ARD-DeutschlandTREND Dezember 2020

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie bestimmt nach wie vor die politische Agenda von Bund und Ländern. Den seit einem Monat geltenden und bereits verlängerten Teil-Lockdown betrachtet weiterhin etwas mehr als die Hälfte der Bundesbürger als angemessen. Für ein gutes Viertel gehen die Maßnahmen zu weit. Ein Sechstel der Deutschen spricht sich für härtere Auflagen aus. Mit Monatsbeginn sind nochmals schärfere Kontaktbeschränkungen in Kraft getreten, die allerdings zu den Feiertagen vorübergehend wieder gelockert werden können. Eine Lockerung von Kontaktbeschränkungen unterstützen die Deutschen am ehesten für das Weihnachtsfest: Etwas mehr als die Hälfte bezeichnet Erleichterungen während der Weihnachtsfeiertage als richtig, während gelockerte Kontakteinschränkungen zu Silvester bundesweit nur 30 Prozent überzeugen. Dass man selbst oder die Familie mit Corona angesteckt werden könnte, bereitet weiterhin etwa vier von zehn Deutschen Sorge. Dies sind trotz deutlich höherer Infektionszahlen nach wie vor weniger als zur ersten Pandemiewelle. Dagegen ist die Angst, bei einer Erkrankung ggf. nicht angemessen medizinisch versorgt zu werden, mittlerweile wieder ähnlich hoch wie im Frühjahr.

Mit dem neuerlichen Teil-Lockdown treten wieder vermehrt Fragen der wirtschaftlichen, politischen und sozialen Folgen der Pandemie in den Vordergrund. Jeder vierte Bundesbürger sorgt sich, dass sich wegen Corona die eigene wirtschaftliche Lage verschlechtern könnte, darunter überdurchschnittlich viele junge Bundesbürger sowie Geringverdiener. Die Zahl der um die eigene Lebenssituation Besorgten ist damit derzeit allerdings nicht höher als vor Beginn der zweiten Corona-Welle. Ein Grund hierfür: das staatliche Krisenmanagement. Ausmaß und Umfang der öffentlichen Rettungspakete treiben allerdings mittlerweile die Sorgen um die Staatsfinanzen: Fast zwei Drittel fürchten, dass sich Deutschland wegen Corona zu stark verschulden könnte. Ähnlich groß ist die Sorge um ein verschlechtertes gesellschaftliches Miteinander. Ängste vor einer längerfristigen Einschränkung von Freiheitsrechten teilen nach wie vor vier von zehn Deutschen.

Bundespolitische Stimmung

Das Ansehen der Bundesregierung geht zum Jahresende zurück, bewegt sich aber weiterhin auf hohem Niveau: Aktuell äußern sich 62 Prozent der Bundesbürger zufrieden zur Arbeit der Koalition. Parallel zur Regierungszufriedenheit geht auch die Zustimmung für die Berliner Regierungsspitzen zurück. Trotz ihrer Verluste liegen sie, angeführt von der Kanzlerin, im Bevölkerungsurteil aber nach wie vor klar vor den Vertretern der Opposition. Wer statt Angela Merkel die CDU/CSU im kommenden Jahr in den Bundestagswahlkampf führen wird, ist bislang offen. Ambitionen auf die Unions-Kanzlerkandidatur hegt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident, werden nach wie vor aber auch dem bayerischen Regierungschef nachgesagt. Ein dreiviertel Jahr vor der Bundestagswahl reichen beide nicht an die Popularität der CDU-Kanzlerin heran. Allerdings schneidet Markus Söder im Urteil der Bundesbürger wie der Union-Anhänger vergleichsweise besser ab als Armin Laschet.

Die personelle Aufstellung der Union ist nur eine der Unbekannten zur Bundestagswahl im Herbst 2021. Zumindest unter den aktuellen Gegebenheiten würde weiterhin die CDU/CSU als stärkste Kraft aus einem Urnengang hervorgehen. Die Union käme wie im Vormonat auf 36 Prozent. Der Koalitionspartner SPD käme unverändert auf 15 Prozent. Leichte Zugewinne betreffen die Grünen, die um 1 Punkt auf 21 Prozent zulegen. Die AfD könnte wie Anfang November mit 10 Prozent rechnen. Linke und FDP kämen auf 7 bzw. 6 Prozent. Alle anderen Parteien würden zusammen 5 Prozent (-1) erzielen.

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Deutschland

Stichprobe

Repräsentative Zufallsauswahl/Dual-Frame
(Relation Festnetz-/Mobilfunknummern 60:40)

Erhebungsverfahren

Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl

1.007 Befragte
Sonntagsfrage: 1.507 Befragte

Erhebungszeitraum

30. November bis 01. Dezember 2020
Sonntagsfrage: 30. November bis 02. Dezember 2020

Schwankungsbreite

liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

© infratest dimap

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29.07.2021, 11:16

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