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Einstellungen zur "Fridays for Future"-Bewegung

NDR

Auftraggeber: NDR

Die „Fridays for Future“-Bewegung organisierte 2019 in Deutschland erstmals Schulstreiks für einen besseren Klimaschutz. Vier von zehn Bundesbürgern halten es für gerechtfertigt, dass Schüler für den Klimaschutz demonstrieren statt zur Schule zu gehen, sechs von zehn nicht. Die Forderungen der Bewegung selbst finden in der Bevölkerung einen größeren Widerhall. So gibt jeder zweite Bundesbürger an, die Ziele von „Fridays for Future“ sehr stark oder stark zu unterstützen. Ebenso viele erklären, dass sie als Folge der Demonstrationen im persönlichen Alltag mittlerweile häufiger über den Klimaschutz nachdenken.

 

Einig ist sich eine Mehrheit der Bundesbürger mit „Fridays for Future“ darin, dass klimapolitisch mehr getan werden muss: Nur jeder Vierte hält den hiesigen Klimaschutz für ausreichend, für nur jeden Achten tut die Bundesrepublik zu viel für den Klimaschutz. Sechs von zehn Bundesbürgern vertreten stattdessen die Meinung, Deutschland engagiere sich bislang zu wenig. Dies dürfte erklären, dass trotz jüngster klimapolitischer Beschlüsse der Bundespolitik nur vier von zehn der Bewegung ein Ende der Demonstrationen nahelegen. 45 Prozent sprechen sich stattdessen dafür aus, die Freitags-Demonstrationen wie bisher fortzusetzen. Über Demonstrationen hinaus gehende Protestaktionen empfiehlt der Bewegung dagegen nur jeder achte Bundesbürger. Entschiedenere klimapolitische Aktionen stoßen in Deutschland weiterhin auf wenig Zuspruch: Die Blockade von Straßen und Verkehr sieht nur jeder Dritte als gerechtfertigt an, um seinen klimapolitischen Standpunkt zum Ausdruck zu bringen, die Besetzung von Fabriken, Industrieanlagen und Ämtern nur jeder Vierte.

 

Sosehr die Notwendigkeit für einen besseren Klimaschutz von einer Mehrheit der Bundesbürger anerkannt wird. Dass der Klimaschutz Priorität in der Politik genießen sollte, ist aktuell keine Mehrheitsposition in Deutschland. Über die Hälfte der Wahlberechtigten ist der Ansicht, der Klimaschutz sei eine unter vielen Aufgaben. Während insbesondere die Wähler von Grünen und Linken zügige und umfassende klimapolitische Maßnahmen favorisieren, plädieren Anhänger von FDP, CDU und vor allem der AfD mehrheitlich dafür, klimapolitisch nicht übertrieben und zu schnell zu handeln.

 

Uneinig sind sich die Bundesbürger über die Rolle der Medien in der laufenden Klimadebatte: So fühlt sich zwar die eine Hälfte mit ihren klimapolitischen Positionen von den Medien angemessen vertreten, die andere dagegen nicht. Die Anhänger von Grünen und SPD finden mehrheitlich ihre klimapolitischen Positionen in den Medien adäquat abgebildet. Anhänger der AfD, aber auch der FDP sehen dagegen ihre Positionen nicht angemessen berücksichtigt. Die Anhänger von CDU und Linken kommen zu einem geteilten Medienurteil.

 

 

 


Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1.038 Befragte

Erhebungszeitraum:10.-11. Dezember 2019

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap