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LänderTREND

Thüringen Januar 2020 im Auftrag des MDR

Breite Unterstützung für Ministerpräsident Bodo Ramelow

Breite Unterstützung für Ministerpräsident Bodo Ramelow

Direktwahl Ministerpräsident

Direktwahl Ministerpräsident

Direktwahl Ministerpräsident  (nach Parteianhängern)

Direktwahl Ministerpräsident (nach Parteianhängern)

Koalitionspräferenz: Am ehesten Minderheitenregierung aus Rot-Rot-Grün

Koalitionspräferenz: Am ehesten Minderheitenregierung aus Rot-Rot-Grün

Mehrheit offen für eine Zusammenarbeit von CDU und Linken

Mehrheit offen für eine Zusammenarbeit von CDU und Linken

Zusammenarbeit von CDU und AfD wird mehrheitlich abgelehnt

Zusammenarbeit von CDU und AfD wird mehrheitlich abgelehnt

Keine generelle Ablehnung von Minderheitsregierungen

Keine generelle Ablehnung von Minderheitsregierungen

Sonntagsfrage: Keine neuen Regierungsmöglichkeiten in Sicht

Sonntagsfrage: Keine neuen Regierungsmöglichkeiten in Sicht

Breite Unterstützung für Ministerpräsident Bodo Ramelow

Breite Unterstützung für Ministerpräsident Bodo Ramelow

Direktwahl Ministerpräsident

Direktwahl Ministerpräsident

Direktwahl Ministerpräsident  (nach Parteianhängern)

Direktwahl Ministerpräsident (nach Parteianhängern)

Koalitionspräferenz: Am ehesten Minderheitenregierung aus Rot-Rot-Grün

Koalitionspräferenz: Am ehesten Minderheitenregierung aus Rot-Rot-Grün

Mehrheit offen für eine Zusammenarbeit von CDU und Linken

Mehrheit offen für eine Zusammenarbeit von CDU und Linken

Zusammenarbeit von CDU und AfD wird mehrheitlich abgelehnt

Zusammenarbeit von CDU und AfD wird mehrheitlich abgelehnt

Keine generelle Ablehnung von Minderheitsregierungen

Keine generelle Ablehnung von Minderheitsregierungen

Sonntagsfrage: Keine neuen Regierungsmöglichkeiten in Sicht

Sonntagsfrage: Keine neuen Regierungsmöglichkeiten in Sicht

Breite Unterstützung für Ministerpräsident Bodo Ramelow

Wie bereits vor der Landtagswahl stellt die große Mehrheit der Thüringer dem Ministerpräsidenten ein gutes Zeugnis aus. 71 Prozent der Befragten halten ihn für einen guten Minister-präsidenten, nur ein knappes Fünftel (18 Prozent) ist gegenteiliger Auffassung. Diese mehrheitlich positive Bewertung zeigt sich in fast allen Parteianhängerschaften. Auch drei von vier CDU-Anhängern

(74 Prozent) fällen ein positives Urteil. Lediglich unter den AfD-Anhängern ist die Mehrheit kritisch gegenüber Bodo Ramelow eingestellt (54 Prozent).

Dank dieser guten Bewertung könnte Bodo Ramelow auch eine Direktwahl klar für sich entscheiden. Wenn die Wahlberechtigten bei einer Direktwahl zwischen Bodo Ramelow, Mike Mohring und Björn Höcke entscheiden könnten, ginge Bodo Ramelow mit 60 Prozent mit großem Abstand als Sieger hervor. Für Mike Mohring würde sich nur ein knappes Fünftel (19 Prozent) entscheiden, für Björn Höcke weniger als jeder Zehnte (9 Prozent).

Bemerkenswert dabei ist, dass die potentiellen Alternativen zum amtieren Ministerpräsidenten selbst in den eigenen Reihen nur auf begrenzten Rückhalt stoßen. Von den CDU-Anhängern würde sich nur wenig mehr als die Hälfte (53 Prozent) für Mike Mohring, selbst unter den AfD-Anhängern nur ein gutes Drittel (35 Prozent) für Björn Höcke entscheiden.

Koalitionspräferenz: Am ehesten Minderheitenregierung aus Rot-Rot-Grün

Auch drei Monate nach der Landtagswahl mit dem Verlust der Regierungsmehrheit von Rot-Rot-Grün ist noch nicht klar, in welcher Konstellation im Erfurter Parlament künftig regiert werden wird. Die Fortsetzung von Rot-Rot-Grün als Minderheitsregierung fänden nur 43 Pro-zent der Thüringerinnen und Thüringer gut, 54 Prozent fänden das nicht gut. Eine Regierung aus Linke und CDU würde aber mit 33 Prozent auf noch weniger Zustimmung stoßen, wobei die Vorbehalte unter den Anhängern der Linken (67 Prozent Ablehnung) größer wären als unter Anhängern der CDU (54 Prozent Ablehnung).

Eine denkbare Minderheitsregierung aus CDU und AfD würde auf noch größere Ablehnung stoßen. Vier Fünftel (79 Prozent) bewerten ein Bündnis aus CDU und AfD als weniger gut oder schlecht, nur ein Fünftel (19 Prozent) äußert sich zustimmend. Ein solches Regierungsmodell würde nur unter den AfD-Anhängern nennenswerte Zustimmung (70 Prozent) erhalten. Unter den CDU-Anhängern überwiegt die Ablehnung dagegen deutlich (6:93 Prozent).

