und deren Corona-Krisenmanagement ist gepaart mit hohen Popularitätswerten des CDU-Ministerpräsidenten. Nach mehr als einem Jahr Pandemie sind drei Viertel der Wahlberechtigten (72 Prozent) zufrieden mit der politischen Arbeit von Daniel Günther, ein neuer persönlicher Rekordwert für den CDU-Politiker im Schleswig-HolsteinTREND. Hinter ihm folgen im Bevölkerungsurteil der FDP-Sozial- und Gesundheitsminister Heiner Garg mit einem Zuspruch von 40 Prozent sowie die Grünen-Finanzministerin Monika Heinold, mit deren Arbeit 34 Prozent zufrieden sind. Während der FDP-Politiker deutlich besser bewertet wird als vor drei Jahren, kommt die Grünen-Politikerin an ihre Popularitätswerte vom letzten Schleswig-HolsteinTREND nicht heran. Die SPD-Landeschefin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Serpil Midyatli kämpft ein Jahr vor der nächsten Landtagswahl mit deutlichen Bekanntheitsproblemen. Nur etwa ein Drittel der Wahlberechtigten kann oder will die SPD-Politikerin bewerten, davon 21 Prozent positiv. Auch Lars Harms vom SSW ist nur jedem Dritten im Bundesland ein Begriff, auch er zieht mit 23 Prozent mehr positive denn kritische Urteile auf sich. Anders Jörg Nobis von der AfD. Der AfD-Spitzenkandidat von 2017 wird von etwa jedem Vierten bewertet und erfährt im Bundesland weiterhin eher mehr Ablehnung als Zuspruch (11:15 Prozent).  

 

Verhältnisse im Bundesland: Anlass zur Zuversicht, positives Urteil zur Wirtschaftslage

Zugute kommt der Landesregierung eine sichtbar positive Grundstimmung in Schleswig-Holstein. Für acht von zehn Wahlberechtigten (79 Prozent) geben die aktuellen Verhältnisse im Bundesland Anlass zur Zuversicht. Nur 15 Prozent sind eher besorgt. Diese positive Sicht geht einher mit einer weiterhin wohlwollenden Bewertung der wirtschaftlichen Lage, auch wenn die Zufriedenheitswerte aus der Zeit der letzten Landtagswahl 2017 nicht ganz erreicht werden. Aktuell bezeichnen etwa zwei Drittel der Wahlberechtigten (64 Prozent) die wirtschaftliche Lage im Bundesland als sehr gut bzw. gut, nur drei von zehn (31 Prozent) als weniger gut bzw. schlecht. Zugleich sind die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein mit Blick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung eher optimistisch eingestellt. Zwar fürchtet jeder Siebte im Bundesland (15 Prozent) eine Eintrübung der Wirtschaftslage, vier von zehn (41 Prozent) jedoch rechnen mit einer Stärkung der Wirtschaft in den kommenden Monaten. Ebenso viele (41 Prozent) erwarten im Jahresverlauf keine wesentlichen Veränderungen.

 

Außerdem im aktuellen Schleswig-HolsteinTREND:

  • Sonntagsfrage: CDU und Grüne Kopf an Kopf

  • Wichtigste Probleme im Bundesland: Corona, Wirtschaft, Bildung

  • Nur jeder Vierte sieht Digitalisierung bereits auf gutem Weg

Schleswig-Holstein

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Schleswig-Holstein

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Online-Befragung

Fallzahl

1.220 Befragte (796 Telefoninterviews und 424 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

21. bis 26. Mai 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10%
** bei einem Anteilswert von 50%

© infratest dimap

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