ARD-DeutschlandTREND extra "Coronamaßnahmen"

vom 5.11.2020

ARD-DeutschlandTREND extra "Coronamaßnahmen"

vom 5.11.2020

Bundeskanzleramt und Ministerpräsidenten haben sich als Reaktion auf die steigenden Corona-Infektionen auf neue weitgehende Alltagseinschränkungen in Deutschland verständigt. Grundsätzlich besteht hierfür Verständnis bei den Bundesbürgern: Acht von zehn vertreten in der aktuellen Situation die Position, dass man ohne strenge Regeln die Corona-Krise nicht in den Griff bekommt, jeder Fünfte ist gegenteiliger Ansicht. Gut die Hälfte betrachtet die neuen Auflagen auch grundsätzlich als angemessen. Weitere 16 Prozent hätten sich noch restriktivere Schritte gewünscht. Ihnen gehen die beschlossenen Einschränkungen nicht weit genug. Dass die neu geltenden Einschränkungen über das Ziel hinausschießen und zu weit gehen, ist die Ansicht jedes vierten Bundesbürgers.

Ungeachtet der aktuellen Unterstützung strenger Corona-Regelungen finden die neu beschlossenen Einzelmaßnahmen bei den Bundesbürgern keinen durchgehenden Zuspruch. Mehrheitlich befürwortet wird die Kontaktbegrenzung auf zwei Haushalte und maximal 10 Personen, ebenso die Schließung von Bars und Kneipen. Gleichzeitig aber sind das Verbot touristischer Übernachtungen für Hotels und Beherbergungsbetriebe, die Schließung von Kultureinrichtungen wie Theatern oder Museen sowie das Aus für den Amateur- und Freizeitsport umstritten. Zustimmung und Ablehnung halten sich in der Bevölkerung hier jeweils die Waage. Die erneute Schließung von Restaurants lehnen demgegenüber etwa sechs von zehn Bundesbürgern ab. Die Entscheidung, Schulen und Kitas anders als im Frühjahr diesmal offen zu halten, befürworten wiederum 86 Prozent der Bundesbürger.

Mit den neuen Corona-Auflagen werden die Möglichkeiten für soziale Kontakte wie im Frühjahr wieder deutlich beschnitten. Jüngere Bundesbürger tun sich mit den geltenden Corona-Maßnahmen im Alltag offensichtlich etwas schwerer: Während von den unter 40jährigen etwa jeder Vierte angibt, dass ihnen die Umsetzung der Auflagen Probleme bereitet, ist es bei den älteren Bundesbürgern nur jeder Siebzehnte. Letztlich bereiten die Regeln aber auch der Mehrzahl der unter 40jährigen weniger große oder gar keine Probleme. Insgesamt geben 85 Prozent der Bundesbürger an, kaum Probleme zu haben, die bestehenden Corona-Auflagen in ihrem Alltag einzuhalten, während jeder Siebte über entsprechende Schwierigkeiten berichtet. Mit den neuen Kontaktbeschränkungen rücken psychosoziale Folgen der Pandemie erneut in den Blickpunkt. Aktuell geben drei von zehn Deutschen an, sich seit Beginn der Corona-Pandemie einsamer zu fühlen. Ein Eindruck, der sich mit Beginn des neuen Lockdowns leicht verstärkt hat.

Mitte November wollen Kanzleramt und Ministerpräsidenten die Wirksamkeit der neu eingeführten Alltagsbeschränkungen überprüfen und über das weitere Vorgehen bis zum Jahreswechsel beraten. Sechs von zehn würden es vom jetzigen Stand aus begrüßen, wenn die neuen Auflagen zu den Weihnachtsfeiertagen gelockert werden würden. Drei von zehn äußern sich ablehnend. Gut jeder Zehnte tut sich schwer, ausgehend vom aktuellen Infektionsgeschehen Regelungen zu den Feiertagen in sechs Wochen zu bewerten.

 

 

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Deutschland

Stichprobe

Repräsentative Zufallsauswahl/Dual-Frame

Erhebungsverfahren

Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl

1.002 Befragte

Erhebungszeitraum

02.-04.11.2020

Schwankungsbreite

liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

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