Mehrheit offen für eine Zusammenarbeit von CDU und Linken

Obwohl die CDU eine Regierungsbildung mit der Linken ausgeschlossen hat, sind fast ein Drittel der Wahlberechtigten (31 Prozent) der Meinung, dass die CDU für eine solche Regierung zur Verfügung stehen sollte. Weitere 43 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die CDU zwar kein Regierungsbündnis mit der Linken eingehen, aber bei Einzelprojekten mit der Linken zusammenarbeiten sollte. Nur ein gutes Fünftel (22 Prozent) lehnt eine Zusammenarbeit von CDU und Linke gänzlich ab.

Unter den CDU-Anhängern findet eine mögliche Kooperation mit der Linken sogar noch etwas mehr Zustimmung: 40 Prozent wünschen sich eine Bereitschaft der CDU zu einer gemeinsamen Regierung, 42 Prozent zumindest eine Zusammenarbeit bei Einzelprojekten. Nur 16 Prozent der CDU-Anhänger lehnen jede Zusammenarbeit mit der Linken ab.

Zusammenarbeit von CDU und AfD wird mehrheitlich abgelehnt

Kritischer bewerten die Thüringerinnen und Thüringer eine mögliche Zusammenarbeit der CDU mit der AfD, die von einigen CDU-Abgeordneten ins Spiel gebracht wurde, von der Bundes-CDU aber grundsätzlich abgelehnt wird. Zwei Drittel (64 Prozent) finden diese grundsätzliche Ablehnung richtig, nur ein Drittel (34 Prozent) plädiert für eine Zusammenarbeit von CDU und AfD. Unter den CDU-Anhängern ist die Skepsis gegenüber der AfD sogar noch größer. Nur 13 Prozent der CDU-Anhänger sind offen für eine Kooperation mit der AfD, 85 Prozent lehnen dies grundsätzlich ab.

Keine generelle Ablehnung von Minderheitsregierungen

Grundsätzlich stehen die Thüringerinnen und Thüringer allerdings einer Minderheitsregierung mehrheitlich positiv gegenüber. Zwei Drittel (64 Prozent) fänden es prinzipiell in Ordnung, wenn in Thüringen eine Regierung auch ohne parlamentarische Mehrheit der Regierungsfraktionen gebildet würde, nur drei von zehn (30 Prozent) lehnen dies grundsätzlich ab. Die Offenheit hierfür ist unter Anhängern von Linke und Grüne (91 und 80 Prozent) am größten. Mehrheitlich abgelehnt wird eine Minderheitsregierung nur von den AfD-Anhängern (55 Prozent).

Die Schwierigkeiten der Regierungsbildung tragen sicherlich dazu bei, dass die eine Hälfte der Thüringer Bürgerinnen und Bürger mit Sorge in die Zukunft blickt. Für 48 Prozent geben die Verhältnisse in Thüringen derzeit eher Anlass zur Beunruhigung, für 46 Prozent eher Anlass zur Zuversicht. Unter den Anhänger von Linke, Grüne, FDP und SPD überwiegt die Zuversicht. Unter den Anhängern der AfD dominiert dagegen die Beunruhigung.

Sonntagsfrage: Keine neuen Regierungsmöglichkeiten in Sicht

Im Falle von vorgezogenen Neuwahlen stünde die Regierungsbildung nach der derzeitigen Stimmung vor den gleichen Herausforderungen wie bisher. Wenn am nächsten Sonntag in Thüringen Landtagswahl wäre, käme die Linke auf 32 Prozent und könnte damit ihr Rekordergebnis der Landtagswahl im Oktober um einen Prozentpunkt steigern. Die SPD würde mit 8 Prozent ähnlich wie im Oktober abschneiden, die Grünen könnten mit aktuell 6 Prozent ihr Landtagswahlergebnis etwas verbessern (+0,8 Prozentpunkte). Trotz in Summe leichter Zugewinne für die bisherigen Regierungsparteien könnten die drei Parteien ihre Arbeit nur als Minderheitsregierung fortsetzen.

Die CDU würde ihr bisher schlechtestes Landtagswahlergebnis in Thüringen noch einmal unterbieten und käme jetzt nur noch auf 19 Prozent (21,7 Prozent bei der Landtagswahl im Oktober letzten Jahres). Die FDP würde es mit 6 Prozent (5,0 Prozent) erneut in den Landtag schaffen. Die AfD könnte mit 24 Prozent (23,4 Prozent) den zweiten Platz im Thüringer Land-tag verteidigen. Eine Regierungsmehrheit gegen die Linke ließe sich für die CDU daher nach wie vor nur unter Einbeziehung der AfD organisieren, wobei CDU und AfD mindestens einen weiteren Partner hierfür finden müssten. Alle anderen Parteien kämen zusammengenommen auf 5 Prozent.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Nicht nur legen sich viele Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, auch hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Thüringen

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1000 Befragte

Erhebungszeitraum:21.-25. Januar 2020

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap