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ARD-DeutschlandTREND

Juli 2018

Flüchtlingspolitik: Mehrheit begrüßt Einrichtung von Transitzentren

Flüchtlingspolitik: Mehrheit begrüßt Einrichtung von Transitzentren

Bürger sehen Union durch den Asylstreit geschwächt

Bürger sehen Union durch den Asylstreit geschwächt

Aussagen zur CDU/CSU (bundesweit im Vergleich zu Bayern)

Aussagen zur CDU/CSU (bundesweit im Vergleich zu Bayern)

Flüchtlingspolitik nimmt zu viel Raum ein, andere Themen kommen zu kurz

Flüchtlingspolitik nimmt zu viel Raum ein, andere Themen kommen zu kurz

Berücksichtigung von Themen der politischen Auseinandersetzung

Berücksichtigung von Themen der politischen Auseinandersetzung

Regierungszufriedenheit so gering wie lange nicht

Regierungszufriedenheit so gering wie lange nicht

Zufriedenheit mit der Bundesregierung

Zufriedenheit mit der Bundesregierung

Bewertung der Regierungsparteien: CDU und CSU mit deutlichem Ansehensverlust

Bewertung der Regierungsparteien: CDU und CSU mit deutlichem Ansehensverlust

Politikerzufriedenheit: Seehofer verliert bundesweit dramatisch

Politikerzufriedenheit: Seehofer verliert bundesweit dramatisch

Politikerzufriedenheit: Merkel vs. Seehofer

Politikerzufriedenheit: Merkel vs. Seehofer

Sonntagsfrage: leichter Verlust für Union, Zugewinn für AfD und Grüne

Sonntagsfrage: leichter Verlust für Union, Zugewinn für AfD und Grüne

Flüchtlingspolitik: Mehrheit begrüßt Einrichtung von Transitzentren

Flüchtlingspolitik: Mehrheit begrüßt Einrichtung von Transitzentren

Bürger sehen Union durch den Asylstreit geschwächt

Bürger sehen Union durch den Asylstreit geschwächt

Aussagen zur CDU/CSU (bundesweit im Vergleich zu Bayern)

Aussagen zur CDU/CSU (bundesweit im Vergleich zu Bayern)

Flüchtlingspolitik nimmt zu viel Raum ein, andere Themen kommen zu kurz

Flüchtlingspolitik nimmt zu viel Raum ein, andere Themen kommen zu kurz

Berücksichtigung von Themen der politischen Auseinandersetzung

Berücksichtigung von Themen der politischen Auseinandersetzung

Regierungszufriedenheit so gering wie lange nicht

Regierungszufriedenheit so gering wie lange nicht

Zufriedenheit mit der Bundesregierung

Zufriedenheit mit der Bundesregierung

Bewertung der Regierungsparteien: CDU und CSU mit deutlichem Ansehensverlust

Bewertung der Regierungsparteien: CDU und CSU mit deutlichem Ansehensverlust

Politikerzufriedenheit: Seehofer verliert bundesweit dramatisch

Politikerzufriedenheit: Seehofer verliert bundesweit dramatisch

Politikerzufriedenheit: Merkel vs. Seehofer

Politikerzufriedenheit: Merkel vs. Seehofer

Sonntagsfrage: leichter Verlust für Union, Zugewinn für AfD und Grüne

Sonntagsfrage: leichter Verlust für Union, Zugewinn für AfD und Grüne

Im Streit der beiden Unionsparteien über die Asyl- und Flüchtlingspolitik haben sich CDU und CSU auf die Einrichtung sogenannter Transitzentren an der deutsch-österreichischen Grenze geeinigt. Die Bundesbürger unterstützen dieses Vorhaben mehrheitlich: 61 Prozent finden die Einrichtung von Transitzentren richtig, 34 Prozent stehen dem Vorschlag hingegen ablehnend gegenüber. Die Bürger machen einen tiefen Graben zwischen den Schwesterparteien aus: 70 Prozent sind der Ansicht, dass CDU und CSU zerstritten sind und keinen gemeinsamen Kurs haben – eine Meinung, die auch viele Unionsanhänger teilen (63 Prozent). Zwei Drittel sind auch der Meinung, dass die Regierungschefin Angela Merkel die Unionsparteien innerhalb der Koalition nicht mehr richtig im Griff hat (66:30 Prozent), 73 Prozent sind der Auffassung, dass der CSU ihre eigenen Interessen wichtiger sind als der Erfolg der Bundesregierung. Dass Horst Seehofer mit seinem Verhalten gegenüber Angela Merkel die Union geschwächt hat, sehen 73 Prozent der Bürger so – auch wenn es die Hälfte der Deutschen gut findet, dass mit Seehofer jemand offen Merkels Kurs in der Asyl- und Flüchtlingspolitik kritisiert (55:42 Prozent). Eine deutliche Mehrheit der Unions-Anhänger (75 Prozent) schließt sich der Auffassung an, dass sich das Verhalten des Innenministers nachteilig für die Union auswirkt. Nur eine Minderheit der Deutschen (31 Prozent) findet, dass sich die CSU mehr als andere Parteien um die Themen kümmert, die die Menschen wirklich bewegen.

