ARD-DeutschlandTREND September II 2021

Repräsentative Studie im Auftrag der ARD

Sonntagsfrage: SPD weiter vor CDU/CSU, rund zwei Drittel festgelegt

Zehn Tage vor der Wahl ist offen, wer als stärkste Kraft in den neu gewählten Bundestag einziehen wird. Die SPD bleibt in der aktuellen bundesweiten Sonntagsfrage mit einem Stimmenanteil von 26 Prozent stärkste Kraft und legt zu Monatsbeginn 1 Punkt zu. Die CDU/CSU verbessert sich um 2 Punkte und kämen derzeit auf 22 Prozent. Etwas schwächer als zu Monatsbeginn liegen Grüne, AfD und FDP. Die Grünen könnten aktuell mit 15 Prozent (-1) rechnen, AfD (-1) und FDP (-2) mit jeweils 11 Prozent. Die Linke hätte unverändert 6 Prozent in Aussicht. Auf sämtliche andere Parteien entfallen zusammen genommen derzeit 9 Prozent der Stimmen, darunter 3 Prozent auf die Freien Wähler. Bei einem Wahlausgang entsprechend der aktuellen Sonntagsfrage würde es rechnerisch für eine Koalition aus SPD und CDU/CSU reichen, darüber hinaus für SPD-geführte Drei-Parteien-Bündnisse mit Grünen und FDP, aber auch mit Grünen und Linken. Rechnerisch möglich wäre ebenso eine unionsgeführte Koalition mit Grünen und FDP.

Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungs-bildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen sein kann. Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

Bewegung in den verbleibenden Tagen sind weiterhin möglich. Zwar steht für knapp zwei Drittel aller Wahlberechtigten (65 Prozent) die Wahlentscheidung bereits fest. Immerhin knapp jeder sechste Wahlberechtigte (16 Prozent) jedoch gibt an, dass sich seine derzeitige Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Knapp jeder fünfte (19 Prozent) neigt zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.

Nächste Bundesregierung: 34 Prozent für SPD-geführtes Bündnis, 29 Prozent für unionsgeführtes Kabinett

Keineswegs eindeutig fallen zehn Tage vor der Wahl die Wünsche der Bundesbürger für die nächste Regierungsbildung aus. Ähnlich wie zu Monatsbeginn favorisiert ein Drittel (34 Prozent; -1) einen Wechsel zugunsten einer SPD-geführten Regierung. Dagegen sprechen sich mittlerweile drei von zehn (29 Prozent; +5) und damit mehr als vor zwei Wochen für ein weiterhin unionsgeführtes Kabinett aus. Unverändert etwa jeder Achte (12 Prozent; -1) macht sich für eine Regierungsbildung unter Führung der Grünen stark. Für ein Viertel (25 Prozent; -3) kommt keine der drei Optionen in Frage.

Politikerzufriedenheit: Scholz trotz Sympathieverlust populärster Spitzenkandidat

Eindeutiger als die Präferenzen für die künftige Regierungsbildung fallen auch zehn Tage vor dem Wahltermin die personellen Sympathien der Bundesbürger aus. Auch wenn Olaf Scholz gegenüber dem Monatsbeginn erkennbar an Zuspruch verliert, bleibt er mit aktuell 51 Prozent (-5) der mit Abstand populärste Spitzenkandidat dieser Bundestagswahl. An zweiter Stelle steht im Urteil der Wahlberechtigten FDP-Vorsitzender Christian Lindner, den wie vor zwei Wochen ein Drittel (33 Prozent; +1) positiv bewertet. Die Kanzlerkandidaten von Grünen und Union schneiden im Urteil der Wahlberechtigten besser ab als zuletzt: Mit Annalena Baerbock sind 27 Prozent (+2) zufrieden, mit Armin Laschet 25 Prozent (+5). Deutlich zurück stehen im Bevölkerungsurteil die Spitzenkandidaten von Linken und AfD, Janine Wissler (9 Prozent; -1 zu August) und Tino Chrupalla (8 Prozent; ±0 zu August), die allerdings vielen Wahlberechtigten auch kein Begriff sind.

Kanzlerpräferenz: Scholz mit 40 Prozent weiter klar vorn, 19 Prozent für Laschet, 13 Prozent für Baerbock

Der Sympathievorsprung des SPD-Kanzlerkandidaten vor seinen Mitbewerbern übersetzt sich weiterhin in eine klare Präferenz für die künftige personelle Besetzung des Kanzleramts. Wenn auch etwas weniger als zuletzt würden in einer Direktwahl vier von zehn (40 Prozent; -3) für den SPD-Spitzenmann stimmen. 19 Prozent (+3) und damit etwas mehr als zu Monatsbeginn würden im Kanzleramt stattdessen Armin Laschet vorziehen, 13 Prozent (+1) Annalena Baerbock. Drei von zehn Deutschen (28 Prozent; -1) können oder wollen sich nach wie vor für keinen der drei Politiker entscheiden.

Olaf Scholz bleibt der Wunschkandidat der Älteren (48 Prozent) und der mittleren Altersgruppe (41 Prozent). Bei den Präferenzen der unter 40-jährigen Bundesbürger (33 Prozent) liegt der SPD-Politiker ebenfalls vorn. Von den drei Kanzlerkandidaten genießt Scholz mit Abstand die größte Unterstützung in der jeweils eigenen Anhängerschaft. 88 Prozent der SPD-Anhänger favorisieren auch den eigenen Spitzenmann im Kanzleramt, während unter den Grünen-Anhängern sieben von zehn (71 Prozent) für Annalena Baerbock votieren würden. In den Reihen der Unionsparteien würden knapp zwei Drittel (65 Prozent) für Armin Laschet stimmen.

Studieninformation
Grundgesamtheit

Wahlberechtigte in Deutschland

Erhebungsmethode

Zufallsbasierte Telefon- und Onlinebefragung
(Telefon: 60% Festnetz, 40% Mobilfunk)

Fallzahl

1.512 Befragte
(988 Telefoninterviews und 524 Online-Interviews)

Erhebungszeitraum

13. bis 15. September 2021

Schwankungsbreite

2* bis 3** Prozentpunkte

* bei einem Anteilswert von 10 %
** bei einem Anteilswert von 50 %

© infratest dimap

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26.11.2021, 08:20

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