ThüringenTREND März 2021

Repräsentative Studie im Auftrag des MDR

Kritik an Stabilitätspakt und Landesregierung wächst

Die Landtagswahl in Thüringen wird am 26. September 2021 stattfinden, nachdem der für April vorgesehene Wahltermin aufgrund der COVID-19-Pandemie verschoben wurde. Die Landesregierung von Linken, SPD und Grünen hat im Thüringer Landtag keine eigene Mehrheit und arbeitet daher im Rahmen des Thüringer Stabilitätspakts bis zur Sommerpause mit der CDU zusammen. 

40 Prozent der Thüringer sind mit dem Stabilitätspakt aktuell zufrieden, gut die Hälfte steht dem Stabilitätspakt hingegen ablehnend gegenüber (55 Prozent). Die Kritik fällt damit größer aus als im Sommer 2020 (+13 Prozentpunkte). Von den am Stabilitätspakt beteiligten Parteien unterstützen die Anhänger der Linken (66 Prozent), der SPD (67 Prozent) und der Grünen (75 Prozent) den Stabilitätspakt mehrheitlich. Die Anhänger der CDU, die mit dem Stabilitätspakt im Sommer letzten Jahres noch mehrheitlich zufrieden waren, sind nun geteilter Meinung (46:52 Prozent). 

Über die Arbeit der Landesregierung äußert sich aktuell gut die knappe Hälfte der Thüringer (46  Prozent) wohlwollend, 52 Prozent sind mit ihrer Arbeit weniger oder gar nicht zufrieden. Im Vergleich zu August letzten Jahres ist der Rückhalt der Landeregierung damit deutlich gesunken (-17 Prozentpunkte). Mehrheitlich hinter der Landesregierung stehen die Anhänger der Regierungsparteien, die Anhänger der CDU sind geteilter Meinung. Im Lager von FDP und AfD überwiegt die Kritik an der Regierungsarbeit deutlich.

Politikerzufriedenheit: Ministerpräsident Ramelow mit deutlichen Ansehensverlusten

Mit der Arbeit von Ministerpräsident Ramelow ist aktuell noch die Hälfte der Thüringer (51 Prozent) zufrieden, die andere Hälfte (47 Prozent) äußert sich kritisch über seine politische Arbeit. Ramelow hat damit im Vergleich zum Sommer letzten Jahres deutlich an Ansehen verloren    (-15 Prozentpunkte).

Auf Platz zwei folgt die Grünen-Umweltministerin Anja Siegesmund. Bei ihr halten sich wie im vergangenen Jahr Lob und Kritik in etwa die Waage (30:34 Prozent). Ähnliches gilt für den CDU-Spitzenkandidaten und Fraktionsvorsitzenden Mario Voigt, den ein knappes Fünftel (18 Prozent, +3) lobt, ähnlich viele (20 Prozent) kritisch sehen. Mit dem SPD-Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Georg Maier ist ebenfalls ein knappes Fünftel (18 Prozent, -1) zufrieden.

Mehrheitlich auf Kritik stoßen der FDP-Fraktionsvorsitzende Thomas Kemmerich (21:52 Prozent) und noch deutlicher der AfD-Fraktionsvorsitzende Björn Höcke (12:74 Prozent).

Sonntagsfrage: Keine Mehrheit für Rot-Rot-Grün

Die rückläufige Bewertung von Landesregierung und Ministerpräsident spiegelt sich auch in der politischen Stimmung. Wenn bereits am Sonntag in Thüringen Landtagswahl wäre, könnte die Linke mit 29 Prozent rechnen. Sie bliebe damit zwar stärkste Kraft, würde im Vergleich zu August 2020 aber 3 Prozentpunkte verlieren. Die SPD käme auf unverändert 10 Prozent, die Grünen auf 5 Prozent (-1 Punkt). Die Rot-Rot-Grüne Koalition würde damit eine Mehrheit im Landtag verfehlen.

Die CDU könnte nach einem Minus von 2 Punkten derzeit mit 22 Prozent rechnen. Die AfD läge bei 23 Prozent (+3). Die FDP käme auf 6 Prozent (+2) und könnte anders als im August auf einen Einzug in den Landtag hoffen. Auf alle anderen Parteien zusammen entfielen 5 Prozent.

Außerdem finden Sie im aktuellen ThüringenTREND folgende Themen:

  • Folgen der Pandemie:  Mehrheit sorgt sich um konjunkturelle Lage in Thüringen, die Hälfte möchte sich sicher impfen lassen
  • Corona-Krisenmanagement der Landesregierung deutlich in der Kritik

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Kontakt
Anja Miriam Simon

Thüringen

Sonntagsfrage

Übersicht & Zeitverlauf

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte Bevölkerung in Thüringen

Stichprobe

Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren

Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl

1.000 Befragte

Erhebungszeitraum

25. Februar bis 01. März 2021

Schwankungsbreite

liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

© infratest dimap

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