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ARD-DeutschlandTREND

November 2019

30 Jahre Mauerfall: Für Mehrheit überwiegen Vorteile

30 Jahre Mauerfall: Für Mehrheit überwiegen Vorteile

Ostdeutsche sehen DDR-Lebensleistung nicht gewürdigt

Ostdeutsche sehen DDR-Lebensleistung nicht gewürdigt

West- und Ostdeutsche: Sicht auf DDR nicht grundsätzlich anders

West- und Ostdeutsche: Sicht auf DDR nicht grundsätzlich anders

West- und Ostdeutsche sehen sich in erster Linie als Deutsche

West- und Ostdeutsche sehen sich in erster Linie als Deutsche

Jeder sechste Westdeutsche war seit dem Mauerfall noch nicht im Osten

Jeder sechste Westdeutsche war seit dem Mauerfall noch nicht im Osten

Regierungszufriedenheit: kritische Halbzeitbilanz der Bundesbürger

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Politikerzufriedenheit: Verluste für Koalitionsspitzen

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Merz für jeden zweiten Unions-Anhänger guter Kanzlerkandidat

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Sonntagsfrage: CDU/CSU und Grüne mit Verlusten

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30 Jahre Mauerfall: Für Mehrheit überwiegen Vorteile

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Ostdeutsche sehen DDR-Lebensleistung nicht gewürdigt

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West- und Ostdeutsche: Sicht auf DDR nicht grundsätzlich anders

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West- und Ostdeutsche sehen sich in erster Linie als Deutsche

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Jeder sechste Westdeutsche war seit dem Mauerfall noch nicht im Osten

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Regierungszufriedenheit: kritische Halbzeitbilanz der Bundesbürger

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Politikerzufriedenheit: Verluste für Koalitionsspitzen

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Merz für jeden zweiten Unions-Anhänger guter Kanzlerkandidat

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Sonntagsfrage: CDU/CSU und Grüne mit Verlusten

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30 Jahre nach dem Mauerfall ziehen Ost- wie Westdeutsche für ihre eigene Entwicklung ein positives Fazit: In Ost wie West geben jeweils sechs von zehn an, die Vereinigung habe ihnen persönlich Vorteile gebracht. Nur jeder Siebte sieht sich als Folge der Vereinigung mit Nachteilen konfrontiert. Dennoch ist die innerdeutsche Stimmung im Jahr 2019 nicht ungetrübt. Drei von vier Ostdeutschen vertreten die Auffassung, die Lebensleistung der ehemaligen DDR-Bürger würde im vereinigten Deutschland nicht ausreichend wertgeschätzt. Ein Urteil, dass immerhin auch jeder zweite Westdeutsche teilt. Der Blick von Ost- und Westdeutschen auf die frühere DDR fällt jedoch drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall nicht grundsätzlich unterschiedlich aus. Auch unter den Ostdeutschen besteht der Eindruck, dass bei Reisemöglichkeiten, beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten, Meinungsfreiheit, Wirtschaft und Gesundheitssystem die Situation im heutigen Deutschland besser ist. Umgekehrt überwiegt bei der frühkindlichen Betreuung und dem sozialen Zusammenhalt auch in den alten Ländern das Gefühl, die Bundesrepublik bliebe hinter der früheren DDR zurück. Eine deutlich entgegengesetzte Perspektive auf die DDR nehmen Ost und West allein beim Thema Schule ein: Während die Ostdeutschen die Situation an den heutigen Schulen als schlechter empfinden, urteilen die Westdeutschen gegenteilig. Einig ist man sich in Ost und West wiederum, dass Kultur und Mentalität in beiden Teilen Deutschlands auch drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall unterschiedlich sind. Hiervon unberührt, verstehen sich die meisten Bundesbürger nicht als West- oder Ostdeutsche, sondern in erster Linie als Deutsche. Für die Zukunft ist man sich sicher: Für heute geborene Kinder wird es keine Rolle mehr spielen, ob sie aus dem Osten oder aus dem Westen stammen.

Die Koalition aus CDU/CSU und SPD hat in dieser Woche für ihre Arbeit eine positive Halbzeitbilanz gezogen. Die Bundesbürger sind hiervon nicht überzeugt. Unverändert zum Vormonat äußert sich nur ein knappes Drittel zufrieden, während zwei Drittel Kritik üben. Gleichzeitig geraten die Berliner Koalitionsspitzen im Bevölkerungsurteil unter Druck. Zur Kanzlerin Angela Merkel äußern sich 49 Prozent zufrieden, für sie der niedrigste Wert seit November vergangenen Jahres. SPD-Außenminister Heiko Maas (44 Prozent; -3) gibt im Urteil der Bundesbürger ebenso nach wie SPD-Finanzminister Olaf Scholz (40 Prozent; -2). Die CDU-Parteivorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sieht sich bei einem Zuspruch von 18 Prozent (-5) sogar mit einem neuen persönlichen Tiefstwert konfrontiert. Entsprechend schwer fällt es ihr aktuell, als mögliche Unions-Kanzlerkandidatin zu überzeugen. Annegret Kramp-Karrenbauer gilt bei knapp jedem Fünften als gute Unions-Kandidatin. Eine Kanzlerkandidatur des früheren CDU-Fraktionsvorsitzenden Friedrich Merz spricht mit 42 Prozent mehr als doppelt so viele Bundesbürger an.

Der Ausgang der Thüringenwahl und die neu entfachte Diskussion um die CDU-Parteiführung prägen die aktuelle bundespolitische Stimmung. Die CDU/CSU gibt gegenüber dem Vormonat zwei Punkte ab und hätte bei einer Bundestagswahl 26 Prozent der Zweitstimmen in Aussicht. Im gleichen Umfang verlieren auch die Grünen. Sie kämen auf 22 Prozent - für sie der niedrigste Wert im ARD-DeutschlandTREND im Auftrag der Tagesthemen seit Mai dieses Jahres. Im Wettbewerb um den bundesweit dritten Platz liegen SPD (+1) und AfD (+/-0) im November mit jeweils 14 Prozent gleichauf. Während die Linke derzeit 9 Prozent (+1) in Aussicht hätte, könnte die FDP mit 8 Prozent (+1) rechnen. Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 7 Prozent (+1).

Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl/Dual-Frame
(Relation Festnetz-/Mobilfunknummern 60:40)

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1.007 Befragte (West: 501; Ost: 506)
Sonntagsfrage: 1.507 Befragte

Erhebungszeitraum:04. bis 05. November 2019
Sonntagsfrage: 04. bis 06. November 2019

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap

Wahlforschung

Roberto Heinrich

Senior Projektleiter Meinungs- und Wahlforschung

roberto.heinrich @remove-this.infratest-dimap.de