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Zuwanderung, Bildung und Soziales: alles wichtig, aber was genau?

"ARD-Wahlcheck" Bayerischer Rundfunk

Auftraggeber: Bayerischer Rundfunk

Zuwanderungspolitik: Integration steht an erster Stelle, Zuwanderungsbegrenzung an zweiter

Konfrontiert man die Bundesbürger in der Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik mit den Zielen einer besseren Integration von Flüchtlingen, einer Begrenzung der Flüchtlingsaufnahme bzw. konsequenteren Abschiebung und der gezielten Einwanderung von qualifizierten Fachkräften setzen die Bundesbürger klare Prioritäten: 41 Prozent bezeichnen in der Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik die Integration der von Deutschland aufgenommenen Flüchtlinge als wichtigstes Ziel. Demgegenüber geben 34 Prozent einer begrenzten Flüchtlingsaufnahme den Vorrang. Eine gezielte Fachkräfteeinwanderung ist für 21 Prozent prioritär.

Die bessere Integration von Flüchtlingen genießt insbesondere in den Reihen von Linken (65 Prozent) und Grünen (63 Prozent) Vorrang vor anderen Zielen, nicht ganz so stark auch bei den Anhängern von Union (48 Prozent) und SPD (41 Prozent). Während bei den FDP-Anhängern die gezielte Fachkräfteeinwanderung die vergleichsweise größte Priorität (42 Prozent) besitzt, betrachtet die große Mehrheit der AfD-Anhängerschaft die Zuwanderungsbeschränkung und Abschiebung als wichtigstes Ziel (71 Prozent) in der Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik.

Schul- und Bildungspolitik: gleiche Bildungschancen für sechs von zehn Top-Thema

Noch deutlicher als in der Flüchtlings- und Zuwanderungspolitik fallen die Zielprioritäten der Bundesbürger in der Schul- und Bildungspolitik aus. Für sechs von zehn Bundesbürgern (57 Prozent) haben bessere Bildungschancen für alle Kinder Vorrang vor anderen bildungspolitischen Zielen. Für 26 Prozent stehen gleiche Schulstandards in allen Bundesländern an erster Stelle, für 14 Prozent eine bessere Ausstattung der Schulen.

Dem Ziel gleicher Bildungschancen wird in den Reihen aller Parteien die größte Priorität eingeräumt, insbesondere bei den Anhängern von SPD (64 Prozent), Linken und Grünen (jeweils 60 Prozent). In der Priorisierung der FDP-Anhänger stechen demgegenüber die gleichen Bildungschancen mit 39 Prozent nicht ganz so stark heraus. Dafür finden sich unter den FDP-Anhängern mit 36 Prozent überdurchschnittlich viele Bürger, die bundesweit einheitliche Schulstandards als wichtigstes schulpolitisches Ziel betrachten.

 

Sozialpolitik: weniger klare Prioritäten

Auf dem Feld der Sozialpolitik tun sich die Bundesbürger sichtbar schwerer, eine klare Rangfolge für die vorgelegten Ziele zu erstellen. Für ein Drittel (35 Prozent) ist die Stabilisierung des Rentenniveaus persönlich das wichtigste sozialpolitische Ziel, für etwa ebenso viele die Verringerung des allgemeinen Armutsrisikos (34 Prozent). Die Schaffung bezahlbaren Wohnraums ist wiederum für drei von zehn (28 Prozent) aktuell wichtigstes sozialpolitisches Ziel.

Während insbesondere in den Reihen von Linken (46 Prozent) und Grünen (45 Prozent), aber auch bei den Anhängern von Union (36 Prozent) und SPD (38 Prozent) der Verringerung des allgemeinen Armutsrisikos Vorrang gegeben wird, genießt bei den FDP-Anhängern die Schaffung bezahlbaren Wohnraums die vergleichsweise größte Priorität (46 Prozent). Innerhalb der AfD-Anhängerschaft wird die Stabilisierung des Rentenniveaus von etwa der Hälfte (49 Prozent) prioritär behandelt, ebenso bei den Wahlberechtigten, die aktuell zu keiner Partei tendieren (44 Prozent).


Studieninformation

Grundgesamtheit:Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren

Stichprobe:Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe

Erhebungsverfahren:Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl:1.029 Befragte

Erhebungszeitraum:10.-12. Juli 2017

Schwankungsbreite:liegt mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit
bei einem Anteilswert von 5 Prozent bei unter 1,4 bzw.
bei einem Anteilswert von 50 Prozent bei unter 3,1 Prozentpunkten.

Durchführendes Institut:infratest dimap