 

Nach dem wochenlangen Ringen der Union in der Asyl- und Flüchtlingspolitik ist eine Mehrheit der Bürger (56 Prozent) der Ansicht, dass das Thema in der aktuellen politischen Diskussion zu viel Raum einnimmt. Im Vergleich dazu finden nach mehrheitlicher Auffassung einige Themen derzeit zu wenig Aufmerksamkeit im politischen Diskurs. Dies gilt insbesondere für die Pflege (79 Prozent), die Bildung (73 Prozent) und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums (70 Prozent). Mehr als die Hälfte der Bürger findet außerdem, dass sozialpolitische Aspekte wie die Entwicklung der Renten (62 Prozent) sowie der Klimawandel und die Energiewende (56 Prozent) aktuell zu kurz kommen.

 

Nach dem Streit in der Union ist die Zufriedenheit mit der Bundesregierung seit dem Vormonat deutlich eingebrochen. Derzeit ist gerade ein Fünftel der Deutschen (21 Prozent, -16) zufrieden mit der Leistung von Schwarz-Rot, vier Fünftel (78 Prozent, +15) sind hingegen weniger oder gar nicht zufrieden. Dies ist der schlechteste Wert für eine schwarz-rote Koalition seit November 2006. Der schwindende Rückhalt für die Regierung betrifft in erster Linie die Unionsparteien: Mit der Arbeit der CDU ist derzeit ein gutes Drittel (36 Prozent) zufrieden, ein Minus von 15 Punkten im Vergleich zu September 2017. Noch stärker in der Kritik steht die Schwesterpartei CSU, mit der aktuell lediglich ein Fünftel aller Deutschen (20 Prozent, -11) zufrieden ist. Die Regierungsleistung der SPD bewerten hingegen 38 Prozent wohlwollend (-1).

 

Der Streit in der Union hat dem Ansehen Horst Seehofers massiv geschadet: Nur noch jeder vierte Wahlberechtigte ist mit seiner politischen Arbeit zufrieden (27 Prozent). Im Vergleich zu Mitte Juni verliert der CSU-Innenminister 16 Prozentpunkte und fällt damit nach Juli 2015 erneut auf sein Rekordtief im ARD-DeutschlandTREND. Bundeskanzlerin Angela Merkel verliert zwar im Vergleich zum Vormonat zwei Prozentpunkte, führt mit 48 Prozent Zustimmung allerdings weiterhin die Liste der beliebtesten Politiker an.

 

In der politischen Stimmung muss die Union mit aktuell 30 Prozent leichte Einbußen hinnehmen, ein Verlust von 1 Prozentpunkt im Vergleich zum letzten ARD-DeutschlandTREND am 14. Juni. Die SPD erreicht erneut 18 Prozent. Damit käme Schwarz-Rot nur noch auf 48 Prozent und hätte die Mehrheit im Bundestag nur knapp behauptet. Die AfD baut ihren Rückhalt in der Wahlbevölkerung aus und erreicht nun 16 Prozent (+1) – Rekordhoch im ARD-DeutschlandTREND. Die Grünen legen ebenfalls einen Punkt zu und erreichen mit 14 Prozent ihren höchsten Wert seit fünf Jahren. Während die FDP (8 Prozent) ihren Stimmenanteil konstant hält, verliert die Linke einen Punkt auf aktuell 9 Prozent.

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl/Dual-Frame
(Relation Festnetz-/Mobilfunknummern 70:30)

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1.005 Befragte
Sonntagsfrage: 1.505 Befragte

Erhebungszeitraum:3. bis 4. Juli 2018
Sonntagsfrage: 3. bis 4. Juli 2018

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Heiko Gothe

Projektdirektor Meinungs- und Wahlforschung

heiko.gothe @infratest-dimap.de