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Asyl-Streit in der Union

Bundesweite Studie im Auftrag des BR

Personelle Besetzung im Kanzleramt und Bundesinnenministerium

Personelle Besetzung im Kanzleramt und Bundesinnenministerium

Personelle Besetzung im Kanzleramt und Bundesinnenministerium

Personelle Besetzung im Kanzleramt und Bundesinnenministerium

Zurückweisung registrierter Flüchtlinge an der deutschen Grenze

Zurückweisung registrierter Flüchtlinge an der deutschen Grenze

CSU-Motive für den Asyl-Streit

CSU-Motive für den Asyl-Streit

Merkels Autorität im Streit mit Horst Seehofer

Merkels Autorität im Streit mit Horst Seehofer

Klärung der unionsinternen Meinungsverschiedenheiten in der Flüchtlingspolitik

Klärung der unionsinternen Meinungsverschiedenheiten in der Flüchtlingspolitik

Unions-Kompromiss vom Montag

Unions-Kompromiss vom Montag

Deutschland und EU: künftiges Verhältnis

Deutschland und EU: künftiges Verhältnis

Personelle Besetzung im Kanzleramt und Bundesinnenministerium

Personelle Besetzung im Kanzleramt und Bundesinnenministerium

Personelle Besetzung im Kanzleramt und Bundesinnenministerium

Personelle Besetzung im Kanzleramt und Bundesinnenministerium

Zurückweisung registrierter Flüchtlinge an der deutschen Grenze

Zurückweisung registrierter Flüchtlinge an der deutschen Grenze

CSU-Motive für den Asyl-Streit

CSU-Motive für den Asyl-Streit

Merkels Autorität im Streit mit Horst Seehofer

Merkels Autorität im Streit mit Horst Seehofer

Klärung der unionsinternen Meinungsverschiedenheiten in der Flüchtlingspolitik

Klärung der unionsinternen Meinungsverschiedenheiten in der Flüchtlingspolitik

Unions-Kompromiss vom Montag

Unions-Kompromiss vom Montag

Deutschland und EU: künftiges Verhältnis

Deutschland und EU: künftiges Verhältnis

Der aktuelle Asylstreit der beiden Unions-Parteien hat im Meinungsbild der Bundesbürger Spuren hinterlassen. Zwei Drittel der Deutschen vertreten die Ansicht, die Autorität der Kanzlerin habe in der Auseinandersetzung der beiden Schwesterparteien nachhaltig gelitten. Tatsächlich überzeugt Angela Merkel aktuell weniger Wahlberechtigte als zu Beginn der dritten Merkel-Koalition von Union und SPD vor wenigen Wochen. Galt die CDU-Politikerin im April bei sechs von zehn als gute Besetzung für das Kanzleramt, kommt aktuell weniger als die Hälfte der Deutschen zu diesem Urteil. Allerdings hat in diesem Zeitraum im Bevölkerungsurteil auch Horst Seehofer Federn lassen müssen, wenn auch weitaus weniger als die Kanzlerin. Statt 39 Prozent wie im April bezeichnen aktuell 35 Prozent den CSU-Politiker als gute Besetzung an der Spitze des Bundesinnenministeriums.

Mit ihren flüchtlingspolitischen Überlegungen finden Merkel und Seehofer gegenwärtig grundsätzlich ähnlich viele Anhänger. Im direkten Vergleich sehen 41 Prozent bei Angela Merkel, 40 Prozent bei Horst Seehofer die besseren Gesamtkonzepte. In dem zentralen flüchtlingspolitischen Streitpunkt dieser Tage kann sich Horst Seehofer allerdings größerer Unterstützung sicher sein: Sechs von zehn Bundesbürgern sprechen sich dafür aus, Flüchtlinge, die bereits in einem EU-Land registriert sind, an der deutschen Grenze zurückzuweisen. Diese CSU-Forderung wird abgesehen von AfD-Anhängern auch in den Reihen von Union und FDP mehrheitlich geteilt, ebenso überwiegt der Zuspruch bei den SPD-Anhängern.

Nur 14 Prozent der Bundesbürger glauben allerdings, dass es der CSU in der Auseinandersetzung mit der CDU gegenwärtig in erster Linie um die Sache geht. Jeder Zweite vermutet dagegen, dass die Landtagswahlchancen im Oktober für die CSU maßgeblich sind. Für jeden Dritten hat die CSU gegenwärtig beides im Blick, d.h. sowohl den Wahlgang im Herbst als auch die eigentliche Sachfrage. Ob sich die offen ausgetragenen unionsinternen Meinungsverschiedenheiten für die CSU tatsächlich langfristig rechnen, bezweifeln 44 Prozent der Bundesbürger, 40 Prozent erwarten demgegenüber Vorteile. Eindeutiger fällt die Folgenabschätzung der Wahlberechtigten mit Blick auf CDU und AfD aus. Während nur jeder Vierte auf einen langfristigen Nutzen für die Christdemokraten setzt, rechnen 63 Prozent mit einem bleibenden Nutzen für die AfD.

Dass sich CDU und CSU zu Wochenbeginn erst einmal auf einen Kompromiss geeinigt haben, der zwei Wochen Zeit für die erneute Suche nach europäischen Lösungen bietet, findet außerhalb der AfD-Reihen durchweg Zuspruch. Dies deckt sich mit einer nach wie vor positiven europapolitischen Grundhaltung der Deutschen. Nur jeder Dritte vertritt die Meinung, Deutschland solle künftig wieder verstärkt allein handeln und Zuständigkeiten von der EU zurückholen. Während 14 Prozent an der Zusammenarbeit Deutschlands mit den anderen EU-Ländern nichts Wesentliches ändern wollen, spricht sich jeder Zweite sogar für eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit und die zusätzliche Verlagerung von Zuständigkeiten an die EU aus.   

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:935 Befragte

Erhebungszeitraum:18. Juni 2018

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Heiko Gothe

Projektdirektor Meinungs- und Wahlforschung

heiko.gothe @infratest-dimap.de