ARD-DeutschlandTREND Januar 2021

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Corona-Maßnahmen

Noch vor den Weihnachtsfeiertagen hatten Kanzleramt und Ministerpräsidenten einen neuen Lockdown für Deutschland beschlossen. Über den Jahreswechsel ist die Unterstützung für strengere Corona-Maßnahmen deutlich angewachsen zulasten derer, die die geltenden Einschränkungen als angemessen betrachten. Angesichts hoher Infektionszahlen haben Bund und Länder den zunächst befristeten Lockdown mittlerweile verlängert und zugleich verschärft. Vor dem Beschluss von Bund und Ländern sprach sich die Hälfte dafür aus, die bestehenden Maßnahmen auf jeden Fall beizubehalten. Ein knappes Drittel favorisierte strengere Corona-Maßnahmen. Eine Lockerung des Lockdowns befürwortete zu Wochenbeginn nur jeder Sechste.

Impfbereitschaft nimmt zu

Mit den aktuell geltenden Maßnahmen ist Deutschland von einer Rückkehr zur Normalität weit entfernt. Immerhin die Hälfte der Bundesbürger setzt darauf, dass man spätestens bis Ende des Jahres ohne Corona-Einschränkungen auskommen wird. Vier von zehn sind weniger zuversichtlich. Sie gehen von einer Normalisierung frühestens 2022 aus. Eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Pandemie kommt der Immunisierung der Bevölkerung zu. Die Impfbereitschaft hat sich seit November deutlich erhöht. Aktuell geben 54 Prozent an, sich auf jeden Fall gegen das Corona-Virus impfen lassen zu wollen. Während das Vertrauen in die Impfung gewachsen ist, bleibt der Impfstart in Deutschland hinter den Erwartungen zurück. Ein gutes Drittel bezeichnet das Impftempo als angemessen, die Hälfte empfindet es als zu langsam. Im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstart sind die Bundesregierung und der Gesundheitsminister in die öffentliche Kritik geraten. Der Zuspruch der Bevölkerung zur Arbeit der schwarz-roten Koalition geht gegenüber dem Vormonat leicht zurück, mit 60 Prozent äußert sich aber nach wie vor eine Mehrheit zufrieden. Gesundheitsminister Jens Spahn verliert im Bevölkerungsurteil dagegen deutlicher an Rückhalt und fällt auf den niedrigsten Zufriedenheitswert seit Mai letzten Jahres.

Bundespolitische Stimmung

Mit deutlichem Vorsprung wird die Politikerliste auch zu Jahresbeginn von Kanzlerin Angela Merkel angeführt. Sieben von zehn Bundesbürgern äußern sich zu ihrer Arbeit zufrieden. Zugleich überwiegt bis in das Lager von Grünen, SPD und Linken das Bedauern, dass die CDU-Politikerin auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Wer die CDU/CSU im Herbst in den Bundestagswahlkampf führen wird, ist offen. Zunächst steht die Entscheidung zum CDU-Vorsitz an. Die CDU-Anhänger haben eine Woche vor dem CDU-Bundesparteitag keinen Favoriten: Nachdem Friedrich Merz ihr Urteil im November noch klar dominierte, setzen aktuell 29 Prozent der CDU-Anhänger auf ihn, jeweils 25 Prozent bevorzugen stattdessen Armin Laschet bzw. Norbert Röttgen. Dass der neue CDU-Vorsitzende zugleich Unions-Kanzlerkandidat wird, ist nicht nur wegen möglicher Ambitionen des bayerischen Ministerpräsidenten unsicher. Zuletzt wollten Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und auch Fraktionsvorsitzender Ralph Brinkhaus nicht ausschließen, dass die Union einen Kanzlerkandidaten kürt, der weder CDU- noch CSU-Parteivorsitzender ist. Unter den vier derzeit zur Diskussion stehenden Kandidaten gilt Markus Söder allerdings sowohl in der Bevölkerung wie in der Wählerschaft der CDU/CSU nach wie vor als der Anwärter, der am geeignetsten wäre.  

Unmittelbar vor dem CDU-Bundesparteitag liegt die Union in der bundespolitischen Stimmung weiterhin klar vorn. Bei einer Bundestagswahl zum jetzigen Zeitpunkt käme die CDU/CSU auf 35 Prozent, 1 Punkt weniger als vor einem Monat. Im selben Umfang gibt auch die SPD ab, die auf 14 Prozent käme. Die Grünen würden wie Anfang Dezember 21 Prozent erzielen, die AfD hätte unverändert 10 Prozent in Aussicht, die Linke verharrt bei 7 Prozent. Auf 7 Prozent käme auch die FDP, die damit um 1 Punkt zulegt. Alle anderen Parteien würden zusammen 6 Prozent (+1) erzielen.

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Deutschland

Stichprobe

Repräsentative Zufallsauswahl/Dual-Frame
(Relation Festnetz-/Mobilfunknummern 60:40)

Erhebungsverfahren

Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl

1.020 Befragte
Sonntagsfrage: 1.520 Befragte

Erhebungszeitraum

04. bis 05. Januar 2021
Sonntagsfrage: 04. bis 06. Januar 2021

Schwankungsbreite

liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

© infratest dimap

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16.04.2021, 09:09

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