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CoronaTREND Bayern Spezial

vom 18. März 2020

Innerhalb von nur wenigen Tagen haben staatliche Akteure in Bund und Ländern und Unternehmen weitreichende Maßnahmen eingeleitet, die das öffentliche Leben in Deutschland und Bayern so stark beeinträchtigen wie nie zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. So hat Bayern als erstes Bundesland den Katastrophenfall ausgerufen. Obwohl bislang nur eine kleine Minderheit der Menschen im Freistaat persönlich von einer Corona-Infektion oder im familiären Umfeld betroffen ist, unterstützt eine große Mehrheit die verschiedenen Maßnahmen, die seitens des Staates, von Firmen und der Zivilgesellschaft eingeleitet worden sind, um die Verbreitung des Coronavirus zumindest zu verlangsamen. Die Quarantäne für Erkrankte und deren Angehörige ist in der Bevölkerung weithin unstrittig, mehr als 90 Prozent begrüßen sie. Gleiches gilt inzwischen auch für die Absage von Großveranstaltungen, die bis vor gut einer Woche noch heftig umstritten war. Breite Unterstützung auch für die Schließung von Schulen und KITAs: mehr als 80% halten sie mittlerweile zudem für angebracht, ebenso das Verbot von Geschäfts- und Dienstreisen. Um die 70 Prozent oder mehr sprechen sich zudem für Einschränkungen beim inter¬nationalen Reiseverkehr oder nationalen Verkehr aus. Immerhin zwei Drittel der Wahlberechtigten in Bayern hält Einschränkungen beim öffentlichen Personennahverkehr für gerechtfertigt.

Die Maßnahmen und Reaktionen von Behörden und Gesundheitseinrichtungen halten in Bayern – genaue wie im Bund – derzeit gut 60 Prozent für alles in allem angemessen. Etwas mehr als 20 Prozent sprechen sich für weiter gehende Maßnahmen aus, nur 16 Prozent halten die bereits geltenden Einschränkungen für übertrieben. Besonders groß fällt die Zustimmung bei den älteren Menschen im Freistaat aus: bei den 65 Jahre und älteren sind es fast 80 Prozent, bei den unter 40jährigen ist es dagegen nur die Hälfte, die das derzeitige Krisenmanagement für angemessen hält. In der Altersgruppe der unter 40jährigen gehen die Meinungen am stärksten auseinander: knapp 30 Prozent kritisieren die Maßnahmen als noch nicht ausreichend, jeder Fünfte stuft sie bereits als zu weitgehend ein.

Im Alltag zeichnen sich für die Menschen im Freistaat mehr und mehr Restriktionen ab, mittlerweile fühlt sich eine klare Mehrheit der Bürger eingeschränkt. Allerdings bewerten nur 24 Prozent die Einschränkungen als sehr stark, mehr als 60 Prozent bezeichnet sie noch als geringfügig. Erwartungsgemäß ist der Anteil derjenigen, die sich stark eingeschränkt bei Jüngeren im Land höher als bei den älteren: bei den unter 40jJährigen sind es mit 30 Prozent zwar mehr als bei den 65 Jahre und älteren (15 Prozent), aber es handelt bislang noch um eine Minderheit. Verhaltensänderungen wie häufigeres Händewaschen bestätigen fast 90 Prozent, mehr als drei Viertel geben an, sie hätten soziale Kontakte bereits einschränkt. Jüngere stufen Ihr Ansteckungsrisiko vergleichsweise am höchsten ein. 37 Prozent der unter 40jährigen betrachten es als groß bzw. sehr groß. 

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